Carl-Christian Eick, Redaktionsleiter des Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur.

Kommentar

Spitzenkandidat Eibl muss das CSU-Profil schärfen

Die Wolfratshauser CSU hat Günther Eibl zum Bürgermeisterkandidaten gekürt. Dazu ein Kommentar von Redaktionsleiter Carl-Christian Eick.

Dr. Manfred Fleischer (im Jahr 2002), Richard Kugler (2008) und Peter Plößl (2014) sind gescheitert. Nun hat ihr Parteifreund Günther Eibl den Auftrag, das Bürgermeisteramt für die Wolfratshauser CSU zu erobern.

Der Sprecher der christsozialen Fraktion im Stadtrat hat stürmische Zeiten hinter sich. Eibl, einst ein Herz und eine Seele mit Fleischer, war maßgeblich an der Demission der ehemaligen Lichtgestalt der örtlichen CSU beteiligt. Eine erneute Spaltung der Fraktion – wie unter Fleischers Führung 2006 geschehen – konnte Eibl allerdings verhindern. Das spricht für eine starke Hausmacht des frisch gebackenen Bürgermeisterkandidaten.

Eibl sammelt seit 2002 Erfahrungen als Stadtrat, gilt als äußerst gewiefter Stratege, bewegt sich als gelernter Sparkassenbetriebswirt trittsicher im großen Zahlenraum und weiß als selbstständiger Unternehmer, wo Mittelstand und Konzernchefs der Schuh drückt. Er ist ein Freund deutlicher Worte und zeigt auch klare Kante, wenn die Mehrheitsmeinung im Rat eine andere ist. Vor allem hat der 54-Jährige offenkundig aus den Fehlern seiner erfolglosen Vorgänger gelernt: Krawall und Sprechblasen scheinen passé. In seiner zehnminütigen Antrittsrede schlug Eibl einen sehr moderaten Ton an: „möglichst großer Konsens mit allen Fraktionen“, Schmusekurs mit den umliegenden Städten und Gemeinden, „den Bürgerinnen und Bürgern zuhören“.

Die neue Freundlichkeit in allen Ehren: Eibl wird das Profil der Wolfratshauser CSU schärfen müssen. Für was stehen die drei Großbuchstaben, was unterscheidet Schwarz von den anderen Farben im Stadtrat? „Die Stadt Wolfratshausen voranbringen“: Das ist kein wahlentscheidendes Alleinstellungsmerkmal der CSU.cce

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