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Gaben den Startschuss (v. li.): Polizeipräsident Robert Kopp, Bürgermeister Klaus Heilinglechner, Wolfratshausens Polizei-Chef Andreas Czerweny, Heidemarie Schrödl von der Sicherheitswacht in Schongau, Polizeikommissar Nikolaus Hohenreiter und Polizeiobermeister Thomas Willibald.

Start frei für die „wandelnden Notrufsäulen“

Sicherheitswacht in Wolfratshausen: Bewerbungsfrist beginnt

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In 131 Städten in Bayern gibt es sie schon, nun soll sie auch in Wolfratratshausen starten: eine Sicherheitswacht. Sie besteht aus Freiwilligen, die die Polizei bei ihrer Arbeit unterstützen. Seit Montag können sich Interessierte bewerben.

Wolfratshausen – Die Sicherheitswacht sei ein Partner der Polizei, aber kein Ersatz, sagte Polizeipräsident Robert Kopp im Rahmen eines Pressegesprächs am Montag. Es gebe viele Bereiche, in denen ein Polizeieinsatz nicht unbedingt notwendig sei. Dann könne die Sicherheitswacht einspringen. Beispielsweise wenn es um Vermüllung, Vandalismus oder das Nicht-Anleinen von Hunden geht. Die „wandelnden Notrufsäulen“ könnten zudem „die gefühlte Sicherheit optimieren“. 

Ziel: Bürger zeigen Zivilcourage

Klassische Einsatzgebiete seien Grünanlagen sowie belebte Orte und Plätze. Es gebe aber auch viele weitere mögliche Bereiche. Im Umfeld von Asylbewerber-Einrichtungen könne die Sicherheitswacht für den sozialen Frieden eintreten. Ebenso denkbar sei, dass die Mitglieder bei der Suche nach einem vermissten Kind helfen oder sich um Erkrankte kümmern: „Wir haben hier positivste Erfahrungen gemacht“, betonte Kopp. Das Ziel: „Bürger treten für die Sicherheit ein, zeigen Zivicourage, schauen hin und nicht weg.“ Damit sei die Sicherheitswacht ein Vorbild für die Gesellschaft und ein wichtiges Bindeglied zwischen Bürgern und Polizei.

Die Ausbildung dauert insgesamt 40 Stunden. Vor allem Wolfratshauser Polizisten kümmern sich darum. „Das wollen wir auch so haben, weil wir so eine Nähe zu den Interessenten herstellen“, erläuterte Polizeikommissar Klaus Hohenreiter. Ein Hauptaugenmerk liege auf der Kommunikation. Um den richtigen Umgang mit der der „Kundschaft“ zu lernen, seien Rollenspiele geplant. Zur Ausbildung gehöre eine Einführung ins Strafrecht und die städtischen Verordnungen ebenso wie ein Erste-Hilfe-Kurs: „Wenn zum Beispiel ein älterer Herr einen Kreislauf-Kollaps erleidet, sollte die Sicherheitswacht sofort wissen, welche Maßnahmen man ergreifen muss“, sagte Hohenreiter. Nicht zuletzt erfahren die Mitglieder der Sicherheitswacht, wie die Technik – etwa ein Funkgerät – funktioniert.

Polizeichef Czerweny ist gespannt, wie es anläuft

„Ich würde mich freuen, wenn sich die Sicherheitswacht bei uns etabliert und durchsetzt“, sagte Bürgermeister Klaus Heilinglechner. Er sehe die Mitglieder nicht als „Hilfssheriffs“, sondern als Ansprechpartner für die Bürger, die einfach nur ihr Leid klagen wollen oder sich Sorgen um einen Nachbarn machen. Dies hält er für dringend notwendig: „Unsere Gesellschaft wird immer egoistischer, weil der Druck in der Berufswelt zunimmt. Da schaut man nicht mehr so sehr auf die Nachbarschaft.“

„Es ist ein Traum in Wolfratshausen als Polizeibeamter zu arbeiten“, sagte Dienststellenleiter Andreas Czerweny. „Wir arbeiten daran, dass es auch so bleibt.“ Er hält die Sicherheitswacht für eine „tolle Sache“ und ist nun gespannt, wie das Projekt anläuft.

Bewerbungen

Bewerbungsunterlagen für die Sicherheitswacht gibt es bei der Wolfratrshauser Polizeiinspektion unter der Telefonnummer 0 81 71/4 21 10 oder unter der E-Mail-Adresse pp-obs.wolfsratshausen.pi@polizei.bayern.de. Weitere Auskünfte gibt es auch in der Polizeiinspektion am kommenden Freitag von 15 bis 20 Uhr und am Samstag von 8 bis 13 Uhr. Die Kurse selbst werden voraussichtlich samstags und an Wochentagen abends stattfinden.

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