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Generalprobe: (v. li.) AWO-Heim-Mitarbeiterin Marzena Fleissner, Irene Jung (93), Mitarbeiterin Martina Scheibler, Monika Kieslinger (74), Mitarbeiterin Petra Maye und Anastasia Grader (95) stoßen aufs Jahr 2017 an. 

Arbeiten statt feiern

Silvester: (K)ein Tag wie jeder andere

Wolfratshausen – Als ruhig und beschaulich gilt die Zeit zwischen den Jahren. Viele Berufstätige nehmen Urlaub. Aber wenn an Silvester um Mitternacht die Korken knallen und die Böller krachen, können nicht alle fröhlich feiern: In einigen Branchen wird zum Jahreswechsel ganz normal gearbeitet.

„Silvester ist für uns wie jeder andere Wochentag“, sagt Max Strobl von der Kreisklinik Wolfratshausen. Die Nacht sei allerdings insofern besonders, weil vor allem der erste Teil „relativ ruhig verläuft, es herrscht keine Hektik“. Nach 24 Uhr ist in der Regel wieder mehr los in der Klinik am Moosbauerweg. „Dann kommen die Notfälle: Betrunkene, oder Leute, die Unfälle mit Knallkörpern hatten“, so Strobl. Schlimm sei es nicht, am Silvesterabend Dienst zu haben. „Wir planen rechtzeitig im Voraus und wechseln uns von Jahr zu Jahr ab.“

Ähnlich sieht es Uwe Schoßig von der Geretsrieder Iris-Apotheke. Er hat heuer das erste Mal an Silvester Notdienst. „In erster Linie ist es ein Dienst wie jeder andere. Das gehört halt dazu.“ Er hofft auf eine ruhige Nacht ohne außergewöhnliche Vorkommnisse. „Beim Feuerwerk schaue ich aus dem Fenster. Wir sind mit unserer Apotheke mitten in der Stadt, das muss man ausnutzen“, sagt Schoßig.

Von ruhig bis aufregend

Rund um die Uhr geöffnet hat die Aral-Tankstelle in Geretsried. „Wir feiern nicht, wir arbeiten“, berichtet Petra Grasberger auf Nachfrage unserer Zeitung. Ein Mitarbeiter halte am Nachtschalter die Stellung. In der Silvesternacht gebe es Stoßzeiten. „Vor Mitternacht wird der Vorrat fürs Feiern aufgestockt“, so Grasberger. „Um zwölf ist das Feuerwerk interessanter. Ab halb zwei kommen dann einige mit dem Taxi, um Getränkenachschub zu holen.“ Zum Neujahrsmorgen hin steige erfahrungsgemäß die Zahl der Nachtschwärmer, die einen heißen Kaffee brauchen.

Viel los ist am letzten Tag des Jahres in einer Radioredaktion. „Wir sind von 20 Uhr bis Mitternacht live – mit einer besonderen Sendung: La Boom – die Silvesterparty“, sagt Fabian Faehrmann vom Radio Alpenwelle in Bad Tölz. „Das ist ein Jahresrückblick, dazu spielen wir die großen Hits von 2016. Kurz vor Mitternacht kommt der Countdown, danach gibt’s eine Überraschung.“ Heuer muss der Redakteur zum dritten Mal in Folge Silvester arbeiten, während andere anstoßen. „Ich finde es nicht schlimm, die Silvestersendung ist eine der lustigsten im Jahr, weil viele Leute anrufen und uns quasi an ihrer Party teilhaben lassen“, meint Faehrmann. „Außerdem kann ich danach noch feiern gehen.“ Der Alpenwelle Sendebetrieb für den Rest der Nacht ist vorbereitet.

Feuerwerk vom Fenster aus

Im AWO-Seniorenzentrum in Wolfratshausen ist der ganze Tag besonders – für Bewohner und Pflegefachkräfte gleichermaßen. „Morgens machen wir die Bewohner hübsch, erinnern sie an Silvester und fragen, wie sie früher gefeiert haben“, sagt Martina Scheibler. „Nach dem Frühstück gibt es Musik, einige tanzen.“ Abends gehen nicht alle gleich zu Bett, sondern sitzen gemütlich zusammen. Im Fernsehen läuft das Silvesterprogramm. „Um zwölf Uhr wird angestoßen – mit alkoholfreiem Sekt. Danach schauen alle das Feuerwerk an“, so Scheibler. Dass sie Dienst hat, stört sie nicht, „denn wir feiern ja mit“.

Von Magdalena Höcherl

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