Das Schwankl-Eck in Wolfratshausen.
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Gelungener Einstand: Zahlreiche Zaungäste verfolgten am Samstag die Neueröffnung am Schwankl-Eck. Der Kulturverein Isar-Loisach hat das Gebäude angemietet.

Kulturverein Isar-Loisach mietet prominentes Gebäude

Schwankl-Eck in Wolfratshausen: Kulturverein lässt Katze aus dem Sack

Ein neues Friseurstudio oder ein Sündenpfuhl? Viele Spekulationen rankten sich in den vergangenen Tagen ums Schwankl-Eck in Wolfratshausen. Nun lüftete der Kulturverein Isar-Loisach das Geheimnis.

  • Das Schwankl-Eck in der Wolfratshauser Altstadt hat einen neuen Mieter
  • Der Kulturverein Isar-Loisach feierte am Samstag die Einweihung des „Kunstturms“
  • Um das Projekt dauerhaft etablieren zu können, braucht der Kulturverein Unterstützung

Wolfratshausen – Das Rätselraten um die Wiederbelebung der zuletzt leerstehenden Räume des traditionsreichen Gebäudes am Schwankl-Eck hat seit Samstagabend ein Ende: Mit einem vierstündigen Programm eröffnete der Kulturverein Isar-Loisach (KIL) die Kunstausstellung „Die Welt der Frau“ der ägyptischen Karikaturistin Doaa El-Adl. Für beste Stimmung auf dem Vorplatz sorgte vor allem die Musik der Klaus-Ammann-Bigband.

Das wird ein Leuchtturm in unserer Stadt.“

Günter Klügl, Lichtdesigner

„Das wird ein Leuchtturm in unserer Stadt“, versprach Günter Klügl. Der Lichtdesigner hatte bereits vor einigen Tagen mit der Rotlicht-Beleuchtung des oberen Stockwerks Fragen aufgeworfen, die er nun zusammen mit den Mitgliedern des Kulturvereins Isar-Loisach beantwortete. „Künstler von Nah und Fern sollen hier unsere Stadt bereichern“, wünscht er sich.

KIL-Vorstandsmitglied Andrea Weber freute sich zunächst über das rege Interesse der Wolfratshauser, die es sich zum Teil auf Klappstühlen und Bänken auf der gegenüberliegenden Straßenseite gemütlich gemacht hatten. In ihrer kurzen Begrüßungsrede verwies sie auch auf die fast 200-jährige Geschichte des Gebäudes, das einst als Tor zur Altstadt galt. Nachdem Anton Schwankl dort 1826 eine Buchbinderei gegründet hatte, war dort später auch die Druckerei unserer Zeitung, eine Buchhandlung und Galerien untergebracht.

Kulturverein hat die Räume vorerst bis Ende August gemietet

Dank der guten Kontakte zum Hausbesitzer John Schille hat der KIL die Räume nun vorerst bis Ende August angemietet. „Wir wollen mit dieser Ausstellung aufzeigen, welch Potenzial für kulturelle Bildungsarbeit in diesen repräsentativen Räumen steckt“, erklärte Weber. Derzeit bemühe sich der Verein, Unterstützer und Sponsoren für eine dauerhafte Nutzung des Kunstturms zu finden.

Dies dürfte zu einer nicht zu unterschätzenden Herausforderung werden. Stadtmanager Dr. Stefan Werner sprach am Samstagabend zwar von einem „schönem ersten Schritt“ zur Etablierung eines Künstlertreffs. Über die mögliche Bezuschussung von Seiten der Stadt hielt er sich jedoch bedeckt. „Wir sind in engem Austausch und diskutieren alle Möglichkeiten“, so Werner. Letztlich habe der Kulturausschuss des Stadtrats über entsprechende Anträge zu entscheiden.

Kulturreferent ist zurückhaltend, LAW-Vorsitzender zuversichtlich

Ähnlich äußerte sich der Kulturreferent des Stadtrats, Alfred Fraas. „Es gehört viel Mut dazu, in diesen schwierigen Zeiten so etwas durchzuziehen“, lobte er. Dennoch gelte es nach wie vor, in der sehr heterogenen Kultursparte niemanden zu vernachlässigen und neben der Unterstützung von Vereinen auch die kritische Situation von Solo-Selbstständigen im Auge zu behalten.

Hans-Werner Kuhlmann, Vorsitzender des Vereins „Lebendige Altstadt Wolfratshausen“ (LAW) und Initiator der Kunstmeile, sagte dem KIL dagegen schon mal seine uneingeschränkte Hilfe zu. „Ich hoffe sehr, dass sich hier etwas Nachhaltiges entwickelt“, unterstrich er im Gespräch mit unserer Zeitung. Er verwies auf das große künstlerische Potenzial der Region, das es nun auszuschöpfen gelte.

KIL-Vorsitzende Assunta Tammelleo zeigte sich nach dem gut besuchten Eröffnungsabend euphorisch. „Besser konnte es gar nicht laufen!“, freute sie sich. Um die Durchführung der aufwendigen Veranstaltung finanzieren zu können, hatte sie zuvor Spenden von „Focus“-Begründer Helmut Markwort, dem Bund für Geistesfreiheit, der Giordano Bruno Stiftung und weiteren Privatpersonen erhalten.

Ausstellung bis 30. August zu sehen

Im „Kunstturm“ sollen regelmäßige Kunstausstellungen, Vorträge, Lesungen und Workshops angeboten werden. Die Ausstellung „Die Welt der Frau“ läuft bis einschließlich Sonntag, 30. August. Die Öffnungszeiten: freitags von 16 bis 20 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr und 18 bis 21 Uhr; sowie sonntags von 12 bis 17 Uhr.

Peter Herrmann

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