Leichtathletik Lara Holzhauer TuS Geretsried
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Freude bei den Freiluft-Sportlern: Die Leichtathleten im Landkreis wie Lara Holzhauer (TuS Geretsried) dürfen ab dem 8. März wieder trainieren.

Sportvereine hoffen auf baldigen Re-Start – Hygienekonzepte vom Vorjahr sind erprobt

Die Sportler stehen in den Startlöchern

  • Thomas Wenzel
    vonThomas Wenzel
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Bad Tölz-Wolfratshausen – Corona legt den Amateursport schon lange lahm. Außer Joggen im Wald oder dem heimischen Workout ist für Hobbysportler kaum etwas möglich. Die Verbände heben immer wieder die Wichtigkeit des Sports für Gesellschaft und Gesundheit hervor, jetzt können sie auf ein Comeback hoffen. „Insbesondere Sport an der frischen Luft hat gute Chancen, bald wieder möglich zu sein.

Aber auch für den Sportbetrieb in Fitnessstudios und Hallen erarbeiten wir Lösungen“, teilte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann vergangene Woche mit. Und Ministerpräsident Markus Söder sprach zugleich über Lockerungen für Individualsportarten wie Tennis und Golf. Konkret erwähnt wurde der Sport auch in dem Vier-Stufen-Plan, auf den sich Bund und Länder am Mittwoch geeinigt haben: Abhängig vom Inzidenzwert des jeweiligen Landkreises, darf ab dem 8. März kontaktfreier Sport im Freien in Gruppen mit bis zu zehn Personen stattfinden.

TSV Wolfratshausen: „Sport ist ein Lebenselixier“

„Für die Möglichkeit, wieder unseren Sport treiben zu dürfen, würden wir jede Art von Corona-Ampel oder ähnliches in Kauf nehmen“, betont Alfred Barth. Für die meisten Hobbysportler, so der Vorsitzende des TSV Wolfratshausen (sechs Abteilungen, 1847 Mitglieder), sei ihre Disziplin nunmal „ein Lebenselixier“. Konkret über einen möglichen Re-Start sei noch nicht beraten worden. „Neulich haben wir unsere Hauptausschusssitzung erstmals via Videokonferenz abgehalten“, berichtet Barth. Wenn jedoch die Politik grünes Licht gebe, „können wir wieder anfangen – auch sofort“. Die Hygiene- und Abstandskonzepte, die gemeinsam mit der Stadt im vergangenen Jahr für die Sportstätten entwickelt wurden, hätten sehr gut funktioniert. „Da haben alle Trainer und Übungsleiter ausgezeichnet gearbeitet“, betont Barth. Das reiche vom getrennten Betreten und Verlassen der Halle, über Desinfektionsmittel für Sportler und Geräte bis zu disziplinierten Ablauf der Trainingseinheit inklusive einer Teilnehmerliste. „Weil wir zum Beispiel im Isar-Loisach-Stadion die Umkleiden und Duschen nicht benutzt haben, wäre es natürlich schön gewesen, wenn wir eine Tribüne als Unterstand hätten nutzen können“, erinnerte der Wölfe-Vorsitzende an einen lange gehegten Wunsch. Auch wenn voraussichtlich zuerst die Leichtathleten und Fußballer starten dürfen, dürfe man die Hallensportarten wie Turnen, Handball und Tischtennis nicht vergessen: „Nicht zuletzt deshalb, damit die Kinder wieder ihren Sport als Ausgleich haben.“

TV Bad Tölz: Sporthallen sind noch geschlossen

„Über das Thema Lockerungen der Corona-Beschränkungen für den Sport haben wir intern bislang zwar nachgedacht, aber konkret noch nichts ins Auge gefasst“, erklärt Christiane Clarke vom Tölzer Turnverein. Letztlich müsse man aber abwarten, „bis wir etwas Offizielles vom Bayerischen Landessport-Verband hören“. Da freilich die Aktivitäten des größten Sportvereins im Altlandkreis Bad Tölz zumeist in Hallen stattfinden, gibt es noch ein weiteres Problem: „Derzeit sind noch alle Tölzer Hallen von den jeweiligen Sachaufwandsträgern gesperrt.“ Das gilt für die Dreifach-Halle an der Jahnstraße genauso wie für die Hallen des Gymnasiums der VS-Süd oder der auf der Flinthöhe.

BCF Wolfratshausen: BLSV muss Konzepte mit Politik abstimmen

Auch beim BCF Wolfratshausen, der über sieben Abteilungen mit insgesamt 1252 Mitgliedern verfügt, ist man parat. „Falls sie noch anwendbar sind, werden wir auf unsere Corona-Konzepte aus dem vergangenen Jahr zurückgreifen“, erklärt Dr. Manfred Fleischer. Zuerst einmal müsse man abwarten, was der Bayerische Landessportverband (BSLV) und die Fachverbände wie der Bayerische Fußballverband (BFV) mit der Politik vereinbaren werde. „Ich rechne aber nicht mit einer Erlaubnis für Freiluftsport vor Mitte März“, stellt der BCF-Vorsitzende klar. Für den Betrieb in der Halle sei er noch weniger optimistisch: „Da wird im März gar nichts gehen, vermutlich auch nicht vor Ostern.“

SV Bad Heilbrunn: Training in Kleingruppen sinnlos

„So lange nichts Konkretes im Raum steht, was man machen darf oder auch nicht, ist das doch alles nur Wischiwaschi“, zeigt sich Walter Lang eher unzufrieden. Etwa die Möglichkeit in Kleingruppen zu trainieren hält der Trainer der Heilbrunner Landesliga-Fußballer für ein „Kasperltheater. Mit fünf erwachsenen Spielern anzufangen, die dann keinen Kopfball machen dürfen, das kann man vergessen.“ Dass das letztlich nichts bringt, habe man doch in der ersten Lockdown-Phase im vergangenen Jahr gesehen: „Ohne konkrete Perspektive ist das im Erwachsenenbereich sehr, sehr schwierig zu vermitteln.“ Insgesamt denkt der Trainer, das leichte Lockerungen für jedwede Mannschafts-Sportart „keinesfalls zielführend ist. Deshalb habe ich mir auch noch keine ernsthaften Gedanken für die nächste Zukunft gemacht.“

Weiterhin warten müssen die Hallensportler wie HSG-Handballer Philip Teubert, ehe das Infektionsgeschehen einen Re-Start erlaubt.

TuS Geretsried: Praktikable Konzepte vorgeben

Auch Mirko Naumann wagt zu diesem Thema keine Prognosen. „Wenn wir wirklich durch die Mutanten noch eine dritte Welle bekommen, dann wird die Freigabe für den Sport erst nach Ostern kommen. Und für den Hallensport noch später“, vermutet der Vorsitzende desTuS Geretsried. Im mit 2381 Mitgliedern und elf Abteilungen zweitgrößten Sportverein im Landkreis tue sich momentan wenig. „Wir haben für alle unsere Sportarten die Schutzkonzepte in der Tasche“, sagt der Klubchef. Er hoffe allerdings, dass es keine zusätzlichen Auflagen gebe: „Wenn dann jede Sparte ihr eigenes Konzept austüfteln muss, das ist nervig. Wir sind ja alle keine Fachleute.“ Auch die Vorgaben des BLSV seien im vergangenen Jahr nicht ausreichend gewesen: „Die Stadt Geretsried war damit jedenfalls nicht zufrieden. Deshalb wurden auch die Sporthallen nicht komplett geöffnet.“ Momentan halte man die Mitglieder mit Online-Trainingsangeboten bei der Stange – „aber es ist ja klar, dass alle daheim in den Startlöchern sitzen“. Der TuS-Gesamtvereinsvorsitzende geht davon aus, dass Freiluftdisziplinen wie Leichtathletik und Fußball zuerst grünes Licht bekommen werden. Naumann: „Der Hallensport war ja auch im vergangenen Jahr schon kritischer.“

SC Lenggries: Hygienekonzept für den Weltcuphang

„Wenig Hoffnungen“ auf eine Wiederaufnahme des gemeinsamen Trainings macht sich da Stephan Bammer. „Ich denke, dass da vor Ostern nicht mehr viel passiert und dann schauen wir, was dann möglich sein wird“, sagt der Zweite Vorsitzende des Lenggrieser Turnvereins. Ganz anders sieht die Situation beim Skiclub aus. „Zuerst müssen wir zwar noch die Genehmigung vom Landratsamt abwarten, aber wenn irgendwie möglich, werden wir sofort mit dem Training für die Kinder loslegen.“ Laut Nachwuchs-Trainer Anderl Stadler gibt es für den Weltcup-Hang ein ausgefeiltes Hygienekonzept, das für die Kader-Skifahrer bislang sehr gut funktioniert habe. „Die Kinder jedenfalls sind schon ganz heiß darauf, wieder Skifahren zu können.“

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