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„Eine Katastrophe“ nennt WGV-Geschäftsführer Reiner Späth die Situation an den ehemaligen Wertstoffinseln (links an der Jahnstraße in Geretsried und rechts an der Südschule in Bad Tölz). Obwohl die Gitterboxen längst abgebaut sind, häuft sich dort der Müll.

Nach Einführung der Verpackungstonne

So ein Dreck: An den früheren Wertstoffinseln häufen sich die Müllberge 

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Seit Ende letzten Jahres sind die Wertstoffinseln im Landkreis Geschichte: Verpackungsmaterial gehört jetzt in die Gelbe Tonne. Leider hält sich noch nicht jeder daran.

Bad Tölz-Wolfratshausen –„Eine Sauerei ist das“, schimpft Manfred Zellner. „Langsam müssten die Leute doch kapiert haben, dass das Zeug jetzt in die Gelbe Tonne gehört.“ Um sein Altglas in die Container an der Geretsrieder Jahnstraße zu werfen, muss der Rentner über haufenweise leere Joghurtbecher, Waschmittelflaschen und Tüten voller Plastikfolien steigen. Direkt gegenüber waren bis Ende Dezember die gelben Gitterboxen der Wertstoffinsel gestanden. Seitdem diese im Zuge der Umstellung auf die Gelbe Tonne abgebaut wurden, stapeln sich die Verpackungsabfälle am Altglascontainer.

WGV: „Eine Katastrophe“

Reiner Späth Geschäftsführer der WGV Quarzbichl

So ähnlich sieht es im Moment an den meisten ehemaligen Wertstoffinseln im Landkreis aus. „Eine Katastrophe“, sagt Reiner Späth, Geschäftsleiter der Wertstoffgewinnungs- und Vermarktungsgesellschaft (WGV) Quarzbichl. Mitarbeiter der WGV und der Bauhöfe sind derzeit damit beschäftigt, das Chaos in den Griff zu bekommen und die illegalen Abfälle zu entsorgen. Das geht auf Kosten der Allgemeinheit.

Insgesamt ist Späth nach knapp zwei Wochen aber durchaus zufrieden mit der Einführung der Gelben Tonne. Bei den ersten Leerungen, die am 2. Januar begannen, habe „das Material gut ausgeschaut“. Zwar fungiert die WGV nur als Umschlaghof, wo der Verpackungsmüll auf Großcontainer geladen, abgeholt und zu riesigen Sortieranlagen im Erdinger Moos und anderswo gefahren wird. Ein prüfender Blick auf die angelieferten Tonneninhalte habe jedoch gezeigt: „Es ist nur wenig drin, was nicht hineingehört“ – etwa Glasflaschen oder reine Papierschachteln.

Eingewöhnungsphase wurde einkalkuliert 

Dass die Umstellung nicht ohne eine gewisse Eingewöhnungsphase über die Bühne geht, hatte Späth schon einkalkuliert: „Jetzt müssen wir halt schauen, wie es sich entwickelt. Irgendwann wird auch der Letzte das neue System verstanden haben.“ Das Problem: „Viele haben die Gelbe Tonne zunächst abbestellt und merken jetzt erst, dass sie doch eine brauchen“, erklärt der WGV-Leiter. Zudem hätten die knapp 35.000 ausgelieferten Tonnen oft nicht die richtige Dimension, da sich die damit beauftragte Firma Lachner aus Moosburg nur an der Größe der Papiertonnen orientieren konnte. Bis alle nachbestellten und umgetauschten Behälter verteilt seien, dauere es noch etwas.

„Eine Katastrophe“ nennt WGV-Geschäftsführer Reiner Späth die Situation an den ehemaligen Wertstoffinseln (links an der Jahnstraße in Geretsried und rechts an der Südschule in Bad Tölz). Obwohl die Gitterboxen längst abgebaut sind, häuft sich dort der Müll.

Doch auch wer noch auf seine Gelbe Tonne wartet oder sie schon vor dem Abholungstag bis an den Rand gefüllt hat, muss seinen Verpackungsmüll nicht an den nicht mehr vorhandenen Wertstoffinseln deponieren. „Bis Ende des Jahres bleiben Reserveannahmen in allen Wertstoffhöfen bestehen“, erklärt Späth. Danach kann man Verpackungsmaterial nur noch in den Wertstoffhöfen in Geretsried am Malvenweg, in Wolfratshausen, Bad Tölz, Quarzbichl und im Entsorgungszentrum Am Vorberg in Greiling loswerden.

Diese Möglichkeit ist laut WGV aber nur für Kunden gedacht, die in beengten Altstadtbereichen wohnen, wo kein Abstellplatz für eine zusätzliche Tonne vorhanden ist, oder die kurzfristig mehr Müll als gewöhnlich haben. Denn: „Zwei Sammelsysteme parallel zu fahren, macht keinen Sinn“, sagt Abfallexperte Späth: „Und die Verpackungstonne ist für den Kunden doch die bequemste Lösung.“

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