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Das Flussfestival ist ein sehr beliebtes Event in der Loisachstadt. Doch das Defizit macht der örtlichen SPD Kopfzerbrechen. 

Politischer Frühschoppen der Wolfratshauser SPD

Brainstorming in Sachen Kultur

Wolfratshausen - Das kulturelle Angebot in der Loisachstadt ist gut. Aber es gibt bekanntlich nichts, was sich nicht verbessern ließe. Dazu hat sich die örtliche SPD am Sonntag ihre Gedanken gemacht.

Ihr Kulturangebot lassen sich die Stadtväter einiges kosten: 1,2 Millionen Euro werden laut Stadträtin Rosi Beyer (SPD) dafür summa summarum pro Jahr ausgegeben. Beim kommunalpolitischen Frühschoppen am Sonntag im Gasthaus „Der Grieche“ in Farchet diskutierten die Wolfratshauser Sozialdemokraten unter anderem über das Kulturleitbild der Stadt. Vor allem die hohen Kosten, die für kulturelle Veranstaltungen vorgesehen sind, lagen einigen Besuchern im Magen. Beispielsweise das defizitäre Flussfestival 2015, das ein Minus von rund 160 000 Euro brachte, bereitet den Sozialdemokraten Sorgen. „Ich möchte eine detaillierte Kostenübersicht für das Festival sehen“, forderte Gremiumsmitglied Beyer. Außerdem wolle sie Informationen darüber erhalten, wie viele Besucher die einzelnen Veranstaltungen der Reihe besucht haben. „Wir müssen diese Fragen stellen, damit wir das Festival jedes Mal optimieren können.“

Das Defizit beim Flussfestival ist den Genossen zu hoch

Beyer formulierte klare Ziele, die sie in der Kulturarbeit verfolgen möchte. „Wir müssen mehr Menschen weg vom Fernseher zu den Kulturveranstaltungen locken.“ Dafür möchte die Sozialdemokratin die Einwohner stärker an der Planung von solchen Events beteiligen. „Dadurch entsteht ein Wir-Gefühl. Unsere Festivals sollten doch mehr von einem Gemeinschaftsgefühl getragen werden als nur von teuren Künstlern.“ So könne man nebenbei ein „Schlafstadtdasein“ effektiv bekämpfen.

Die Kernfrage: Wo liegen die Alleinstellungsmerkmale?

Eine stärkere Identifikation der Wolfratshauser mit den Kulturangeboten könne man auch durch die bessere Nutzung von Alleinstellungsmerkmalen der Stadt erreichen. Als Beispiele führte Beyer die Bergwaldbühne und das aufwändig hergerichtete Westufer der Loisach als mögliche Veranstaltungsorte an. Auch für SPD-Stadtrat Manfred Menke ist es ein wichtiges Anliegen, die Besonderheiten der Stadt in den Vordergrund zu rücken. Er erkennt beim städtischen Kulturmanagement noch Optimierungspotenzial. „Deshalb ist die gemeinsame Ausarbeitung eines Leitbildes sinnvoll. Wir befassen uns dadurch nämlich sehr viel intensiver mit einigen wichtigen Fragen.“

Auch die Kleinkunstbühnen sind wichtig

In Zukunft wollen die SPD-Räte neben einigen großen Events – wie Veranstaltungen in der Loisachhalle oder dem Flussfestival – auch verstärkt kleinere Konzerte oder Aufführungen unterstützen. „Denn auch die Kleinkunstbühnen tragen einen Anteil zum Wohlfühlen in unserer Stadt bei“, erklärte Beyer. Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller pflichtete ihr bei: „Es gibt viele Vereine und Gruppen in Wolfratshausen, die Kultur anbieten. Die stärker zu unterstützen ist ein wichtiger Ansatz.“ Solchen Gruppierungen sei es auch möglich, Veranstaltungen kostengünstiger auszurichten. „Die teuerste Kultur, die in Wolfratshausen angeboten wird, ist die, die die Stadt selbst macht“, bilanzierte Schnaller. „Das müssen wir kritisch hinterfragen.“ Dominik Stallein

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