+

Herausforderung und Chance

SPD-Ortsverband: So sieht die Zukunft der Arbeit aus

Wie sieht die Zukunft der Arbeit aus, wie die Arbeit der Zukunft? Antworten auf diese Fragen gaben der SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel und der Bundestagskandidat Hannes Gräbner, beide Stimmkreis Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach. 

Wolfratshausen – Auf Einladung des SPD-Ortsverbands sprachen der langjährige Abgeordnete und sein möglicher Nachfolger am Donnerstagabend im Wirtshaus Flößerei.

Die Arbeit sei seit jeher das Kernthema der Sozialdemokraten gewesen und werde auch im bevorstehenden Bundestagswahlkampf eine entscheidende Rolle spielen, sagte der stellvertretende Ortsvorsitzende Peter Fasching. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Kanzlerkandidat Martin Schulz der Partei neuen Schwung geben werde. Die Mitgliederzahlen seien am Steigen, die Umfragewerte für Schulz vielversprechend.

Gräbner kritisiert, dass Frauen immer noch weniger verdienen

Hannes Gräbner: Bundestagskandidat der SPD

Hannes Gräbner nannte die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung der Arbeit „Herausforderung und Chance zugleich“. Etliche Jobs würden wegbrechen, etwa in der Autoindustrie, weil Roboter künftig immer mehr Tätigkeiten übernehmen würden. Auf der anderen Seite steige die Anzahl der Jobs, die ortsungebunden, meist von zuhause aus, am Computer erledigt werden könnten. Der innerbetrieblichen Fortbildung komme aufgrund der technologischen Veränderungen eine größere Bedeutung zu. Es brauche aber ein Weiterbildungsgesetz, um die verschiedenen Fort- und Weiterbildungen zu zertifizieren. Gräbner will sich dafür einsetzen, dass Familie und Beruf besser vereinbar werden. Er kritisiert, dass Frauen bei gleicher Qualifizierung immer noch rund 20 Prozent weniger verdienen als Männer.

Barthel: Veränderungen dürfen nicht zu Überforderung führen

Klaus Barthel ergänzte, dass die Internationalisierung und die Globalisierung die Arbeitswelt künftig stärker beeinflussen würden. Aufgrund des demografischen Wandels werde der Bedarf an Mitarbeitern im Pflege- und Gesundheitsbereich steigen. Vieles werde in Zukunft auch auf den Verbraucher oder Kunden abgewälzt, wie jetzt schon beim Online-Banking. All diese Veränderungen dürfen nach Ansicht Barthels, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA), nicht zur Überforderung führen. Bereits heute liege die durchschnittliche Wochenarbeitszeit eines Vollzeitbeschäftigten bei 41,9 Stunden. Die Wochenend- und Nachtarbeit nehme zu, die Zahl der psychisch Erkrankten steige.

Barthel fordert „Humanisierung der Arbeitswelt“

Klaus Barthel: Bundestagsabgeordneter der SPD

Der scheidende Bundestagsabgeordnete fordert eine „Humanisierung der Arbeitswelt“. Er würde sich wünschen, dass wieder jedes Unternehmen über einen Betriebsrat verfüge. Er setzt sich dafür ein, dass die Bezahlung des Mindestlohns besser kontrolliert wird und dass die Erwerbstätigenversicherung kommt, also eine Absicherung auch für Selbstständige, die bisher nicht oder zu wenig in die Rentenkasse einzahlen.

Beyer: soziale Sicherheit bedeutet sozialer Friede

SPD-Mitglied und Stadträtin Roswitha Beyer erinnerte in der Diskussion daran, dass soziale Sicherheit auch sozialen Frieden bedeute. Ihr Stadtratskollege Manfred Menke will nicht ganz so schwarz malen: „Es entstehen auch neue Jobs, zum Beispiel in der Entwicklung von Elektroautos.“ Rainer Holthaus befürchtet strukturelle und gesellschaftliche Verwerfungen, wenn zum Beispiel Roboter die Altenpflege übernehmen.

Von Tanja Lühr

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Achtung Hundebesitzer: Wolfratshauser Fuchs hat Staupe
Bei einem Wolfratshauser Fuchs wurde Staupe nachgewiesen. Hundebesitzer sollten die Impfpässe ihrer Hunde überprüfen.
Achtung Hundebesitzer: Wolfratshauser Fuchs hat Staupe
Rote Karte für Störenfriede und Schläger
Nach Magenschwinger im B-Klassen-Derby: Ickings Vorstand Thomas Scheifl greift hart durch, Weidachs Chef Stefan Meyer begrüßt „null Toleranz“
Rote Karte für Störenfriede und Schläger
Schweißtreibende Troad-Mahd
Erstmals nach zehn Jahren veranstalteten die Oldtimerfreunde Endlhausen an Mariä Himmelfahrt wieder eine Troad-Mahd. Ihre Nervosität im Vorfeld war unbegründet.
Schweißtreibende Troad-Mahd
Versuchter Einbruch am helllichten Tag?
Mitten am Vormittag soll ein Unbekannter versucht haben, in ein Einfamilienhaus an der Angerstraße einzubrechen. Das stellte sich im Nachhinein als Irrtum heraus. 
Versuchter Einbruch am helllichten Tag?

Kommentare