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Viele Zuschauer verfolgten das Spektakel an der alten Floßlände.

Goldregen am Loisachufer

Spektakuläres Feuerwerk für todkranke Jacky

Wolfratshausen - Über ein spektakuläres Feuerwerk staunten gestern Abend die Wolfratshauser. Um 21.30 Uhr gab es den ersten Goldregen über der schneebedeckten Wiese. Pyrotechnik-Spezialist Alfred Fraas hatte das Spektakel für die todkranke Geretsriederin Jacky D. organisiert. 

Der Geburtstag sollte etwas Besonderes werden. Pyrotechnik-Spezialist Alfred Fraas organisierte deshalb für die Geretsriederin ein spektakuläres Feuerwerk an der alten Floßlände an der Loisach in Wolfratshausen. Eine Feuershow erhellte für mehr als fünf Minuten den Nachthimmel über der Flößerstadt. 

Nicht nur Jacky bewunderte mit ihrer Familie das Schauspiel. Auf der nahe gelegenen Loisachbrücke und am gegenüberliegenden Ufer tummelten sich viele Passanten. Autofahrer hielten auf der Straße an und stiegen aus, um das Schauspiel per Handykamera festzuhalten. 

Feier zum 27. Geburtstag (v. li.): Christian Klinger, Jacky und Alfred Fraas.

Nach unzähligen Lichtblitzen und Farbenspielen war Jacky begeistert. „Es war wirklich schön“, bedankte sie sich bei den Initiatoren. „Wir haben es total genossen.“ Fraas konnte der Geretsriederin mit seiner Hilfe einen großen Geburtstagswunsch erfüllen. „Ich wollte, dass dieser Tag etwas Besonderes wird“, sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Schließlich habe sie nie zuvor einen Geburtstag richtig groß gefeiert. Einige Leser ihres Blogs hatten sie auf die Idee gebracht, ein großes Feuerwerk zu zünden. 

In einem ihrer Beiträge hatte die Geretsriederin ihren Geburtstag thematisiert: „Ich freu mich seit Jahren zum ersten Mal richtig auf MEINEN Geburtstag“, schrieb Jacky vor einigen Tagen. Dass das gewünschte Feuerwerk tatsächlich klappte und der krönende Abschluss von Jackys Geburtstag wurde, ist auch ihrer Mutter zu verdanken. Sie fragte im Rathaus der Loisachstadt an, ob sich ein solches Schauspiel realisieren ließe. Ein Mitarbeiter verwies sie an den Pyrotechnik-Spezialisten Alfred Fraas. „Ich habe selbstverständlich zugesagt“, berichtet er. Auch die Stadt Wolfratshausen und das Landratsamt hatten keine Einwände gegen die recht spontan geplante Aktion. 

Faszinierender Anblick: Das Feuerwerk über der Loisach.

Fraas selbst hat großen Respekt vor der Kranken: „Mit einer solchen Erkrankung so mutig und offen umzugehen ist bewundernswert.“ Als „pinke Pusteblume“ lässt Jacky inzwischen über 5000 Facebook-Nutzer an ihrem Schicksal teilhaben. Dabei lässt sie die Leser nicht nur an spaßigen Kinoausflügen mit ihrer Tochter Leonie teilhaben, sondern spricht auch offen über Termine beim Bestatter und ihr Befinden nach einzelnen Chemotherapie-Behandlungen. „Ich könnte das nicht“, zollt Fraas Respekt. 

Das Feuerwerk spendierte der Wolfratshauser Kulturreferent Fraas zusammen mit einem Kollegen für den Geburtstag der 27-Jährigen. „Da sollten keine Spendengelder hinein fließen“, erklärt er. Dass das computergesteuerte Programm nicht ganz einwandfrei funktionierte und einige Batterien mit der Hand gezündet werden mussten, störte nur die Techniker selbst. „Wir fanden es wunderschön so“, beruhigte ihn eine Bekannte von Jacky. Das Geburtstagskind selbst lächelte zufrieden.

(Dominik Stallein)

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