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56 430 Kilometer sind beim Stadtradeln zusammengekommen. Fleißigster Strampler war Matthias Schmidt (hinten, mit Brille und hellblauem Hemd). Der Wolfratshauser legte mehr als 3500 Kilometer zurück. Die Preise übergaben Wolfratshausens Bürgermeister Klaus Heilinglechner (li.) und Hans Hopfner (2. v. li.), Zweiter Bürgermeister von Geretsried. (Klick für großes Bild)

Abschlussaktion mit allen Zahlen

Stadtradeln: Teilnehmer radelten einmal um die Welt

Wolfratshausen – 43 648 und 12 782: So viele Kilometer legten die beiden Städte beim „Stadtradeln“ zurück. Während es die Geretsrieder ruhig angehen ließen, radelten die Wolfratshauser einmal rund um die Welt.

Die mehr als 43 000 Kilometer, die die 158 Wolfratshauser Teilnehmer erstrampelt haben (Geretsried: 97), entsprechen nämlich in etwa dem Umfang des Äquators. Bei der Abschlussveranstaltung am Mittwoch im Foyer der Loisachhalle tauschten sich rund 40 Teilnehmer über ihre Radtouren und Erlebnisse aus.

Kostenloser Check: Thomas Berger (re.) überprüfte kostenlos die Fahrräder der Besucher

Besonders viel zu erzählen hatte Matthias Schmidt. Er legte mehr als 3500 Kilometer zurück. Das ist ungefähr die Strecke von Wolfratshausen nach Istanbul und wieder zurück. Jeden Tag verbrachte der Wolfratshauser rund acht Stunden auf seinem Drahtesel. „Ich bin im Schnitt täglich mehr als 150 Kilometer gefahren“, berichtet er im Gespräch mit unserer Zeitung. Langweilig wurde es ihm dabei nicht. Für seine Ausflüge suchte sich Schmidt stets ein neues Ziel und neue Routen. Seine weiteste Fahrt führte ihn bis ins Zillertal – acht Stunden brauchte der geübte Strampler hin, genauso lang dauerte es, bis er wieder zurück war. Schmidt ist der mit Abstand erfolgreichste Teilnehmer der Aktion. Das Geretsrieder Ranking führt Monika Schüßler Kafka mit 680 Kilometern an (siehe Kasten).

Während in der Loisachhalle die besten Radfahrer der beiden Städte gekürt wurden, versammelten sich auf dem Platz vor der Halle viele Hobby-Fahrradfahrer. Mitglieder der Arbeitsgruppe Fahrradfreundliche Kommune (AGFK) reparierten dort kostenlos Fahrräder und gaben Tipps zum richtigen Fahren.

Am Drahtesel der kleinen Alissia aus Wolfratshausen mussten die Ehrenamtlichen nicht viel reparieren. Sie pumpten lediglich die Reifen auf und passten die Sattelhöhe an. Als Alissia mit ihrem Drathesel davonbrausen wollte, stoppte sie der AGFK-Mitarbeiter. Er zeigte dem Mädchen noch, wie sie am besten auf ihr Fahrrad aufsteigt und die richtige Körperhaltung beim Strampeln. „Wenn du das so machst, dann macht Radlfahren noch mehr Spaß“, sagte er.

Vom Nutzen für die Umwelt, den das Radeln neben dem Spaß bietet, sprach Bürgermeister Klaus Heilinglechner, selbst passionierter Radfahrer. Wer in den Sattel steige und das Auto stehen lasse, spare Kohlenstoffdioxid und schone damit die Natur. Vom Erfolg der Aktion verspricht sich der Rathauschef ein Umdenken bei manchem Verkehrsteilnehmer. „Vielleicht konnten wir mit dem Stadtradeln einen Impuls geben, dass sich die Menschen öfter aufs Fahrrad setzen.“

Einige Stadträte aus der Loisachstadt machten es vor: Zwölf Gremiumsmitglieder, also fast die Hälfte des Stadtrats, nahmen an der Aktion teil. Die längste Strecke legte dabei ein SPDler zurück: Manfred Menke. „Ich bin jeden Morgen in die Arbeit geradelt“, berichtet der Lehrer am Gymnasium St. Matthias in Waldram Außerdem sei er in seiner Freizeit ein wenig häufiger auf das Fahrrad gestiegen als sonst. Auch hier hielten sich die Geretsrieder zurück: Gerade einmal drei Räte strampelten mit.

Die Sieger

Der Sieg ging an die Favoriten: Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub erhielt einen Pokal für den „Fahrradaktivsten Verein“ beim Stadtradeln. Mehr als 9000 Kilometer haben die 33 Mitglieder des Teams in den vergangenen 20 Tagen zurückgelegt. In Geretsried strampelte das BRK die längste Strecke: 380 Kilometer. Ein gutes Vorbild gaben in beiden Städten die Mitglieder der Stadtverwaltung ab. Sowohl die Geretsrieder (1442 Kilometer) als auch die Wolfratshauser Rathausmitarbeiter (4886 Kilometer) entschieden den Wettbewerb um das fahrradaktivste Unternehmen ihrer Stadt für sich.

Die längste persönliche Strecke legte in Geretsried eine Frau zurück: Monika Schüßler-Kafka (612 Kilometer). Mit Rosi Rauscher (520) geht auch der zweite Platz an eine Frau. Auf Rang drei folgt der erste Mann: Vize-Bürgermeister Hans Hopfner (448 Kilometer). In Wolfratshausen thront ein fahrerisches Schwergewicht auf dem ersten Platz: Matthias Schmidt legte über 3500 Kilometer zurück. Er verwies Andreas Soldner (1230 Kilometer) und Georg Stieda (1108 Kilometer) auf den zweiten und dritten Platz.

von Dominik Stallein

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