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Die besten Sportler der Flößerstadt (hier bei der Gala 2014) sollen auch künftig jedes Jahr ausgezeichnet werden. Diesem Vorschlag von Sportreferent Benedikt Brustmann schlossen sich die Mitglieder des Sportausschusses an. (Klick für großes Bild)

Die sportliche Leistung hat Priorität

Das sind die Neuregelungen bei der Sportlerehrung

Wolfratshausen – Die Neuregelungen für die Sportlerehrung nehmen Gestalt an. Eine Wahl in allen Kategorien soll es nicht mehr geben.

Jahrelang fristete die Sportlerehrung im Keller der Mehrzweckhalle in Farchet ein Schattendasein. Vor einigen Jahren holten der damalige Bürgermeister Helmut Forster, der inzwischen verstorbene Sportreferent Max Auer und der ehemalige Stadtrat Maurizio Faganello die Athleten auf die große Bühne: Die Sportlerehrung mutierte zu einem Gala-Abend in der Loisachhalle – mit kostenlosem Buffet und üppigem Rahmenprogramm.

Nachdem die Wolfratshauser Vereine sich 2015 mit Vorschlägen von potenziell zu ehrenden Sportlern und Mannschaften jedoch vornehm zurückgehalten hatten, wurde erste Kritik laut. Es folgte die Kostenabrechnung: Rund 30 000 Euro gab die Kommune für das Fest in der Loisachhalle aus. Zu viel, stellte die Mehrzahl der Mitglieder des Sportausschusses hinter verschlossenen Türen fest. Maximal alle zwei Jahre sollte die Gala nach ihren Vorstellungen künftig stattfinden.

Dieser Gedanke missfiel unter anderem Sportreferent Benedikt Brustmann sowie dem Boss des TSV Wolfratshausen, Alfred Barth. Nun zeichnet sich eine Kompromisslösung ab. In diesem Zusammenhang soll auch das Procedere, wer unterm Strich für welche sportliche Leistung ausgezeichnet wird, modifiziert werden. Brustmann hat ein erstes Konzept erarbeitet, das unter anderem vorsieht: Eine Wahl in allen Kategorien soll es nicht mehr geben. Der Waldramer schlägt einen Vier-Punkte-Plan vor.

Hauptkategorien

Brustmann ist es ein Dorn im Auge, dass bei den Wahlen durch die Wolfratshauser Bürger nicht die rein sportliche Leistung im Vordergrund stand. „Oft hat der Bekanntheitsgrad der Sportler die öffentliche Wahl entschieden“, berichtete Brustmanns Fraktionskollegin Dr. Ulrike Krischke in der Sitzung des Sportausschusses am Donnerstagabend. Sie hatte im Vorfeld der Sitzung mit dem Sportreferenten gesprochen, der aus beruflichen Gründen nicht an der Ausschusssitzung teilnehmen konnte.

Noch ein Punkt war den beiden Stadträten aufgefallen: „Bei der Wahl der besten Mannschaft hat oft das Team das Rennen gemacht, das mehr Mitglieder hatte.“ Möglich also, dass die Menge an Freunden, Verwandten, Arbeitskollegen und nicht zuletzt der Facebookfreunde der Sportler entscheidend war. Brustmann möchte deshalb neue Kategorien: Bronze, Silber und Gold. So könnten Sportler in der Kategorie Bronze für Erfolge bei Kreismeisterschaften geehrt werden, die gegen Bayerische (Silber) oder Deutsche Meister (Gold) bislang keine Chance hatten.

Besondere Kategorien

Brustmann regt an, auch künftig Trainer, Funktionäre und Förderer auszuzeichnen. „Als Förderer des Sports kann auch eine Mutter oder ein Vater geehrt werden, die über Jahre hinweg die Brote für Turniere geschmiert hat“, erläuterte Krischke. In Brustmanns Vorschlag heißt es wörtlich: „Die Auszeichnung erfolgt für einen persönlichen Einsatz, mit dem eine Person über Jahre hinweg Sportler und Mannschaften unterstützt hat.“

Allerdings sollen der beste Wolfratshauser Athlet und die Sportlerin des Jahres weiterhin von den Bürgern der Flößerstadt gewählt werden.

Jährliche Durchführung

Im Stadtrat wurde darüber diskutiert, ob die Sportlerehrung jährlich stattfinden soll. Brustmann spricht sich klar dafür aus. Im zweiten Quartal jedes Jahres sollen die Besten ausgezeichnet werden. „Dadurch liegt die Leistung, die geehrt wird, nicht so weit in der Vergangenheit zurück.“

Öffentliche Wirksamkeit

Die Meldefristen für die Ehrung sollen über diverse Medien und ein Anschreiben an die Vereine bekannt gemacht werden. Die Abstimmung für die Sportler und Sportlerin des Jahres soll als Online-Wahl stattfinden.

Die Mitglieder des Kulturausschusses votierten einstimmig für Brustmanns Vorschlag. Das letzte Wort hat der Stadtrat am kommenden Dienstag.

von Dominik Stallein

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