Ein Geschäftshaus.
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Antrag abgelehnt: Der Bauausschuss votierte mehrheitlich gegen die Erweiterung und Aufstockung des Wohn- und Geschäftshauses an der Bahnhofstraße 23/23a in Wolfratshausen.

Parkplätze würden in öffentliche Verkehrsfläche hineinragen

Sicherheit der Fußgänger geht vor: Fachausschuss lehnt Bauantrag ab

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Der Bauausschuss der Stadt Wolfratshausen hat die Aufstockung eines Wohn- und Geschäftshauses abgelehnt. Bei der Entscheidung überwog die Sicherheit von Fußgängern.

Wolfratshausen – Die Eigentümerin des Wohn- und Geschäftshauses an der Bahnhofstraße 23/23a möchte das Gebäude aufstocken und erweitern. Der Bauausschuss stimmte dem Ansinnen – trotz Überschreitung der Wandhöhe sowie der Überbauung eines städtischen Grundstücks – im Juli zu. Nun legte die Bauwerberin eine geänderte Planung vor – die der Bauausschuss mit 2:8 Stimmen ablehnte.

Bauwerberin legte zwei Varianten vor

Die Immobilieneigentümerin hatte das Vorhaben auf Wunsch der Gewerbetreibenden, die im Erdgeschoss des Hauses Räume gemietet haben, überarbeitet. Im Gegensatz zum ursprünglichen Bauantrag sollten die bestehenden Pkw-Parkplätze an der Bahnhofstraße erhalten bleiben. Zwei Varianten kommen für die Bauwerberin in Frage: Sieben Stellplätze als sogenannte Senkrechtparker (sechs bereits bestehende und ein zusätzlicher Stellplatz) oder alternativ vier Stellplätze, die parallel angeordnet und mit einer Zufahrt versehen werden. Aber: Bei beiden Varianten ragen die Stellplätze laut Bauamtsleiterin Susanne Leonhard in die öffentliche Verkehrsfläche, die als Gehweg vorgesehen ist. Der Hintergrund: Der Abstand zwischen Gebäude und Grundstücksgrenze ist nicht ausreichend, um die Stellplätze auf dem privaten Areal anlegen zu können.

Bei der Bewertung des Vorhabens kam die Stadtverwaltung, genauer gesagt die Mitarbeiter der Fachabteilung Umwelt und Verkehr im Rathaus zu dem Schluss: In Frage komme nur Variante 2. Bei Variante 1 würden „gefährliche Situationen für die Fußgänger durch das Rückwärtsausparken der Kraftfahrzeugführer von den Senkrechtparkplätzen über den Gehweg“ auf die Bahnhofstraße drohen.

„Ansolute Priorität“: Sicherheit der Fußgänger

Der Bauausschuss lehnte beide Varianten ab – grundsätzlich „Ja“ zur gewünschten Aufstockung des Gebäudes sagten nur Josef Praller und Peter Ley (beide BVW). Dr. Hans Schmidt betonte, dass „fast die Hälfte der Fläche, auf der Parkplätze genehmigt werden sollen, der Stadt und nicht der Bauherrin gehört“. Zudem stellte er fest: „Die Sicherheit der Fußgänger hat für uns absolute Priorität.“ Aus diesem Grund sollte der geplante Gehweg nicht entlang der Bahnhofstraße, sondern entlang des Gebäudes.

Fritz Schnaller (SPD) plädierte dafür, zunächst „intern zu klären, wie die Verkehrsführung an der Bahnhofstraße aussehen soll“. Erst dann machen aus seiner Sicht erneute Gespräche mit der Bauwerberin Sinn.  cce

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