Schulkind mit Federmäppchen.
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Mit Federmäppchen und Maske: Die erste Schulwoche verlief im Nordlandkreis relativ problemlos.

Die meisten sehen das Ende der Maskenpflicht herbei

So lief der Schulstart nach den Sommerferien

Die zweite Schulwoche unter Corona-Hygienemaßnahmen ist angelaufen. Schulleiter aller Schularten berichten von einem unproblematischen Start. Die meisten sehnen jedoch das Ende der Maskenpflicht herbei. Sie soll Ende dieser Woche aufgehoben werden, falls es die Infektionszahlen zulassen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Bereits in den Sommerferien hat sich die Schulfamilie am Ickinger Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium zusammengesetzt, um über das von der Bayerischen Staatsregierung vorgeschriebene Hygienekonzept zu diskutieren. „Wir haben neben den Lehrern auch Elternvertreter und Schülersprecher einbezogen“, sagt Direktorin Astrid Barbeau. Sie berichtet, dass der Schulstart „harmonisch und völlig problemlos“ verlaufen sei.

Die Jugendlichen hätten sich nach der langen, coronabedingten Zwangspause vom normalen Unterrichtsbetrieb und nach den Sommerferien wieder richtig aufs Gymnasium gefreut. Barbeau: „Es war auch für mich ein wunderschönes Bild, als sie alle hereinströmten.“ In den vergangenen Tagen hätten sich die Schüler äußerst vernünftig verhalten, ob beim Anstehen in der Schlange in der Mensa mit ausreichend Abstand, beim Masketragen oder beim regelmäßigen Händewaschen.

Nach der coronabedingten Zwangspause: Schüler verhalten sich äußerst vernünftig

Peter Wandinger, stellvertretender Schulleiter der Isar-Loisach-Realschule in Wolfratshausen, ist froh, dass das Wetter in der ersten Woche mitgespielt hat. Dadurch hätten die rund 600 Mädchen und Buben aufgeteilt auf zwei Gruppen die Pausen auf dem Schulhof verbringen können.

Möglichst viel draußen an der frischen Luft sollen sie sich nach Auskunft des Konrektors auch künftig aufhalten, denn auf den Treppen und in den Gängen sei es mit dem Abstandhalten oft nicht so einfach. „Wir haben den Eltern schon per Elternbrief mitgeteilt, dass die Kinder sich warm anziehen sollen“, sagt Wandinger.

Insgesamt lobt er seine Schützlinge: Die Hygieneregeln würden von allen Altersgruppen erstaunlich diszipliniert umgesetzt – auch weil die meisten wohl froh seien über das Ende des doch recht einsamen „Home-Schooling“. An der Isar-Loisach-Realschule wurde der irreführende Begriff des „social distancing“ deshalb auch durch „physical distancing“ ersetzt.

Ich bewundere wirklich, wie brav die Kinder die Regeln einhalten.

Susanne Falkenhahn, Leiterin der Dietramszeller Grund-und Mittelschule

Mit der bayernweiten Maskenpflicht ab der fünften Klasse, die voraussichtlich bis 18. September gelten soll, tun sich vor allem die Jüngeren schwer. Das berichtet Susanne Falkenhahn, Leiterin der Dietramszeller Grund- und Mittelschule: „Jetzt in der zweiten Woche merkt man das.“ Obwohl die Fenster dank der warmen Temperaturen die ganze Zeit geöffnet seien, schlage sich das eingeschränkte Atmen auf die Konzentration nieder.

„Ich bewundere wirklich, wie brav die Kinder die Regeln einhalten“, sagt Falkenhahn. Was sie am Montag festgestellt habe, sei, dass es auffallend viele Krankmeldungen gegeben habe. Die Eltern würden sich wohl an die Vorgabe halten, ihren Nachwuchs beim kleinsten Husten oder Unwohlsein vorsichtshalber lieber zuhause zu lassen.

Die Grundschüler in Bayern müssen zwar keine Mund-Nase-Bedeckung im Unterricht tragen, beim Kommen und Gehen sowie auf den Gängen ist der Schutz jedoch vorgeschrieben. Auch die übrigen Regeln wie häufiges Händewaschen und Abstandhalten gelten für sie. Letzteres vergessen Sechs- bis Zehnjährige schon mal gerne. Doch Monika Bauer, Rektorin der Isardamm-Grundschule, ist positiv überrascht, wie gut alles klappt.

Wichtig sei an Grundschulen, dass sich die Schüler verschiedener Klassen nicht untereinander mischten, erklärt Bauer. Das werde unter anderem durch klassenweise Pausen gewährleistet. Die Eltern gingen vorsichtig mit der Situation um, seien aber nicht überängstlich, hat die Schulleiterin festgestellt. Der erste Schultag für die neuen ABC-Schützen, der in den Klassenzimmern stattfand, sei harmonisch und im kleinen Rahmen feierlich abgelaufen.

Wichtig ist, dass Schüler aus unterschiedlichen Klassen sich nicht mischen

An den freiwilligen Reihentests auf das Coronavirus nahmen laut Aussage der befragten Schulleiter fast alle Lehrer an den jeweiligen Schulen teil. Am Ickinger Gymnasium waren sie am Montag vorgenommen worden. „Keiner der Teilnehmer hatte ein positives Ergebnis“, zeigt sich Astrid Barbeau erleichtert. An der Wolfratshauser Realschule unterzogen sich laut Peter Wandiger ebenfalls fast sämtliche Lehrer sowie die Verwaltungskräfte und der Hausmeister den Tests. Einige hätten sich privat untersuchen lassen. Die Ergebnisse hätten vor dem ersten Schultag vorgelegen. „Das ging wirklich schnell“, sagt Wandinger.

Wie berichtet war am Geretsrieder Gymnasium vor dem Schulstart am vergangenen Dienstag eine Mitarbeiterin des Sekretariats positiv auf Covid-19 getestet worden. Sie und drei weitere Kontaktpersonen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Wie es aktuell am Gymnasium aussieht, war von Direktor Christoph Strödecke am Montag nicht zu erfahren.

tal

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