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Kommt gut an: das WORld Café im Jugendhaus La Vida.

In der Jugendarbeit steht die Stadt Wolfratshausen gut da

Sprachförderung wird in der Jugendarbeit wichtiger

Wolfratshausen - Langweilig wird es Jugendlichen in Wolfratshausen nicht – auch dank des Kinder- und Jugendfördervereins. Nun legte Geschäftsführer Meixner seinen Jahresbericht vor.

Langweilig wird es Jugendlichen in Wolfratshausen so schnell nicht – auch dank des Kinder- und Jugendfördervereins. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Kultur, Sport und Soziales legte Geschäftsführer Fritz Meixner seinen Jahresbericht vor. Er ist zufrieden mit den Angeboten, die für die Heranwachsenden organisiert werden. Dazu gehören neben Betreuungsmöglichkeiten wie Hort und Mittagsbetreuung auch die mobile Jugendarbeit, das Jugendhaus La Vida und der Ferienpass – eine „bunte Mixtur verschiedener Leistungen und Angebote“, befand Meixner. Zwei Projekte kamen neu hinzu: die Familienpaten und das Sozialprojekt „BildungPlus“ an der Realschule.

Die meisten Angebote sind Erfolgsgeschichten. Die Mittagsbetreuungen und die 100 Plätze im Kinderhort waren beispielsweise über das gesamte Jahr nahezu voll belegt. Ein Viertel der Kinder, die den Hort besuchen, 25 Jugendliche, stammen aus einer Familie mit Migrationshintergrund. „Das Thema Sprachförderung gewinnt also zunehmend an Bedeutung für uns“, berichtete Meixner.

Auch das Programm des Jugendhauses La Vida wurde gut besucht. 52 Veranstaltungen gab es, wie Leiterin Sarah Lössl-Mende berichtet: „Wir haben im vergangenen Jahr erstmals auch ein Osterferienprogramm auf die Beine gestellt.“ Außerdem wurde die Zielgruppe erweitert. Neben Teenagern zwischen 13 und 21 Jahren sind jetzt auch Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren willkommen. Eine weitere Neuerung sind die Night Sports, die einmal pro Monat an einem Samstagabend in Zusammenarbeit mit der Mobilen Jugendarbeit angeboten werden. Zwischen 21.30 und 24 Uhr konnten Jugendliche in der Turnhalle am Hammerschmiedweg Fußball, Badminton oder Basketball spielen oder sich im Fitnessboxen oder Spikeball testen.

„Die Arbeit, die im Jugendhaus geleistet wird, verdient Respekt und Anerkennung“, lobte Rathauschef Klaus Heilinglechner. „Es ist heutzutage nicht so einfach, Jugendliche zum Spielen herauszulocken.“ Das bestätigte Sarah Lössl-Mende. „Die Jugendarbeit hat sich geändert. Es ist nicht mehr so, dass man einfach die Türe aufsperrt und alle kommen.“ Stattdessen müsse das Angebot auf die Bedürfnisse der Heranwachsenden abgestimmt werden.

Doch das La Vida ist mehr als ein Jugendhaus. Einmal pro Woche verteilt hier die Tafel Lebensmittel, die Volkshochschule bietet Kurse an, auch das WORld-Café, ein Angebot für Flüchtlinge, Helferkreis und Interessierte, ist hier seit kurzem zuhause.

Auch die Sozialarbeit an der Realschule Wolfratshausen wird immer wichtiger, wie Iris Diehl berichtet. Sie leistet wöchentlich 19,5 Stunden Schulsozialarbeit. Finanziert wird die Stelle mit einer 90-prozentigen Förderung durch den Landkreis. Diehl initiierte bereits mehrere Projekte. Eine Klasse setzte sich mit dem Thema „Flucht und Asyl“ auseinander und organisierte eine Plakatausstellung sowie einen Projekttag. Außerdem setzt sich Diehl mit Einzelfällen auseinander. „Für viele Kinder ist die Situation in der Schule nicht einfach, weil sie private Probleme haben.“ Diehl arbeitet seit zwei Jahren an der Schule, heuer wird eine solche Stelle für alle staatlichen Realschulen im Landkreis eingeführt. „Wo andere jetzt erst anfangen, haben wir seit zwei Jahren die Nase vorn“, sagte Meixner.

Die Berichte stießen auf positive Resonanz. SPD-Rätin Roswitha Beyer lobte den Jugendförderverein: „Die Stadt zeichnet sich auch über diese Arbeit aus.“ Grünen-Sprecherin Annette Heinloth ergänzte: „Wir können sehr froh sein, dass wir dieses Angebot haben.“

von Dominik Stallein

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