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Imre Racz ist im Alter von 67 Jahren gestorben.

Nachruf

Stadtverwaltung trauert um sehr geschätzten Hausmeister

Imre Racz ist im Alter von 67 Jahren gestorben. Für die Stadt Wolfratshausen war er eine wichtige und geschätzte Stütze. 

Wolfratshausen– Im Februar dieses Jahres feierte Imre Racz sein 25-jähriges Dienstjubiläum bei der Stadt Wolfratshausen (wir berichteten). Ende Juni hätte er seinen Ruhestand angetreten. Doch kurz davor verlor der Rathaus-Hausmeister den Kampf gegen eine tückische Krankheit. Racz ist am 9. Juni im Alter von 67 Jahren verstorben. In der Stadtverwaltung herrscht tiefe Betroffenheit. „Sein Tod bedeutet für uns alle einen Riesenverlust“, sagt Bürgermeister Klaus Heiling-lechner.

Racz ist am 15. November 1949 in Ungarn geboren, dort aufgewachsen und hatte den Beruf des Fräsers gelernt. Nach dem Militärdienst arbeitete er drei Jahre als Mechaniker in Ungarn, kam 1990 als Leiharbeiter nach Deutschland und war bald darauf bei der Firma Jauß in Schäftlarn beschäftigt.

Am 10. Februar 1992 begann er beim Wolfratshauser Bauhof. 2004 wechselte Racz als Hausmeister an die Wolfratshauser beziehungsweise Weidacher Grundschule – und war rasch bei den Schülern sehr beliebt. Das lag nicht zuletzt an den Bonbons, die Racz in seiner grauen Kitteltasche verwahrte und großzügig an die Kinder verschenkte.

Immer zuverlässig

Fünf Jahre später, 2009, übernahm er die Hausmeistertätigkeit im Wolfratshauser Rathaus. „Er hat immer mit einem Augenzwinkern zu mir gesagt: ,Wir zwei sind die Meister dieses Hauses‘“, erinnert sich Heilinglechner. Eine große Tugend des Verstorbenen sei dessen Zuverlässigkeit gewesen, lobt der Rathauschef. Stets sei Racz zur Stelle gewesen, wenn es irgendwo im weitverzweigten Haus am Marienplatz etwas zu reparieren oder zu erledigen gab. Jeden Abend habe er noch eine Runde durch das Rathaus gedreht, habe in allen Büros kontrolliert, dass die Fenster geschlossen und die Schreibtischlampen ausgeschaltet sind. „Wenn er mich in meinem Amtszimmer noch angetroffen hat, hat er mich stets gewarnt: ,Herr Bürgermeister, die letzten sperr’ ich ein.‘“

Der Bitte von Racz, noch so lange arbeiten zu dürfen, bis sein Sohn Dominik einen Gesellenbrief in der Tasche hat, habe die Stadt gerne entsprochen, sagt Heilinglechner. Vor wenigen Tagen habe Dominik seinem Vater im Krankenhaus berichten können, dass er den Gesellenbrief nun habe. Wenige Stunden später sei Racz gestorben. Heilinglechner: „Vielleicht hat er auf diese für ihn so wichtige Nachricht des Sohnes noch warten wollen.“

Die gute Seele des Rathauses wird sehr vermisst. „Wenn man morgens hier reinkommt, wartet man förmlich darauf, dass unser geschätzter Hausmeister wie sonst immer um die Ecke kommt und man ein paar Worte miteinander wechselt“, so der Bürgermeister.   cce

Beisetzung

Die Urnenbeisetzung findet am Samstag, 24. Juni, um 9 Uhr auf dem Friedhof in Nantwein statt.

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