Bill Cosby im Missbrauchsprozess schuldig gesprochen

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Die Loisachhalle: Seit 2009 wieder Treffpunkt der Kulturfreunde im Oberland. 

Hofbräuhaus Traunstein

Stadt gibt im Streit um Loisachhalle auf

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In Sachen Loisachhalle ist eine mutmaßliche Pflichtverletzungen des Betreibers kein Thema mehr. Der Vertrag bleibt weiter unter Verschluss.

Wolfratshausen– Der Vertrag, der die Rechte und Pflichten zwischen der Flößerstadt und dem Hofbräuhaus Traunstein in puncto Loisachhalle regelt, hat mittlerweile Staub angesetzt. Formuliert und von den Partnern unterschrieben wurde das Werk vor mehr als zehn Jahren – und es bleibt weiterhin geheim. Sehr zum Unmut des Wolfratshauser Hobby-Politikers Heinz Wensauer.

Großzügiger Investitionskostenzuschuss

Es waren eine Handvoll Stadträte aus allen Fraktionen sowie der damalige Bürgermeister Reiner Berchtold, die ab 2003 als Projektgruppe Konzepte erarbeiteten und schließlich mit den Spitzenvertretern des Traunsteiner Hofbräuhauses verhandelten. Nach langem Hin und Her, begleitet von reichlich politischem Gezänk, stand der Kontrakt, zu welchen Konditionen die Brauerei die seinerzeit wegen Brandschutzmängeln geschlossene Loisachhalle übernimmt, modernisiert und wieder mit Leben erfüllt. Im selben Atemzug erlaubte die Kommune den Bau des Wirtshauses Flößerei im Schatten des Musentempels – und gewährte den Traunsteinern unterm Strich einen großzügigen Investitionskostenzuschuss von rund viereinhalb Millionen Euro.

Alle Lieder sind gesungen. Leider: Ein Kommentar von Redaktionsleiter Carl-Christian Eick

Erst nach und nach sickerten in den Jahren nach der Wiedereröffnung der Loisachhalle im Juli 2009 pikante Details an die Öffentlichkeit. Unter anderem musste der Stadtrat zur Kenntnis nehmen, dass die Bosse des Hofbräuhauses deutlich mehr Steuergeld in ihr neues Wirtshaus am Loisachufer gepumpt hatten, als die Kommunalpolitiker glaubten. Damit nicht genug: Zwischen Wolfratshausen und Traunstein wurden fleißig Mängellisten, Forderungen, Beschwerden, Drohungen, Gutachten und Gegengutachten ausgetauscht. Wie viel Geld wo genau investiert worden ist (und wie viel davon aus der Tasche der Traunsteiner stammt), ist unklar.

Veruntreuung konnte nicht ausgemacht werden

Für eine Überraschung sorgte der Rechtsanwalt Dr. Harald Mosler, der die Kommune bei der Vertragsgestaltung beraten hatte. Er verriet, dass nicht fixiert worden sei, was mit den mehr als vier Millionen Euro aus dem Wolfratshauser Stadtsäckel zu geschehen hat. Ein Grund, warum die Strafanzeige, die Stadtrat Alfred Fraas (CSU) 2011 gegen Unbekannt stellte, ins Leere lief. Einen Anfangsverdacht wegen Veruntreuung von Steuergeld konnte die Münchner Staatsanwaltschaft in der causa Loisachhalle/Wirtshaus nicht ausmachen. Im Gegenteil: Der Betreibervertrag enthalte „klare und ausgewogene Regelungen“, so Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich gegenüber unserer Zeitung. Fraas’ Anzeige stütze sich allein auf „Behauptungen, bloße Vermutungen, Unterstellungen und Spekulationen“.

Auf Rathauschef Berchtold folgte 2008 Helmut Forster, seit 2014 sitzt Klaus Heilinglechner im Bürgermeisterzimmer. Die drei sprechen mit Blick auf die Loisachhalle eine Sprache: Die Verträge sind Verschlusssache. Nur Stadträte haben – falls ihrer Bitte stattgegeben wird – die Möglichkeit, das Werk im Rathaus zu studieren. Voraussetzung: Sie verstoßen im Anschluss an die mutmaßlich aufschlussreiche Lektüre nicht gegen ihre Verschwiegenheitspflicht. Denn der Vertrag, so Rathauschef Heilinglechner, ist privatrechtlicher Natur und darf nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Vertragspartners veröffentlicht werden. Aus Traunstein kommt jedoch stets ein Veto.

Dauerfehde zu den Akten gelegt

Der Wolfratshauser Heinz Wensauer wird dennoch nicht müde, immer wieder auf die Offenlegung der Dokumente zu pochen. In der Bürgerfrageviertelstunde vor der jüngsten Stadtratssitzung hakte der Rentner erneut nach – und kassierte wie erwartet die nächste Abfuhr. Die Dauerfehde mit dem Vertragspartner sei offiziell zu den Akten gelegt worden, berichtete Bürgermeister Heilinglechner. Zu diesem Entschluss sei man in einer nicht-öffentlichen Sitzung der Fraktionsvorsitzenden gekommen, ließ er Wensauer wissen.

Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller sekundierte dem Rathauschef: Die Rechtsaufsicht des Tölzer Landratsamtes habe den Sachverhalt geprüft und sei zu dem Ergebnis gekommen: „Die Stadt Wolfratshausen hat keine Erfolgschancen.“

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