Ein Haus.
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In ihrem Testament bedacht hat Antonia Klein, die 2012 verstarb, die Stadt Wolfratshausen und die katholische Kirchengemeinde St. Andreas. Klein vererbte ihr Grundstück sowie das darauf stehende Gebäude Kommune und Kirche jeweils zur Hälfte. Das Erbe ist jedoch an einige Bedingungen geknüpft.

Erstes Projekt für neuen Seniorenbeirat

Stadt und Kirche im Testament bedacht: Was passiert mit dem Klein-Anwesen?

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Eine Wolfratshauserin hat die Stadt und die katholische Kirche in ihrem Testament bedacht. Nun soll ein Konzept für das Klein-Anwesen entwickelt werden.

Wolfratshausen – Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen: In der Flößerstadt wird eine 14-köpfige Seniorenvertretung installiert (wir berichteten). Das Gremium, in dem sich Bürger ab ihrem 60. Geburtstag ehrenamtlich engagieren können, soll die Kommunalpolitiker bei seniorenrelevanten Themen beraten. Die Seniorenreferentin des Stadtrats, Dr. Ulrike Krischke (46), hat bereits ein konkretes Projekt im Auge.

Etwa ein halbes Dutzend von 25 Stadträten zählt 60 Lenze oder mehr. Warum also eine zusätzliche Seniorenvertretung? „Während der Stadtrat ein sehr breit gefasstes Aufgabengebiet hat, ist die Seniorenvertretung bei ganz spezifischen Themen gefragt“, erklärt Krischke. Sie hat bereits ein konkretes Projekt im Visier, bei der die Kompetenz älterer Wolfratshauser gefragt ist: das sogenannte Klein-Anwesen an der Bahnhofstraße, das die 2012 im Alter von 91 Jahren verstorbene Eigentümerin Antonia Klein, die keine Nachkommen hatte, jeweils zur Hälfte der Kommune sowie der katholischen Kirchengemeinde St. Andreas vererbt hat. Die Erblasserin hat in ihrem Testament allerdings einige Bedingungen fixiert. So darf das Gebäude, neben dem ein prächtiger Magnolienbaum steht, nicht abgerissen und das Grundstück weder verkauft noch verschenkt werden. Zudem wäre es im Sinne der Verstorbenen, würde die Immobilie „einer seniorengerechten Nutzung zugeführt“, erläutert Krischke im Gespräch mit unserer Zeitung, ohne Details des nicht öffentlichen Testaments preiszugeben.

Wir werden sehen, was der Seniorenbeirat erarbeitet.“

Dr. Ulrike Krischke, Seniorenreferentin des Stadtrats

Welche Funktion könnte das Klein-Anwesen erfüllen? Diese Frage will Krischke mit den Mitgliedern des neuen Arbeitskreises erörtern. Das Ziel sei ein schlüssiger Entwurf, der dem Stadtrat bei seiner Entscheidungsfindung helfen soll. „Es gibt keine Denkverbote“, betont Krischke. Ein Seniorencafé, ein Bürgerhaus oder eine Pflege-WG: „Wir werden sehen, was der Seniorenbeirat erarbeitet.“ Ein Abriss des „wunderschönen Gebäudes“ verbietet sich für Krischke aus verschiedenen Gründen, doch neben einer Modernisierung hält sie eine Erweiterung nicht für kategorisch ausgeschlossen.

Ursprünglich sollte eine Asylbewerber-Unterkunft entstehen

Schon Krischkes Vorgängerin im Amt der Seniorenreferentin, Roswitha Beyer, hatte vor einigen Jahren dafür plädiert, das Klein-Anwesen zu einem „Treffpunkt für die ältere Generation“ zu machen. In der Folge der Flüchtlingskrise 2015/16 sollte auf dem Grundstück an der Bahnhofstraße aber zunächst eine Interims-Unterkunft für gut 70 Asylbewerber errichtet werden. Ein Plan, den die Stadt nie in die Tat umsetzte.

Nun möchte Krischke einen neuen Anlauf nehmen und gemeinsam mit dem Seniorenbeirat, der Stadt und der Kirche eine „Konsenslösung“ entwickeln. Das Projekt müsse „allgemein anerkannt und angenommen werden“, schickt die 46-Jährige voraus. „Wir müssen ein Konzept entwickeln, das den besonderen Anforderungen Rechnung trägt, und die Frage beantworten, welche Partner für das Projekt in Frage kommen könnten“, skizziert sie das Vorhaben grob.

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Spätestens im Herbst dieses Jahres soll das neue Gremium aus der Taufe gehoben werden – „unbedingt“, unterstreicht Krischke. Zwei Stühle sind schon vergeben, einer gehört der Seniorenreferentin des Stadtrats, der andere der Renten- und Sozialberaterin im Rathaus, Sibylle Gruber. Für die verbleibenden zwölf Plätze können Bürger Bürger vorschlagen, dasselbe Vorschlagsrecht haben unter anderem Vereine und Religionsgemeinschaften. „Ohne vorgreifen zu wollen“, so Krischke, „wäre es mutmaßlich von Vorteil, wenn im Seniorenbeirat ein Vertreter des Vereins Bürger für Bürger sitzen würde“. Die endgültige Auswahl trifft der Stadtrat. (cce)

Seniorenbeirat: Vorschläge, wer im neuen Seniorenbeirat vertreten sein sollte, nimmt die Seniorenreferentin des Stadtrats per E-Mail an ulrike.krischke@wolfratshausen.de entgegen.

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