Eine Statistik.
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Wie sehen die Nachbarn die Stadt Wolfratshausen? Zum Dachmarkenprozess gehört eine sogenannte Fremdimage-Analyse. Gut 210 Ickinger, Eglinger, Geretsrieder, Tölzer und Starnberger beteiligten sich an der Umfrage.

Nachbarn haben Wolfratshausen bewertet

So denken die Nachbarn über Wolfratshausen: Das sagt der Stadtmanager zum Ergebnis

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Welche Schulnote geben die Nachbarn Wolfratshausen? Jetzt ordnen Bürgermeister und Stadtmanager das wenig schmeichelhafte Ergebnis ein.

Wolfratshausen – Die sogenannte Fremdimage-Analyse, ein Baustein im Dachmarkenprozess, der seit 2019 läuft, ist wenig schmeichelhaft ausgefallen. Bürgermeister Klaus Heilinglechner und Stadtmanager Dr. Stefan Werner bewerten das Ergebnis nach der Berichterstattung unserer Zeitung in einer Pressemitteilung als „sehr differenziert und konstruktiv“. Sie räumen „kritische Töne bezüglich der Außenwahrnehmung unserer Stadt“ ein. Auf der anderen Seite sei aber „deutlich erkennbar“, dass „unsere Kernmarke ,Internationale Flößerstadt‘ wahrgenommen wird und zu funktionieren scheint“.

Es lässt sich bereits jetzt erkennen, dass die Ergebnisse sehr differenziert und konstruktiv sind.“

Dr. Stefan Werner, Stadtmanager

Per Zufallsstichprobe waren für die Umfrage im Spätsommer vergangenen Jahres 1200 Haushalte aus Icking, Egling, Geretsried, Bad Tölz und Starnberg aus dem Telefonbuch ausgewählt worden. Etwas mehr als 210 Antworten kehrten ins Rathaus zurück. Das Stadtbild, Wolfratshausen als Wirtschaftsstandort, die Kommunalpolitik: Die Nachbarn sparten nicht mit (subjektiver) Kritik. Aber: „Auch die herausgehobene Bedeutung unserer Stadt in unterschiedlichen Bereichen und positive Qualitäten waren deutlich zu erkennen“, betont Stadtmanager Werner, ohne dabei ins Detail zu gehen. Dazu muss man wissen: Die Fremdimage-Analyse, die unserer Zeitung vorliegt, wird im Rathaus unter Verschluss gehalten.

Im Juni soll ein „Markenbuch“ präsentiert werden

Werner legt Wert auf die Feststellung, dass sie nur ein kleiner Stein des großen Mosaiks ist: „Aktuell wertet das Institut für Stadt- und Regionalmanagement die Delphi-Befragung und alle Teilergebnisse im Gesamtzusammenhang aus, um einen ersten Entwurf für ein mögliches Positionierungskonzept zu erstellen.“ In einem nicht öffentlichen Präsenzworkshop werde der Erstentwurf „besprochen und validiert“. Das Ergebnis soll ein „Markenbuch“ sein, das Werner voraussichtlich in der Juni-Sitzung des Stadtrats öffentlich präsentiert.

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Bürgermeister Heilinglechner und Stadtmanager Werner stellen nicht in Abrede, dass die Befragung der Nicht-Wolfratshauser gezeigt habe, „dass wir uns in Teilbereichen auch noch verbessern können“. Man habe „viele konstruktive Ansatzpunkte gesammelt, wie existierende Potenziale und Qualitäten von Wolfratshausen weiter gestärkt und Verbesserungen erzielt werden können“. (cce)

„Ergebnisse müssen im Gesamtzusammenhang interpretiert werden“

Stadtmanager Dr. Stefan Werner möchte sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht im Detail zur Fremdimage-Analyse äußern. „Der Dachmarkenprozess ist ein wichtiger Baustein, um die Schwerpunkte in der Markenkommunikation in Zukunft richtig zu setzen und die Leistungsträger in unserer Stadt dabei mit einzubeziehen. Ein möglichst klares Markenprofil setzt positive Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung unserer Standortgemeinschaft“, erklärt Werner auf Nachfrage unserer Zeitung per E-Mail.

Der Dachmarkenprozess sei noch nicht abgeschlossen, und die unserer Redaktion vorliegenden Unterlagen seien „nur ein Input unter vielen“. Der Stadtmanager betont, dass „der Prozess momentan nicht öffentlich im vertraulichen Kreise einer Markengruppe von zirka 50 Personen geführt wird“. Erst wenn alle Teilergebnisse zu einem Großen und Ganzen zusammengefügt seien, werde „das finale Ergebnis öffentlich bekannt gegeben“. Sofern es die Corona-Pandemie zulasse, im Juni.

Aus Sicht des Stadtmanagers ist es nicht zielführend, Zwischenergebnisse isoliert zu betrachten. „Alle Einzelergebnisse aus den Markenworkshops, der Eigenimage-Analyse, der Wettbewerbs-Analyse, der Fremdimage-Befragung und der Delphi-Befragung müssen am Ende im Gesamtzusammenhang interpretiert werden“, so Werner. Derzeit werde die Delphi-Befragung ausgewertet. Die besteht aus zwei Teilen: Der Befragung von Bürgern in umliegenden Städten und Gemeinden – und der Meinung lokaler „Expertinnen und Experten“. Dazu zählen die drei Bürgermeister, Stadträte, die Vorsitzenden von Unternehmervereinigung und Werbekreis, Vertreter des örtlichen Einzelhandels und der Gastronomie, Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie Vorsitzende diverser Wolfratshauser Vereine. Unterm Strich eben die von Werner erwähnten 50 Personen.

Nur so viel lässt sich Wolfratshausens Stadtmanager derzeit: Die Ergebnisse der Delphi-Befragung „scheinen grundsätzlich sehr konstruktiv und differenziert zu sein. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir die Ergebnisse sehr gut für die Finalisierung des Dachmarkenkonzepts nutzen können“. (cce)

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