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Großes Interesse: Rund 80 Bürger kamen zur Infoveranstaltung in der Aula der Hammerschmiedschule. Bürgermeister Klaus Heilinglechner (li.) präsentierte den Stand der Dinge. 

Asylbeweberunterkünfte: Infoveranstaltung

Security: Im Notfall zahlt‘s die Stadt

Der Asylhelferkreis und die Stadt Wolfratshausen fordern einen Sicherheitsdienst für die Asylbewerberunterkünfte. Auch die Anwohner wären froh darüber, wie eine Informationsveranstaltung der Stadt am Freitagabend zeigte.

Wolfratshausen – Die bayerische Staatsregierung scheint einzulenken, was ihre bisherige Weigerung betrifft, Sicherheitsdienste für Sammelunterkünfte bereitzustellen. Wie berichtet hatte Sozialministerin Emilia Müller in einer Kabinettssitzung vergangene Woche angekündigt, dass der Freistaat Sicherheitspersonal einsetzen werde, wenn es „die besondere Situation vor Ort erfordert“.

Konflikte sind vorprogrammiert

Nach Meinung von Bürgermeister Klaus Heilinglechner und Ines Lobenstein, Koordinatorin des ehrenamtlichen Asylhelferkreises, liegt in Wolfratshausen genau solch eine besondere Situation vor. Die Gemeinschaftsunterkünfte im ehemaligen Vermessungsamt an der Heimgartenstraße und im alten Pfarrheim am Loisachbogen liegen mitten in Wohngebieten. In beiden Häusern leben die Menschen auf engstem Raum zusammen, so dass Konflikte vorprogrammiert sind. Rund 80 Anwohner und interessierte Bürger kamen am Freitagabend in die Aula der Hammerschmiedschule, um aus erster Hand zu erfahren, wie es weitergeht.

Möglicherweise übernimmt die Stadt die Kosten

Bürgermeister Klaus Heilinglechner berichtete, er habe vor dem Kabinettsbeschluss sowohl die Regierung von Oberbayern als Betreiberin der Unterkünfte als auch die Staatsminister Emilia Müller und Markus Söder mit der Bitte um einen Sicherheitsdienst angeschrieben. „Es kommt jetzt darauf an, ob wir die Kriterien erfüllen, die die Staatsregierung für den Einsatz von Security noch festlegen will“, erklärte Heilinglechner. Am kommenden Dienstag werde auch der Stadtrat über das Thema beraten. Es sei möglich, dass die Stadt selbst die Kosten für Sicherheitspersonal übernehme, „falls sich die Regierung aus der Verantwortung stiehlt“, kündigte der Bürgermeister an.

Sicherheitsdienst für Frieden innerhalb der Unterkünfte

Ines Lobenstein betonte, dass der Sicherheitsdienst in erster Linie für Frieden innerhalb der Unterkünfte sorgen solle. „Aufgrund unserer Erfahrung haben wir keine Sorge, dass Asylbewerber über Einheimische herfallen könnten“, so die Koordinatorin der Ehrenamtlichen.Im alten Pfarrheim am Loisachbogen wohnen aktuell 17 Flüchtlinge, überwiegend junge Männer. Belegt werden soll das Haus mit maximal 80 Personen. Heilinglechner erklärte, diese Obergrenze sei mit dem Landratsamt vereinbart worden. Andernfalls erlösche der Pachtvertrag mit der Regierung von Oberbayern. 70 Betten hat die „European Homecare“ als Verwalterin der Unterkunft laut Lobenstein bereits dicht an dicht aufgestellt. Den Bewohnern stünden „sehr, sehr schmale Spinde“ zur Verfügung, Kochgelegenheiten gebe es zu wenige. „Die Menschen machen sich zweimal täglich warmes Essen“, weiß Lobenstein. Wenn es in der Küche oder den sanitären Anlagen beengt zugehe, führe das meist zu Konflikten.

Asylkoordinator: Polizei habe bisher kaum ausrücken müssen

Markus Sager, Asylkoordinator bei der Wolfratshauser Polizei, bestätigte, dass es in seinem Einsatzgebiet im Nordlandkreis die meisten Probleme zwischen Asylbewerbern untereinander und nicht zwischen Asylbewerbern und Landkreisbürgern gebe. Zur Gemeinschaftsunterkunft an der Heimgartenstraße, wo seit einem Jahr mehrere Flüchtlingsfamilien leben, habe die Polizei bisher kaum ausrücken müssen. Einige Anwohner der beiden Gemeinschaftsunterkünfte haben einen anderen Eindruck. Manche berichteten auch über Belästigungen durch Asylbewerber. In diesem Fall riet Sager, sich sofort an die Polizei zu wenden. Für den Bereich außerhalb der Unterkünfte seien Security-Kräfte nicht zuständig.

Von Tanja Lühr

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