Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

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Fleckerlteppich in der Waldramer Aula: Wegen der Corona-Pandemie saße n die Familienverbunde bei der Abi-Feier mit großem Abstand voneinander entfernt. 

Maskenpflicht statt Abistreich

So lief die Abifeier in St. Matthias in Waldram

Eine Abifeier wie nie zuvor fand am Freitag in Waldram statt. 19 Absolventen erhielten ihr Zeugnis unter ganz besonderen Umständen. 

Wolfratshausen – Abiturverleihungen folgen in der Regel immer demselben Drehbuch: Absolventen, Eltern und Geschwistern drängen sich mit Lehrkräften und Schulpersonal in eine prall gefüllte Aula, um einem einstündigen Reigen aus Danksagungen, Festreden und Musik zu folgen. Hände werden geschüttelt und Kameraden umarmt, bevor die privaten Feiern beginnen können.

Doch in Zeiten von Corona ist alles anders: Wegen der Pandemie wurden im Waldramer Gymnasium St. Matthias jegliche Kontakte vermieden. Die Aula glich am Freitag einem Fleckerlteppich, weil einzelne Familienverbunde große Abstände zueinander einhalten mussten. Masken gehörten zum Dresscode wie Hemd und Dirndl. „Wir mussten in der Aula ein bisschen improvisieren, um alle unterzukriegen“, erklärte Stiftungsdirektor Prof. Dr. Joachim Burkard. Den feierlichen Rahmen, in dem die Schüler mit ihren Abiturzeugnissen in die neu gewonnene Freiheit entlassen werden, wollten sich die Waldramer aber nicht nehmen lassen, schließlich sei das ein wichtiger Anlass, „den man begehen muss“.

Corona lehrt: Das Leben ist unvorhersehbar

„Ein Meilenstein ist jetzt geschafft, der uns Mut und Kraft für künftige Prüfungen geben wird“, betonte eine Schülerin während des kurzen Dankgottesdiensts, in dem die jungen Damen und Herren auf ihre Schulzeit zurück- und in ihre Zukunft vorausblickten. An einer Leine befestigten die Abiturienten Erinnerungen an die vergangenen Jahre. Daran hing beispielsweise eine Tänzerinnenfigur aus Holz für die gemeinsamen Abende, ein T-Shirt aus der italienischen Stadt Sorrent in Anlehnung an eine Reise – und eine Maske: „Statt Abistreich gab’s für uns Homeschooling und Maskenpflicht“, erklärte eine Schülerin. „Corona hat bei uns für viel Aufregung gesorgt“ und habe daran erinnert, „wie unvorhersehbar das Leben manchmal ist“.

Nützlichkeit ist nicht alles, sagt der Direktor

Aller Aufregung zum Trotz: 19 Absolventen bekamen am Freitag das langersehnte Abiturzeugnis. „Die, die hier den Abschluss geschafft haben, sind andere als die, die hier vor einigen Jahren angefangen haben“, betonte die Jahrgangsbeste Donja Sockara in der Ansprache der Abiturienten. „Wir sind erwachsen geworden“, fügte Benedikt Schumann hinzu, „oder zumindest volljährig“. Die „Werkzeuge, die man uns das ganze Leben lang gegeben hat“, wollen die Absolventen nun nutzen, „um unsere eigenen Wege zu bauen“, sagte Sockara. „Und wir sitzen jetzt am Steuer.“

Die neue Selbstverantwortung unterstrichen die Schüler mit ihrem Abi-Motto: „Die Marionetten verlassen das Theater.“ Für Schulleiter Ralf Wiechmann ein „performativer Widerspruch“, also eine Selbstbeschreibung, die nicht zum Verhalten der Schüler passt: „Mit ihrer Kritik treffen sie zwar ins Schwarze“, räumte er ein. „Aber mit ihrer Fähigkeit, diese Kritik zu üben und der ironischen Selbstkritik, mit der sie das tun, beweisen sie, dass sie so weit weg davon sind, Marionetten zu sein, wie es nur möglich ist.“

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Schulleiter Wiechmann gab den Absolventen den guten Rat mit auf den Weg, nicht immer das zu tun, was ihnen am nützlichsten erscheint. „Tun sie das, was sie interessiert. Denn wenn sie etwas wirklich interessiert, dann gibt es nichts, was nützlicher sein könnte.“ Dominik Stallein 

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