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Letzte Ruhestätte: Die Kapelle der Hallerangeralm im Karwendel, unterhalb des Lafatscher. 

Begründer des Traumpfads von München nach Venedig

Er ruht jetzt an seinem Lieblingsort: So lief die Beisetzung von Alpinist Ludwig Graßler

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Die Bestürzung war groß, als die Bergsteigerszene vom Tod von Ludwig Graßler erfahren hat. Jetzt wurde er an seinem Lieblingsplatz im Karwendel beigesetzt. 

Der gebürtige Amberger Ludwig Graßler erkundete den Traumpfad von München nach Venedig, den jedes Jahr an die 1000 Wanderer gehen. 

Wolfratshausen – Vor wenigen Wochen ist der große Alpinist Ludwig Graßler, Begründer des Traumpfads von München nach Venedig, in seinem Haus in Waldram im Alter von 94 Jahren verstorben. Jetzt hat er seine letzte Ruhestätte gefunden. An der Hallerangeralm im Karwendel auf 1769 Metern Höhe wurde am 17. September seine Urne im kleinen Kreis von Freunden in der Kapelle der Alm beigesetzt. „Hier war sein Lieblingsplatz auf der Tour, und er war oft bei uns“, erzählt Julia Schallhart, Tochter der Wirtsfamilie. Dass er hier und nirgends anders beigesetzt wird, hatte Graßler persönlich von langer Hand geplant. Er ist der erste und einzige Bergsteiger, der bislang seinen Platz in der Kapelle unterhalb des Lafatschers, ganz nahe am Isarursprung, gefunden hat.

Zu diesem Anlass spielten auch die Werdenfelser Alphornbläserinnen. „Es waren drei Eigenkompositionen“, erzählt Leiterin Elisabeth-Heilmann-Reimche. Außerdem wurden vom Band Panflöten-Melodien eingespielt. Was allgemein nicht bekannt ist: Graßler spielte für sein Leben gern Panflöte und hatte immer eine im Rucksack dabei. Ein Geistlicher war nicht vor Ort. „Er war auf seine Weise religiös, aber nicht im Sinne der Amtskirche“, erzählt sein langjähriger Freund Konrad Fischer. So steht unter seinem Sterbebild der Satz: „Viele Wege führen zu Gott, der schönste über die Berge.“ 

Lesen Sie auch: Wolfratshausen trauert um Ludwig Graßler 

Eine besondere Erinnerung an den großen Wolfratshauser Alpinisten Ludwig Graßler bewahrt das Stadtarchiv auf: Eine 2,60 Meter lange Panoramakarte der Ostalpen, die über seinem Bett hing, weil er nach eigener Aussage etwas Schönes sehen wollte, wenn er morgens aufstand. „Er hat sie uns geschenkt, als er kurz vor seinem Tod von Farchet nach Waldram gezogen ist“, erzählt Archivar Simon Kalleder. „In der neuen Wohnung hatte er keinen Platz mehr.“

Alpenglühen, buchstäblich: Ludwig Graßler hat dem Stadtarchiv, geleitet von Simon Kalleder, ein 2,60 Meter langes Alpenpanorama hinterlassen. Man kann es beleuchten – dann erscheinen die Namen der Gipfel. 

Auch im Stadtarchiv fand sich nicht so ohne Weiteres eine Fläche, die groß genug war, es brauchte erst kleinere Umbauarbeiten. Jetzt hängt die Ansicht von den Ammergauer Alpen links bis zum Piz Bernina rechts in jenem Zimmer, in dem die Ehrenamtlichen arbeiten. Es handelt sich, wie ein spiegelverkehrter Vermerk unten links ausweist, um ein Werk des bekannten Luftbildfotografen Franz Thorbecke (1922-2011). Dieses hat irgendwann ein Schreiner mit einem Holzrahmen versehen. Das Besondere: Wenn man das Licht anmacht, erscheinen die Namen der Gipfel. „Die Mitarbeiter haben ihre Freude daran“, erzählt Kalleder.

Die Beisetzung von Ludwig Graßler im Video:

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