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Am Dienstag entscheidet der Stadtrat, ob bald eine Sicherheitswacht durch Wolfratshausen patrouilliert. In Schongau gibt es schon eine, dort funktioniert die zivile Streife sehr gut.

Morgen entscheidet der Stadtrat

Sicherheitswacht für Wolfratshausen: Schongau zeigt, wie es geht

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Wolfratshausen bekommt sie womöglich, Schongau hat sie bereits: eine kleine Gruppe von engagierten Bürgern, die zum Wohle der Sicherheit in der Stadt durch die Straßen patrouilliert.

Schongau/Wolfratshausen – Andreas Czerweny, Wolfratshausens oberster Polizist, warb kürzlich im Stadtrat für die Aufstellung einer so genannten Sicherheitswacht. In seiner Sitzung an diesem Dienstag will das Gremium darüber entscheiden.

Herbert Kieweg: Schongaus Polizeichef schätzt die Arbeit der Sicherheitswacht in seinerStadt.   

„Nur gute Erfahrungen“ hat Martin Kessler mit der zivilen Streife gemacht. Der Leiter der Abteilung Bürgerservice ist im Schongauer Rathaus Ansprechpartner für die Wacht sowie für die Polizei, die das Personal dafür auswählt und ausbildet. Seit Ende Oktober 2010 geht das aus zuverlässigen und unbescholtenen Bürgern bestehende Sicherheitspersonal in der 12 000-Einwohner-Stadt Streife. Knapp ein Jahr hatte es gedauert, bis alle Voraussetzungen geschaffen waren. „Im November 2009 gab es dazu einen Grundsatzbeschluss im Stadtrat“, erinnert sich Kessler. Ende Juni 2009 war die Finanzierung geklärt, und die Zustimmung des bayerischen Innenministeriums für acht Planstellen lag vor. Bis die Straßenwächter rekrutiert und ausgebildet waren vergingen noch einmal vier Monate.

Die gesamte Organisation der Bürgerstreife – aktuell besteht sie aus einer Frau und sieben Männern – liegt bei der Polizeiinspektion Schongau. Mit der Auswahl der Kandidaten und deren Ausbildung über 40 Stunden fängt das an. „Von Recht über Psychologie bis zum Gebrauch des Funkgeräts schulen wir die Leute“, sagt Herbert Kieweg, Leiter der Schongauer Dienststelle.

Pfefferspray ist einzige „Waffe“

Denn Sicherheitswächter müssen sich mit dem Strafgesetzbuch auskennen, bevor sie Personalien kontrollieren und Platzverweise – das dürfen sie nämlich – aussprechen. Sie sollten Gespräche deeskalierend führen und sich in Notsituationen mit Pfefferspray – ihre einzige „Waffe“ – verteidigen können. Ortskenntnisse und Wissen in Erster Hilfe gehören ebenfalls zum Portfolio.

Polizeichef Kieweg ist hochzufrieden mit seinen zivilen Kollegen in der blauen Uniform, die natürlich nicht rund um die Uhr auf Streife sind. „Bei uns sind es vor allem die Freitag- und Samstagabende, Veranstaltungen oder Tage wie Silvester oder die Freinacht, an denen sie im Einsatz sind.“ Den Dienstplan erstellt die Polizei in Absprache mit den Sicherheitswächtern, denn „natürlich nehmen wir Rücksicht auf Beruf und Privates“.

In der Altstadt und auf Grillplätze im Einsatz

Einsatzgebiete sind unter anderem die Altstadt und im Sommer die diversen Grillplätze, die gerade Jugendliche gerne frequentieren. Dort habe sich die Lage „sehr entspannt“, freut sich Kieweg. „Die Streifen pflegen einen guten Kontakt zu den jungen Leuten, ich schätze ihre Arbeit sehr.“

Auch die Wächter selbst scheinen Gefallen an ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit, die mit acht Euro in der Stunde entlohnt wird, zu finden: Die Fluktuation ist gering. „Wenn jemand aufhört, dann meist deshalb, weil er wegzieht oder wegen einer beruflichen Veränderung“, sagt der 51-jährige Erste Polizeihauptkommissar. Und homogen ist die engagierte Truppe ebenfalls: Unter den sieben Schongauer Sicherheitswächtern sind eine Frau und ein Mann mit türkischen Vorfahren. Das Alter des Septetts reicht von 30 bis 60 Jahre. „Ein Spiegel der Gesellschaft“, freut sich Kieweg.

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