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Die Brücke zwischen Farchet und Waldram muss für die neue Stadtbusroute ertüchtigt werden. 

Beschluss des Stadtrats

Fast 300.000 Euro für den Stadtbus

Wolfratshausen - Die neue Stadtbuslinie ist dem Stadtrat lieb und teuer. Fast 300.000 Euro genehmigte das Gremium - allerdings nicht ohne vorherige Diskussion. 

Zwei Baumaßnahmen sind für den neuen Rundkurs notwendig. Zum Einen muss die Kanalbrücke zwischen Farchet und Waldram erneuert werden. Und: An der Badstraße soll ein Platz entstehen, auf dem der Stadtbus wenden kann. Besonders die Brückenarbeiten sind kostspielig. Im Plan des Architekten ist vorgesehen, die jetzige, zehn Zentimeter dicke Tragschicht komplett abzutragen. Danach soll dass Bauwerk mit zwölf Zentimeter Asphalt sowie vier Zentimeter Feinschicht ertüchtigt werden. Das war im ursprünglichen Plan nicht vorgesehen. Statt 100 000 Euro kostet das Vorhaben rund 180 000 Euro. Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller (SPD) konnte das in der Stadtratssitzung am Dienstagabend nicht nachvollziehen: „Wieso füllen wir nicht einfach den bestehenden Asphalt auf die Höhe des Gehweges auf?“ Das seien etwa 15 Zentimeter Aufschüttung – zusammen mit dem bestehenden Untergrund also insgesamt 25 Zentimeter Tragschicht. Schnaller: „Dann kann ich da mit einem Panzer drüberfahren.“

Diskussion um die Tragschicht der Brücke

So leicht ist es jedoch wohl nicht. Architekt Richard Pregler erläuterte, dass für Schnallers Plan der Kies unter dem Asphalt eine gesetzlich geregelte Mindestlast aushalten müsse. Sonst könnten sich durch den Busverkehr Setzungen ergeben. Er, Pregler, glaube nicht, dass eine Firma den Eingriff vornehmen würde, ohne vorher den Untergrund genau zu prüfen. Grünen-Stadtrat Dr. Hans Schmidt brachte dieser Einwand nicht von seinem Vorschlag ab: „Wir sollten uns trauen, das Risiko einzugehen, dass sich möglicherweise zwei Zentimeter in zehn Jahren absetzen.“ Auf der Bahnhofsstraße und am Floßkanal, wo täglich deutlich mehr Busse verkehren als künftig über die Kanalbrücke, gebe es zentimetertiefe Setzungen. Schmidt: „Dort nehmen wir eine massive Gefährdung zum Beispiel von Fahrradfahrern in Kauf.“ Er könne nicht nachvollziehen, wieso bei der weniger belasteten Brücke zwischen Farchet und Waldram viel Aufwand betrieben werden müsse.

Das Problem sind so genannte "Setzungen"

Richard Kugler (parteifrei für die CSU) stieß ins selbe Horn: „Wenn wir die Brücke so lassen, wie sie ist, dann sind wir auf der sicheren Seite, was die Kosten anbelangt.“ Kugler schlug vor, nach einem halben Jahr Stadtbusverkehr zu prüfen, ob sich wirklich Setzungen ergeben haben. Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung) erteilte diesem Ansinnen eine Absage: „Sollten wir dann nachbessern müssen, muss die Brücke gesperrt werden.“ Dann könne der Stadtbus gar nicht mehr rollen.

Die Arbeitsgruppe soll Einsparpotenziale eruieren

Auch die zweite geplante Baumaßnahme sorgte in der Sitzung für Diskussionsstoff. An der Einmündung der Äußeren Beuerberger in die Badstraße soll ein Wendekreis entstehen, damit der Bus drehen kann. Schnaller würde diesen Kreisel lieber auf der Straßenmitte sehen – „das kostet uns nicht mehr, bringt uns aber mehr.“ So könne man das Tempo der Kraftfahrer auf der Badstraße drosseln und die Einfahrt zum Parkplatz des AWO-Seniorenheims regeln. Nahezu einhellig begrüßten die Stadtratskollegen die Idee Schnallers. Einziges Manko: Die Äußere Beuerberger Straße ist eine Bundesstraße – die Entscheidung liegt somit beim Freistaat. Walter Daffner (Bürgervereinigung) meldete aus diesem Grund Zweifel an: „Dann fährt der Bus erst in zehn Jahren.“ Mit 20:2 Stimmen entschied der Rat, dem von Architekt Pregler errechneten Finanzrahmen von 290 000 Euro zuzustimmen. Die Arbeitsgruppe Stadtbus soll jedoch in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und dem Staatlichen Straßenbauamt in Weilheim Einsparpotenziale eruieren. Dominik Stallein

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