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Öffnet sich Schülern, die nicht Priester werden wollen: das Spätberufenenseminar in Waldram. 

Spätberufenenseminar St. Matthias

Ab 2017 eine Fachoberschule

Wolfratshausen - Das Spätberufenenseminar St. Matthias in Waldram beschreitet neue Wege. Das Wohnheim öffnet sich künftig auch für Schüler, die nicht Priester werden wollen. Außerdem wird ab dem Schuljahr 2017/2018 eine Fachoberschule mit der Fachrichtung Sozialwesen eingerichtet.

Schon seit geraumer Zeit fehlt es dem Seminar St. Matthias wie berichtet an jungen Männern, die sich für den katholischen Priesterberuf interessieren und dafür in Waldram das Abitur nachholen. Zuletzt lebten nur noch ein Dutzend von ihnen in dem der Schule am Seminarplatz angeschlossenen Wohnheim. Die Erzdiözese München und Freising hat sich als Trägerin der Einrichtung deshalb dazu entschlossen, die Zimmer seit Anfang dieses Monats auch Schülern – und erstmals Schülerinnen – zur Verfügung zu stellen, die keinen kirchlichen Beruf anstreben, sondern eine andere soziale Tätigkeit „in der Kirche und außerhalb“, wie Bettina Göbner, Pressesprecherin der Erzdiözese, auf Nachfrage unserer Zeitung sagt. „Es läuft außerdem gerade ein Prüfungsprozess, in dem wir herausfinden wollen, warum die Zahl der Seminaristen zurückgeht und was wir anbieten können, damit sie wieder steigt“, erläutert Göbner.

Schon seit einigen Jahren öffne sich die katholische Kirche für andere Ausbildungsmöglichkeiten, die christlich orientierte junge Menschen ansprechen. Dazu passt die geplante Einrichtung einer Fachoberschule (FOS) mit dem einzigen Zweig Sozialwesen, die für Herbst 2017 in Waldram geplant ist. Die staatlich anerkannte FOS werde wie das Kolleg St. Matthias und das Gymnasium für berufserfahrene junge Menschen, die auf dem zweiten Bildungsweg ihr Abitur machen möchten, das heißt für externe Schüler geöffnet sein, kündigt Göbner an.

Vor Ort sieht man die Entwicklung kritisch. Einerseits müsse sich die Erzdiözese natürlich Gedanken über die Zukunftssicherung des Standorts Waldram machen, räumt Studiendirektor Dieter Klug ein. Andererseits befürchtet er, dass der ursprüngliche Zweck des Spätberufenenseminars, junge Männer für den Priesterberuf zu begeistern und in einem geschützten Raum an die anspruchsvolle Aufgabe heranzuführen, verloren gehe. In Bayern gebe es kaum noch Einrichtungen wie St. Matthias in Waldram, die nächstes Jahr ihr 90-jähriges Bestehen feiert. Immerhin habe man jahrzehntelang für „Nachwuchs“ an Pfarrern gesorgt. Seminarleiter Prof. Dr. Joachim Burkard und Schulleiter Claus Pointner waren ferienbedingt für unsere Redaktion nicht zu erreichen.

Ob die Lehrer des Gymnasiums und des Kollegs an der künftigen Fachoberschule unterrichten unterrichten werden, steht laut Klug noch nicht fest. In Arbeitsgruppen befasse man sich derzeit intensiv mit der Gründung der FOS und der Neuausrichtung des Seminars. Fachoberschulen mit sozialem Zweig gibt es bereits in Bad Tölz und Starnberg.

Tanja Lühr

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