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Zimmern statt skaten: Beim Bau der neuen Rampen packte die Roll Active Initiative kräftig mit an. 

Mehr als nur ein Zeitvertreib

Skater bauen in Waldram selbst zwei neue Rampen

Ihre spektakulären Sprünge können die Skater jetzt auf zwei neuen Rampen zeigen. Die Ehrenamtlichen der Roll Active Initiative (RAI), die für die Instandhaltung des Skateparks Waldram, verantwortlich ist, haben beim Bau der Geräte selbst Hand angelegt. 

Wolfratshausen – „Wir versuchen, überall zu helfen, wo es nötig ist“, sagt RAI-Vorsitzender Maximilian Becker. Der 28-Jährige und seine Mitstreiter wollen den Park in Schuss halten. „Da gibt es immer etwas zu tun“, sagt Becker. Er und etwa 20 weitere junge Erwachsene handeln aus Idealismus: „Der Skatepark war für uns, als wir Jugendliche waren, unser zweites Zuhause.“ Bereits am alten Standort – dort, wo heute Rewe und Aldi stehen – traf sich Becker jeden Tag nach der Schule mit seinen Freunden. Bis es dunkel wurde, perfektionierten die Skater ihre Tricks und Sprünge. „Wenn man sein Hobby über Jahre so konsequent verfolgt, ist es mehr als nur ein Zeitvertreib“, so Becker.

Auch der neue Skatepark wurde für die Jungs mehr als eine Sportstätte. „Gerade deshalb wollen wir diesen Platz für uns und andere  schützen und pflegen“, erklärt der RAI-Vorsitzende seinen unermüdlichen Einsatz. Nicht nur die Pflege beschäftigt die jungen Skater. Einmal im Jahr veranstalten sie einen Skate-Contest, bei dem die Sportler ihre Tricks einem größeren Publikum zeigen können.

Finanziell sind solche Veranstaltungen ein Kraftakt. „Wir leben von der Hand in den Mund. Unsere Vereinskasse ist quasi dauerleer“, so Becker. Das liegt auch daran, dass die RAI nicht versucht, Gewinne mit ihren Veranstaltungen zu erzielen. „Unser Ziel ist es immer bloß, kein Minus zu erwirtschaften.“ Das ehrenamtliche Engagement wäre ohne Zuschüsse des Kinder- und Jugendfördervereins (KJFV) sowie des Kreisjugendrings undenkbar. Die Stadt Wolfratshausen half den Jugendlichen dabei, die beiden neuen Rampen zu finanzieren. „Das restliche Geld wurde vom KJFV übernommen“, sagt der RAI-Chef. Er hofft, dass die neuen Geräte gut angenommen werden. Die Vorzeichen stehen günstig: „Es war ein paar Jahre weniger los und lief schleppend im Park. Momentan floriert es aber geradezu, und es kommen wieder viele Skater in allen Altersklassen von acht bis 35 Jahre.“

Gerade die jungen Nutzer des Skateparks liegen den Ehrenamtlichen am Herzen. Becker: „Wir wollen diesen Platz, der für uns so bedeutsam ist, in Top-Zustand halten, um ihn dann irgendwann leichten Herzens weitergeben zu können.“ Dafür ist schon die nächste Neuerung geplant. „Wir wollen eine Spendenaktion initiieren, um neue Flutlichter anschaffen zu können“, kündigt Becker an. Eine Beleuchtung hatten sich einige junge Wolfratshauser beim ersten Jugendforum der Stadt im vergangenen Jahr gewünscht. Wenn die Flutlichtanlage installiert ist, könnten die Jugendlichen am Wochenende auch noch skaten, wenn es dunkel ist – und müssten nicht, wie der RAI-Vorsitzende einst, nach Hause gehen.

dst

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