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Die alte Floßlände in Wolfratshausen erstrahlte am Samstagabend weiß.

Picknick mit Stil am Loisachufer

So war das erste „White Dinner“ in Wolfratshausen

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Das erste „Dinner en Blanc“ an der alten Floßlände zog rund 400 Teilnehmer aus dem ganzen Umland an. Ganz in Weiß wurde mit Stil und Eleganz am Loisachufer gespeist. Für den musikalischen Rahmen sorgte Dr. Peter Wegele, Lehrer an der Musikschule Geretsried, am Klavier. Swing, Sommerfeeling, Sonnenuntergang – mehr Feierlaune geht nicht.

„White Dinner“ an der Wolfratshauser Floßlände: Die schönsten Fotos

Wolfratshausen –  Es war kein spontaner Flashmob an einem besonders schönen Platz, wie in München, der sich gespenstisch formiert und sich wieder wie ein Spuk auflöst. Seit acht Jahren gibt es das „White Dinner“ in der Landeshauptstadt, bewusst ohne offizielle Erlaubnis, um friedlich auf die ausnahmslose Genehmigungspflicht von Straßenfesten hinzuweisen. In Wolfratshausen hatte alles seine Ordnung, erklärte Ingrid Schnaller, Vorsitzende des Wolfratshauser Werbekreises, die gemeinsam mit Hans-Werner Kuhlmann (Vorsitzender vom Verein Lebendige Altstadt) den Abend organisiert hatte. Finanziert wurde das Event zur Hälfte über den Innenstadtfond und zur Hälfte von den beiden Vereinen. Es sei ein riesiger Erfolg, schon allein wegen des herrlichen Wetters, schwärmte Schnaller, die im raffinierten Spitzenkleid, später am Abend als leuchtende Qualle mit LED-Tentakeln an einem transparenten Regenschirm durchs Publikum schlenderte.

Wurst, Käse, Brot und Weintrauben: Beim ersten „White Dinner“ in Wolfratshausen wurde ordentlich aufgetischt. Die 400 Teilnehmer genossen die stimmungsvolle Atmosphäre an der alten Floßlände. 

Hauptsache auffallen und aufbrezeln mit Stil und Extravaganz: Auch Kulturreferent Alfred Fraas hatte sich ausnahmsweise in einen weißen Kaftan gewagt. Kultur sei schließlich nicht auf Wolfratshausen begrenzt, so sein Statement für Multikultur. Vielleicht hatte Bürgermeister Klaus Heilinglechner nichts Weißes anzuziehen. Er war jedenfalls nicht gekommen. Alle anderen waren überpünktlich. Sie hatten Picknickkörbe mitgebracht und deckten stilvoll ihre reservierten Tische, die sich im Halbkreis an den Uferhang schmiegten. Weiße Kerzen, weiße Rosen, weißes Geschirr: Farbe kam an diesem Abend nicht auf den Tisch, nur als buntes Lichtspiel in die Bäume. Dafür hatte der Kulturreferent gesorgt.

„Kann es einen schöneren Ort geben, als auf einer Wiese zwischen Wasser und Wald?“, schwärmte die Altbürgermeisterin von Geretsried, Cornelia Irmer, die gerade ihren Tisch mediterran mit einer leuchtenden Muschelkette dekorierte. Franz Mentel trug einen weißen Stetson. Er war mit Frau Annelies und Freunden aus Lenggries in die Flößerstadt gekommen: „Meine Frau hat davon gelesen und sofort reserviert.“

Ohne Werbemaßnahmen waren die 50 Tische á acht Personen nach drei Tagen bereits ausgebucht, bestätigte Schnaller. Einen davon konnte eine Damengruppe aus Wolfratshausen ergattern. Die Damen schlemmten Käse von der Etagere. „Es ist doch herrlich hier“, fanden sie unisono. Auch der einheimische Robert Krambacher mit Frau, Schwiegermutter und süditalienischem Freund genoss die Atmosphäre bei einem edlen Tropfen aus klassisch mundgeblasenem Glas. Natürlich gab es Weißwein. Das versteht sich von selbst. Um Punkt 23 Uhr endete das Dinner. Alfred Fraas meinte: „Das könnten wir öfters machen.“

Andrea Weber

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