Schutz für Fische und die Wasseramsel

Wolfratshauser Wasserkraftwerk wird genau überprüft

Wolfratshausen – Ist der Schutz für Fische und die Wasseramsel gewährleistet? Das Wasserkraftwerk am Loisach-Isar-Kanal soll vom Landratsamt auf seine Umweltverträglichkeit geprüft werden.

Am Loisach-Isar-Kanal, der die Stadtteile Farchet und Waldram trennt, soll ein Wasserkraftwerk entstehen (wir berichteten). Nachdem der Bauausschuss bereits über die möglichen negativen Auswirkungen des etwa zehnmonatigen Bauvorhabens diskutiert hatte, entschied der Stadtrat nun, ein Planfeststellungsverfahren beim Landratsamt zu beantragen. Neben einer sorgfältigen Umweltverträglichkeitsprüfung sollen dabei auch Auf- beziehungsweise Abstiegshilfen für Fische berücksichtigt werden.

Waldram und Farchet verbindet der Loisach-Isar-Kanal. Hier soll ein Wasserkraftwerk entstehen.

Dritter Bürgermeister Helmuth Holzheu (CSU) verwies in diesem Zusammenhang zunächst auf eine Untersuchung des Landesfischereiverbandes Bayern, der die Herstellung von sogenannten „Fischaufstiegshilfen an Wanderbarrieren“ empfiehlt. Hans Schmidt (Grüne) ergänzte, dass die „landschaftlich reizvollen Stromschnellen erhalten bleiben sollen“. CSU-Stadtrat Manfred Fleischer, der auch dem Vorstand des Abwasserverbandes angehört, hält die zusätzliche energetische Nutzung am Loisach-Isar-Kanal für eine Entscheidung von großer Tragweite. „Das Klärwerk in Weidach darf durch die Veränderung von Wassermengen im geplanten Kraftwerk nicht gefährdet werden“, stellte er klar. Zudem sei das dortige FFH-Gebiet ein hochwertiges Biotop, in dem man manchmal auch die selten gewordene Wasseramsel beim Jagen beobachten könne.
 
Die anderen Stadträte sahen das genauso und knüpften ihr Einverständnis für das Projekt in einem Beschluss an weitere Bedingungen. So forderte das Gremium eine Zufahrt über den südlich des Kanals verlaufenden Rad- und Fußweg, da hier ein wesentlich geringerer Eingriff in die Natur nötig wäre als auf der nördlichen Seite an der Mehrzweckhalle. Die Zufahrt würde dann von der B 11 über die Sudetenstraße bis hin zur Brücke zur Grubigsteinstraße führen. Deren südliche Auffahrt wäre bis Baubeginn für die neue Stadtbuslinie bereits aufgeweitet. Von dort würde man über den Fuß- und Radweg bis zur Baustelle gelangen.

Um Gegenverkehr zwischen den Baufahrzeugen im Ortsteil Waldram während der Bauphase zu vermeiden, soll der Rückweg über die Weldenstraße, Bettingerstraße und Faulhaberstraße erfolgen. Darüber hinaus sei die geplante Wasserführung im Loisach-Isar-Kanal zu regeln. Die Räte stimmten dafür, dass eine für die Flößerei benötigte Mindestwassermenge in der Loisach in den Monaten des Floßbetriebes (Mai bis September) gewährleistet sein muss. BVW-Fraktionssprecher Josef Praller machte keinen Hehl daraus, dass das Planfeststellungsverfahren und die Güterabwägung negativ ausfallen könnten: „Ich traue diesem sensiblen Standort nicht viel Erfolg zu.“

Von Peter Herrmann

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