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Teil 3 im Selbstversuch von Volontärin (mh). Ein bisschen verloren ist sie schon ohne ihren mobilen Begleiter.

100 Stunden ohne Handy

Selbstversuch Teil 3: Umwege erhöhen die Ortskenntnis

Bis jetzt ging es ganz gut ohne Smartphone, mittlerweile merke ich aber immer öfter, dass ich ohne meinen mobilen Begleiter ein bisschen verloren bin. 

Wolfratshausen – „Oh, schau mal, wer schreibt mir denn da alles?“, fragt mein Kollege Thomas Wenzel und baut sich mit seinem Handy vor meinem Schreibtisch auf. Für solchen Spott habe ich mittlerweile nur ein müdes Lächeln übrig. Aber es stimmt schon: Ich stelle immer öfter fest, dass ich ohne meinen mobilen Begleiter, den ich zwecks Selbstversuch für 100 Stunden in einen Safe gesperrt habe, ein bisschen verloren bin.

Ohne Handy habe ich keine Ahnung, wie spät es ist

Magdalena Höcherl Unsere Volontärin, derzeit ohne Handy.

Für Dienstagabend habe ich mich mit Freunden zum Essen verabredet. Auf dem Weg zur Bushaltestelle schaue ich auf die Uhr an meinem Handgelenk. Auch so eine Sache, die ich schnell gemerkt habe: Ohne Handy habe ich keine Ahnung, wie spät es ist. Also muss ich jetzt jeden Morgen daran denken, die Uhr, die ich normalerweise nur ab und zu trage, anzuziehen. Der Blick aufs Zifferblatt hilft mir diesmal allerdings nicht weiter. Ich weiß zwar, wie spät es ist, aber nicht, wann der Bus fährt. An der Station warte ich trotzdem nur wenige Minuten – Glück gehabt.

Kein Handy heißt: kein Navi

Sobald ich ausgestiegen bin, stehe ich vor dem nächsten Problem. Ich weiß zwar die Adresse des Lokals, aber nicht den Weg dorthin. Kein Handy heißt: kein Navi. Da hilft es auch nichts, dass ich am Laptop noch kurz gegoogelt habe, mein Orientierungssinn ist so gut wie der einer Kartoffel. Mein Kurzzeitgedächtnis offensichtlich auch. Ohne Handy muss ich mir deutlich mehr merken, weil ich nicht „mal schnell“ nachschauen kann.

Man muss sich halt zu helfen wissen

Über ein paar Umwege, die immerhin die Ortskenntnis erhöhen (jedenfalls murmle ich das zur Beruhigung vor mich hin), finde ich doch noch das Lokal. Den Burger habe ich mir verdient. Bevor wir uns auf den Heimweg machen, checken die anderen via Smartphone, wann ihr nächster Bus geht. Mitleidig fragen sie: „Sollen wir für Dich auch nachschauen?“ Ja, bitte. Schließlich will ich nicht länger als nötig in der Kälte stehen. Man muss sich nur zu helfen wissen.

Von Magdalena Höcherl

So lief es ohne Handy bis jetzt: 
Teil 1: Wie smart bin ich ohne Phone?
Teil 2: Der Papa macht den Weckanruf

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