Zwei Männer vor einem Haus.
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52 neue Wohnungen baute die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (StäWo) auf der sogenannten Coop-Wiese in Wolfratshausen-Waldram. Auf dem Foto: Bürgermeister Klaus Heilinglechner (li.) und StäWo-Geschäftsführer Lothar Ortolf.

GmbH präsentiert aktuelle Bilanz

Städtische Wohnungsbaugesellschaft: Hier sollen zwei Millionen Euro investiert werden

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft hat dem Wolfratshauser Stadtrat ihre aktuelle Bilanz präsentiert. Der Gewinn wird auf die hohe Kante gelegt.

Wolfratshausen – Fritz Schnaller (SPD) stimmte in der jüngsten Sitzung des Stadtrats eine Lobeshymne auf die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (StäWo) an. Mit Blick auf den Jahresabschluss 2019 der 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Kommune sprach Schnaller von einer „echten Erfolgsgeschichte“. Dasselbe gelte für die Stadtwerke, ebenfalls eine Tochtergesellschaft der Stadt. Positive Beispiele, die in Schnallers Augen eine Blaupause für den künftigen Betrieb der in die Schlagzeilen geratenen Kreisklinik sein könnten.

„Ich möchte die Kreisklinik nicht in städtischer Hand“, intervenierte Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW). Auch der Idee von Landrat Josef Niedermaier (FW), die Klinik in einen Zweckverband, gebildet aus den Städten Wolfratshausen und Geretsried, zu überführen, erteilte er eine Absage. In kommunaler Trägerschaft ja, „aber das ist Aufgabe des Landkreises“, so der Rathauschef.

Durchschnitts-Nettomiete von 7,03 Euro

Die Jahresrechnung der StäWo nahm das Gremium wohlwollend zur Kenntnis. Der 2019 erwirtschaftete Überschuss von gut 417 000 Euro wird wie vom Aufsichtsrat empfohlen auf die hohe Kante gelegt. Laut Prüfbericht ist die wirtschaftliche Lage der GmbH „weiterhin stabil“. Die Umsatzerlöse aus der Hausbewirtschaftung sind aufgrund der erstmalig ganzjährigen Vermietung der acht Dachgeschosswohnungen an der Margeritenstraße 33 bis 39 sowie der erstmaligen Vermietung der 52 neuen Wohnungen an der Schlesierstraße (Coop-Wiese) um 4,6 Prozent auf gut 2,6 Millionen Euro gestiegen. Die Eigenkapitalrentabilität hat sich laut StäWo-Geschäftsführer Lothar Ortolf ebenfalls verbessert, die Gesamtkapitalrentabilität beträgt nach seinen Worten 3,2 Prozent – und liegt damit im Branchendurchschnitt. Die von der StäWo durchschnittlich verlangte Nettomiete lag bei 7,03 Euro pro Quadratmeter (2018: 6,90 Euro) und damit über dem Durchschnitt vergleichbarer Unternehmen (6,97 Euro pro Quadratmeter).

Welche Folgen hat die Corona-Pandemie?

Durch „nachhaltige Investitionen“ in die Instandhaltung der Immobilien wurde ein Abbau des Sanierungsstaus erreicht, so Ortolf. Durch steigende Mieterlöse nach Modernisierung und Neubautätigkeit sowie weiterhin geringe Mietausfälle und einer Leerstandsquote, die gegen Null tendiert, sei „weiterhin von einer positiven Ertragslage auszugehen“. Schwerpunkt der Unternehmenstätigkeit soll auch in den kommenden Jahren die Aufrechterhaltung und Sanierung des Gebäudebestands sein. Nachdem die Stadt der GmbH weitere Grundstücke übertragen hat, sind laut StäWo-Geschäftsführer Neubaumaßnahmen möglich. „Eine Hauptaufgabe der Gesellschaft wird in den nächsten Jahren die Schaffung von neuem, bezahlbaren Wohnraum in Wolfratshausen sein“, stellt Ortolf fest. Geplant sei heuer unter anderem – analog den in 2018 fertiggestellten acht Wohnungen im Dachgeschoss der Immobilie Margeritenstraße 33 bis 39 – durch Aufstockung der Dachgeschosse an der Kräuterstraße 1, 3 und 5 zusätzliche sechs Wohnungen zu schaffen. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf gut zwei Millionen Euro.

Die Corona-Pandemie geht auch an der StäWo nicht spurlos vorüber. Die Geschäftsführung hält die Auswirkungen derzeit aber für „schwer einschätzbar“. Nicht ausgeschlossen sei, dass sich die Einkommensverhältnisse der Mieter verschlechtern, was Mietausfälle oder -stundungen zur Folge haben könnte. Aber: Bis 2024 „werden keine bestandsgefährdenden oder entwicklungsbeeinträchtigenden Risiken befürchtet“. Angesichts anhaltend hoher Nachfrage auf der einen und Wohnungsmangel auf der anderen Seite rechnet Ortolf mit „sehr guter Vermietbarkeit der neuen Wohnungen“. (cce)

Lesen Sie auch: Das neue Projekt der Baugenossenschaft Wolfratshausen.

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