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An Schulbus-Haltestellen haben sich zuletzt einige schwere Unfälle ereignet. Die Polizei kontrolliert derzeit verstärkt, ob sich Autofahrer dort richtig verhalten.

Besorgniserregende Entwicklung

Schulwegunfälle: Polizei zieht „ernüchternde“ Bilanz

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Wegen der überdurchschnittlich vielen Unfälle von Schulkindern  an Haltestellen kontrolliert die Polizei verstärkt.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Anfang des Jahres haben sich in Südbayern überdurchschnittlich viele und schwere Unfälle an Schulbushaltestellen ereignet. In Erinnerung dürfte manchem noch der tragische Fall von Altötting sein, wo zwei elfjährige Mädchen ihr Leben verloren haben. Diese besorgniserregende Entwicklung hat das Polizeipräsidium Oberbayern zum Anlass genommen, um in ihrem Zuständigkeitsbereich zwischen dem 19. März und 18. Mai verstärkt Schulbushaltestellen zu kontrollieren. Das Ergebnis bezeichnet Pressesprecher Jürgen Thalmeier als „ernüchternd“.

Demnach wurden in Summe 3530 Verkehrsteilnehmer kontrolliert. In 1818 Fällen sah sich die Polizei genötigt, ein verkehrserzieherisches Gespräch zu führen. Beanstandet wurden 809 Fälle. 535 Mal wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten. Zahlen speziell für den Landkreis liegen zwar nicht vor. Doch auch hier gilt, was die Polizei allgemein feststellt: „Es herrschen erhebliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem richtigen Verhalten an Bushaltestellen.“

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Wenn sich ein Bus einer Haltestelle mit Warnblinklicht nähert, darf nicht überholt werden. Die Erfahrung lehrt, dass Kinder oft im letzten Moment noch den Bus zu erreichen versuchen und nicht auf den Verkehr achten. Wenn ein Bus an einer Haltestelle stoppt, dann darf nur vorsichtig daran vorbeigefahren werden. Dies gilt auch für den Gegenverkehr, denn Kinder treten oft vor oder hinter dem haltenden Bus auf die Straße und sind deshalb erst spät zu sehen. Hält ein Bus an einer Haltestelle und sein Warnblinklicht ist an, dann darf nur mit Schrittgeschwindigkeit (maximal sieben bis zehn Stundenkilometer) und ausreichendem Sicherheitsabstand vorbeigefahren werden. Dies gilt auch für den Gegenverkehr.

Abgesehen davon, haben sich die Zahlen bei Schulwegunfällen gegenüber dem Jahresbeginn stabilisiert. Zum Stichtag 31. Mai zeichnet sich sogar ein leichter Rückgang ab.

vu

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