Mitgliederversammlung der SPD

Sparkurs ja, Machtkampf nein

Wolfratshausen - Einige Aussagen des SPD-Fraktionschefs Fritz Meixner am jüngsten Stammtisch haben hohe Wellen. Jetzt versichern die Genossen: Von einem „Machtkampf“ mit dem Bürgermeister könne keine Rede sein.

Die Art und Weise, wie der Haushalt der Kommune fürs laufende Jahr erarbeitet worden ist, haben SPD, CSU und Grüne öffentlich moniert. Die Fraktionsvorsitzenden halten Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung) vor, den Etatentwurf nicht dezidiert mit den Räten vorberaten zu haben. Die Folge: Die drei Fraktionen präsentierten dem Rathauschef ohne Vorwarnung eine Liste, mit deren Hilfe die Stadt rund 685 000 Euro einsparen könne. Massiv betroffen ist wie berichtet das „Kulturmanagement Loisachhalle“. Ein geplantes Trauungsfloß auf dem Badweiher wurde gänzlich gestrichen, die Surfwelle auf Eis gelegt, bei der Sportlergala wird kräftig abgespeckt. Hinweis von SPD-Fraktionschef Meixner an die Adresse Heilinglechners: „Wer selbst nicht steuert und das Boot auch nicht gemeinsam mit anderen lenken will, braucht sich nicht zu wundern, wenn die anderen das Ruder übernehmen.“

Meixner, nicht Mitglied der SPD, hatte sich entschuldigt

In der Mitgliederversammlung der Sozialdemokraten am Donnerstag im Wirtshaus Flößerei relativierte Stadtrat Menke die Kritik. Es würde keinen „Machtkampf mit dem Bürgermeister geben“. Meixners Aussagen seien „nicht so angesetzt“ gewesen. Die Loisachstadt müsse „den Gürtel enger schnallen“, konstatierte Menke, „wir leben derzeit von Rücklagen“. Angesichts großer Herausforderungen (Stichwort S-Bahn-Verlängerung) brauche es im Stadtrat einen Konsens über den künftigen Kurs. Meixner, der nicht Mitglied der SPD ist, hatte sich für die Mitgliederversammlung entschuldigt.

Roswitha Beyer gibt Meixner Recht

Stadträtin Roswitha Beyer zeigte sich rückblickend wie Meixner mit der Haushaltsberatung unzufrieden. Bei einem Info-Termin im November gab’s laut Beyer Frontalunterricht von Kämmerer Roland Zürnstein. Viel Gelegenheit, um nachzuhaken, habe nicht bestanden. Einige Wochen später „bekamen wir das fertige Haushaltsbuch in die Hand“, so Beyer. Heilinglechner wiederum hatte im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt, dass es sehr wohl möglich gewesen sei, beim November-Termin mit dem Kämmerer Fragen zum Etatentwurf zu stellen. Außerdem: In den Ausschüssen seien die Einzelbudgets beraten worden. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe will Heilinglechner öffentlich nicht kommentieren. 

Rotstift bei den schönen Künsten?

Im Nachgang zum Streichkonzert nahm Beyer in der Mitgliederversammlung der Genossen noch einmal die schönen Künste ins Visier. Wohl wissend, dass sie bereits „als Kulturbanause gebrandmarkt“ sei, dürfe der Rotstift vor diesem Sektor nicht Halt machen. Auch die „Kultursachbearbeiterin“ Marion Klement müsse kaufmännisch denken. Ein Flussfestival, das mit mehr als 160 000 Euro Defizit endet: „Ein Michel Amato, der auch tolle Veranstaltungen organisiert, wäre sofort bankrott“, stellte Beyer fest. Carl-Christian Eick

Rubriklistenbild: © Foto: dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

O‘zapft is: Waldsommer Geretsried ist eröffnet
„Alles neu macht der Fahrenschon“: Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Michael Müller am Freitagabend den Waldsommer Geretsried.
O‘zapft is: Waldsommer Geretsried ist eröffnet
Zwei Geretsrieder (14) schlagen auf Senior ein
Wegen einer Körperverletzung ist die Geretsrieder Polizei derzeit auf der Suche nach Zeugen. Zwei jugendliche Geretsrieder haben auf einen 76-Jährigen eingeschlagen.
Zwei Geretsrieder (14) schlagen auf Senior ein
Tennisclub Geretsried macht sich fit für die Zukunft
Um auch zukünftig gut gerüstet zu sein, hat der Tennisclub in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses vorgefühlt, ob es möglich wäre, auf dem Spielgelände eine …
Tennisclub Geretsried macht sich fit für die Zukunft
Darum ist der Wolfratshauser SPD-Chef gegen die Sicherheitswacht
Der Stadtrat hat es beschlossen: Durch Wolfratshausen patrouilliert bald eine Sicherheitswacht. Ob sie wirklich nötig ist, darüber hat nun die Basis der Sozialdemokraten …
Darum ist der Wolfratshauser SPD-Chef gegen die Sicherheitswacht

Kommentare