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Stadt und Kirche sind die Erben: Was passiert mit Klein-Anwesen in Wolfratshausen?

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Von: Carl-Christian Eick

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Klein-Anwesen Wolfratshausen
Ihr Anwesen an der Bahnhofstraße vererbte Antonia Klein nach ihrem Tod vor zehn Jahren jeweils zur Hälfte an die Stadt Wolfratshausen und die katholische Kirchengemeinde St. Andreas. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Vor zehn Jahren haben die Stadt Wolfratshausen und die katholische Kirche das Klein-Anwesen geerbt. Nun hat die Seniorenvertretung ein Nutzungskonzept erarbeitet.

Wolfratshausen – Die Seniorenreferentin des Stadtrats, Dr. Ulrike Krischke, berichtete kürzlich in der Sitzung des Gremiums in der Loisachhalle über ihre Arbeit in den vergangenen Monaten. Grundsätzlich sei die ältere Generation „sehr zufrieden mit der Situation“, berichtete Krischke. Doch die Senioren seien nicht wunschlos glücklich.

Stadt und Kirche sind die Erben: Was passiert mit Klein-Anwesen in Wolfratshausen?

Krischke erinnerte an das Seniorenkonzept, das wie berichtet der Landkreis erarbeitet hat. Vorausgegangen war eine Umfrage unter älteren Landkreisbürgern. Ein Kritikpunkt, der sich dabei mit Blick auf Wolfratshausen herauskristallisierte: „Vielen ist gar nicht bekannt, welche Hilfsangebote es gibt“, berichtete die 47-Jährige in der Stadtratssitzung. Dies sei nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass viele Angebote nur im Internet beworben und erläutert würden – doch nicht jeder Senior affin im Umgang mit digitalen Medien sei. Dazu eine Zahl: 23,7 Prozent der Wolfratshauser, die an der Umfrage der Kreisbehörde teilnahmen, gaben an, das Internet überhaupt nicht zu nutzen.

Die gute Nachricht: Fast 89 Prozent der Über-60-jährigen, die in der Flößerstadt wohnen, sind laut Krischke mit ihrer Lebenssituation „sehr zufrieden“. Abgesehen von Ruhebänken, von denen im Stadtteil Waldram aus Sicht der älteren Generation zu wenige stehen. Zudem wiesen gut 18 Prozent der Umfrageteilnehmer darauf hin, dass mehr öffentliche Toiletten im Stadtgebiet wünschenswert seien.

Seniorenvertretung: Seit Gründung gab‘s drei Sitzungen

Fehlen, so Krischke, würden zudem kleine Wohnungen, in denen sich Senioren von einem ambulanten Pflegedienst oder einer Tagespflege versorgen lassen könnten. Allerdings „fehlt es in den Augen der Senioren auch an Wohnraum für Pflegekräfte“, ergänzte Krischke.

Die Seniorenreferentin des Stadtrats will nun tätig werden – und zwar Hand in Hand mit den Frauen und Männern, die sich in der Seniorenvertretung engagieren. Die hat sich vor rund einem Jahr gegründet, bis dato fanden laut Krischke drei Sitzungen statt. Das Gremium soll die Kommunalpolitiker bei seniorenrelevanten Themen beraten. Schon in einer der nächsten Stadtratssitzungen sollen den Worten Taten folgen – Krischke will die Aufstellung von weiteren Ruhebänken und die Schaffung zusätzlicher öffentlicher WCs beantragen. Des Weiteren gab sie bekannt, dass beim Seniorenstarkbierfest im Frühjahr erstmals ein Singspiel stattfindet.

Antonia Klein: Details ihres Testaments bleiben nicht-öffentlich

Zeitnah soll zudem das Konzept für das sogenannte Klein-Anwesen an der Bahnhofstraße öffentlich gemacht werden, das die Seniorenvertretung erarbeitet hat. Die Eigentümerin des Anwesens, Antonia Klein, die 2012 im Alter von 91 Jahren verstarb, hat die Immobilie jeweils zur Hälfte der Stadt sowie der katholischen Kirchengemeinde St. Andreas vererbt. Im Testament hat die Erblasserin jedoch einige Bedingungen festgeschrieben. So darf das prominente Gebäude nicht abgerissen und das Grundstück, auf dem ein prächtiger Magnolienbaum steht, von den Erben nicht verkauft und nicht verschenkt werden.

Die Details des Testaments bleiben nicht-öffentlich, im Gespräch mit unserer Zeitung verriet Stadträtin Krischke nur so viel: Es wäre im Sinne der Verstorbenen, wenn die Immobilie „einer seniorengerechten Nutzung“ zugeführt würde. Wie das konkret aussehen könnte, hat Krischke mit den Mitgliedern der Seniorenvertretung ausgelotet. Der erarbeitete Entwurf soll dem Stadtrat als Grundlage für seine Entscheidung dienen. Anfang vergangenen Jahres hatte die Seniorenreferentin des Stadtrats grob skizziert: Das Projekt müsse „allgemein anerkannt und angenommen werden“ sowie „den besonderen Anforderungen Rechnung tragen“. (cce)

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