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Ansprechpartnerinnen für Schüler und Lehrer: die drei neuen Sozialarbeiterinnen (v. li.) Femke Hardt (Tölz), Iris Diehl (Wolfratshausen) und Angela Heim (Geretsried).

Neu in Wolfratshausen, Geretsried und Bad Tölz

Sozialarbeit jetzt auch an Realschulen

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Bad Tölz-Wolfratshausen – Ein runder, roter Teppich, die Stühle mit buntem Samtstoff überzogen, Teeduft in der Luft: Das Büro von Femke Hardt strahlt Gemütlichkeit aus: „Der Raum hat bewusst gar nichts mit Schule zu tun“, sagt die 37-Jährige. „Aber mir rennen die Schüler die Bude ein.“

Die Jugendlichen sind neugierig: Was macht diese Frau, die offensichtlich keine Lehrerin ist, hier?

Hardt ist seit diesem Schuljahr als Sozialarbeiterin an der Realschule in Tölz tätig, ebenso wie Angela Heim in Geretsried und Iris Diehl in Wolfratshausen. Die Kosten für die drei 19,5-Stunden-Stellen trägt der Landkreis zu 90 Prozent. Die restlichen zehn kommen von den Trägern, der Kolping Bildungsagentur für Tölz, dem Jugendförderverein Wolfratshausen und dem Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit Geretsried. Der Leiter des Kreisjugendamts, Ulrich Reiner, berichtete im gestrigen Pressegespräch: „Die Schulleiter haben uns gemeldet, dass es großen Bedarf gibt.“ Reiner stellte die Maßnahme in den Kontext der sozialräumlichen Jugendhilfe, die der Landkreis seit fünf Jahren betreibe. Das Konzept will Kinder und Familien als Experten ihrer eigenen Lebenslage verstehen und aktivierende Hilfe zur Selbsthilfe geben, statt bloße behördliche Leistung zu sein, die man aufgezwängt bekommt. „In Großstädten ist das üblich, sonst aber sehr selten“, so Reiner.

Der Landkreis möchte mit den drei neuen Sozialarbeiterinnen der „Vollversorgung“ näher kommen. Nun arbeiten 23 sozialpädagogische Fachkräfte an 19 Schulen. 20 Stellen werden über das freistaatliche Programm „Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS)“ gefördert: an den Berufsschulstandorten in Tölz und Wolfratshausen, den Förderzentren in Tölz und Geretsried, zwei Tölzer und drei Geretsrieder Grundschulen sowie den Mittelschulen in Tölz, Wolfratshausen, Geretsried, Lenggries, Königsdorf und Benediktbeuern. Während die Gymnasien aus eigenen Mitteln für Sozialarbeit sorgen könnten, seien die Realschulen „übrig geblieben“, wie der Dritte Landrat Klaus Koch erklärte. Das JaS-Programm stellt für Realschulen nur Mittel bereit, wenn sie besonders schwere Fälle nachweisen können. Bessere Chancen haben zum Beispiel Grundschulen mit hohem Migrantenanteil. Der Landkreis hatte Ende Februar selbst die Initiative ergriffen – und im Kreistag den 90-Prozent-Zuschuss für Personalkosten beschlossen – zunächst für drei Jahre.

Genug Zeit, in der die Schüler bei Hardt und ihren Kolleginnen jederzeit ein und aus gehen können. Hardt ist nicht nur diplomierte Sozial-, sondern auch Traumapädagogin. Nach Trennungen oder Sterbefällen in der Familie könne sie den Jugendlichen zeigen, wie sie Stress regulieren können. „Ich sehe mich auch als Ansprechpartnerin für Lehrer, die nicht wissen: ,Warum reagiert der jetzt so?‘“ Hardts großer Vorteil: Sie ist keine Lehrerin, die Noten vergibt.

gma

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