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Von der „Summer-Kathi“ und der ersten Jeans: Josef Brustmann (li.) plauderte am Loisachufer aus dem Nähkästchen. Ardhi Engl bereicherte den Abend mit Klängen, die er seiner Kleiderbügelharfe entlockt e.

Weit gereist, tief verwurzelt

So beeindruckten Josef Brustmann und Ardhi Engl beim Flussfestival

Bayerischer Humor und asiatische Klänge: Diese außergewöhnliche Mischung brachten Josef Brustmann und Ardhi Engl beim Flussfestival auf die Loisachbühne. 

Wolfratshausen Nasenflöte, Reisealphorn und Kleiderbügelharfe: Mit diesen außergewöhnlichen Instrumenten hat Ardhi Engl am Donnerstag gemeinsam mit Josef Brustmann das Flussfestival-Publikum begeistert. Engl eröffnete den musikalisch-kabarettistischen Abend mit Klängen seines selbst gebauten „Stangerlbasses“. Brustmann sang dazu in seiner „Geschwistersprache“ – und musste einzelne Worte für die Zuhörer übersetzen: „Zeise ist der Zeisig“ und „Loise ist der Alois, das ist mein Bruder, und der hockt heute in der fünften Reihe“. Die wenigen leeren Plätze auf den hinteren Bänken nahm Brustmann gelassen: „Ardhi und ich hatten schon Auftritte, da waren wir dem Publikum zahlenmäßig überlegen“.

Wurzeln von Mähren bis Sumatra

Brustmann und Engl, deren Wurzeln nach eigener Aussage von Mähren bis Sumatra reichen, lernten sich zufällig beim Käsefestival in Bad Tölz kennen. Brustmann plauderte am Donnerstag am Loisachufer aus seiner Kindheit in Waldram, seinen ersten Zitherstunden, in denen der Lehrer nur „scharf“ auf seine Schwester gewesen sei, und vom „Heinze mit seinem Keyboard“, neben dem er mit seiner Zither als „völlig out“ galt. Auch seiner Jugendliebe, der „Summer-Kathi“, die beim Küssen immer summte, widmete er ein Lied.

Der Kabarettist berichtete dem Publikum von seiner ersten Jeans, mit der er Weihnachten 1968 in die Badewanne voller Weihnachtskarpfen hüpfte. Die Begeisterung seiner Mutter für die modernen Beinkleider hielt sich in Grenzen: „Die Mama hat dem Wort ,Blue Jeans‘ nicht getraut. Sie sagte immer: ,Du Josef, ich hab’ Dir Deine blaue Blue-Jeans-Hose gebügelt“ – inklusive Bügelfalte.

Das Publikum war begeistert von den außergewöhnlichen Klängen, die Brustmann und Engl zum Besten gaben.

Engl stimmte die „Ballade für die Kleiderbügelharfe“ an. „Das ist so dämlich, dass ich es jetzt unbedingt vortragen muss.“ So schallte es quer über den Fluss: „Ich hab’ mir einen Kleiderbügel gekauft – bin extra in ein Geschäft gegangen und hab’ die Verkäuferin gefragt: Haben Sie einen Kleiderbügel? – Ja, hab’ ich, und zwar den da.“ Zur optischen Untermalung des Klassikers „Across the Universe“ mit Zither und dem vietnamesischen Instrument Dan Bau stellte Brustmann eine kleine Discokugel auf seinen Tisch.

Musikalische Ausflüge nach Italien und Spanien

Während des Programms entführte das Duo das Publikum auch nach Italien und Spanien. Dafür griff Engl zu dem „heimlichen spanischen Nationalinstrument“, der Nasenflöte. Mit einer Halterung befestigte er die Flöte im Gesicht, um beide Hände für die Gitarre frei zu haben. „Schaut zugegeben ein bisschen blöd aus, aber ich seh’s ja nicht.“

Auf das übliche Zugaberitual vieler Künstler, die Bühne erst zu verlassen, um dann unter kräftigen Beifall zurückzukehren, verzichtete das Duo: „Mia bleiben glei do, mia sparn uns des jetzt.“ Brustmann und Engl setzten mit dem Reisealphorn und der Nasenflöte einen Schlusspunkt unter ihr Gastspiel – während das Publikum mit (Handy-) Taschenlampen winkte. 

Melanie Ertl

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