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Diskussion über Standorte

Schulfusion: Stadtrat fordert neue Zahlen

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Wolfratshausen – Erst wurde heftig debattiert, dann die Vertagung beantragt: Der Stadtrat hat sich mit der möglichen Fusion der Mittelschulen beschäftigt.

Fritz Meixner verließ kopfschüttelnd den Saal. „Es tut mir Leid, aber das verstehe ich nicht“, schimpfte der SPD-Stadtrat, leise, aber doch hörbar. Auslöser seines Zorns war ein Geschäftsordnungsantrag seines Pendants von der Bürgervereinigung Wolfratshausen, Josef Praller. Der bat um die Vertagung des Tagesordnungspunkts, über den zuvor heftig debattiert worden war. Statt ein Plangutachten zu beauftragen, das klären soll, ob die Mittelschulen statt in Waldram und am Hammerschmiedweg künftig an letzterem Standort zusammengelegt werden könnten, folgte das Gremium mit 16:4 Stimmen Prallers Antrag. Neben Meixner und Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung), die beide der Projektgruppe Schulentwicklung angehören, hoben nur noch die SPD-Räte Fritz Schnaller und Manfred Menke die Hand dagegen.

Annette HeinlothDie Grünen-Rätin zog einen gewagten Vergleich.

Die Projektgruppe hat mit Schulleitern und Schulamt ein Konzept entwickelt, das beide Wolfratshauser Schulstandorte auf lange Sicht stärken soll. Aus den Varianten kristallisierte sich eine heraus. Sie wurde vor gut einem Jahr diskutiert und sieht eine Fusion am Hammerschmiedweg vor. Demnach bliebe die Grundschule in Waldram, die Mittelschule würde verlagert. Die Räume, die in Waldram dann zur Verfügung stünden, könnten dem Ganztagszug der Grundschule, der Aufnahme von Außenklassen oder der Fremdnutzung der Schulküche dienen. Auch der Vorschulkindergarten aus Wolfratshausen könnte hier unterkommen. Die Hammerschmiedschule müsste erweitert werden. Auch um den Bau einer Mensa käme man nicht herum.

Die Regierung von Oberbayern hielt diese Ideen grundsätzlich für genehmigungsfähig, betonte aber, dass es für eine Zusage zu früh und entsprechende Anträge und Planungen notwendig seien. Außerdem müsste geprüft werden, ob diese Variante überhaupt auf dem Grundstück am Hammerschmiedweg umgesetzt werden könnte. Für das weitere Vorgehen, auch zur Ermittlung der Baukosten, sollte ein Planungsbüro beauftragt werden.

Dazu kam es in der Sitzung des Stadtrats nicht. Günther Eibl (CSU) monierte, dass man von falschen Annahmen ausgehe, „wenn wir das heute auf den Weg bringen“. Die Zahl der Asylbewerber und das Wachstum der Region mache es erforderlich, neue, aktuelle Zahlen einzuarbeiten. Nur so könne man eruieren, was Wolfratshausen wirklich brauche. „Zum Beispiel müssten wir darüber diskutierten, ob und wie viele Integrationsklassen es braucht.“

Auch Dr. Manfred Fleischer vertrat die Ansicht, dass man sich nicht zu früh festlegen sollte. „Wir müssen eine optimale Situation für die Kinder schaffen und die Bevölkerung mitnehmen.“ Waldram wachse und viele, so der CSU-Rat, würden auch dorthin ziehen, weil der Stadtteil schulisch gut versorgt ist. Fleischer, selbst Waldramer, befürchtet sogar einen Bürgerentscheid, „wenn wir den Mittelschulstandort dort aufgeben“.

Dass das Gutachten zwischen 70 000 und 80 000 Euro kosten könnte, verursachte nicht nur Fleischer Bauchschmerzen. Auch die Grünen-Räte Dr. Hans Schmidt und Annette Heinloth zuckten bei dieser Summe zusammen. „Was, wenn wir feststellen, dass die Variante, auf die wir uns festlegen würden, doch nicht geht?“ fragte Fleischer. „Wir lassen einen Planer schauen, ob er alle Kinder dort unterbringt, ohne andere Dinge zu überprüfen, etwa die Frage, ob wir Lernlandschaften brauchen oder wie es mit einer Mensa ausschaut“, ergänzte Heinloth und zog einen gewagten Vergleich: „Wir wissen ja aus der Massentierhaltung, dass Wesen aggressiv werden, wenn sie zu eng gehalten werden.“

Meixner und Heilinglechner gaben zwar zu, dass die Zahlen nicht mehr aktuell seien, betonten aber, dass eine Grauzone immer Teil von Planungen sei. Zeit habe man nicht mehr zu verlieren. „Wir stehen vor einer großen Aufgabe“, sagte Meixner. „Es wird Zeit, dass wir in die Pötte kommen.“ Die Variante, die auf dem Tisch liege, sei nicht in Stein gemeißelt, aber momentan die empfohlene.

Das Gremium ließ sich nicht überzeugen – was den sichtlich konsternierten Rathauschef zu einem Aufruf veranlasste. „Gibt es in diesen Reihen jemand, der in die Arbeitsgruppe möchte? Ich kann mir nicht vorstellen, dass deren Mitglieder noch sonderlich motiviert sind."

fla

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