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Der Wallach „Donero 2“ in einem der Beweisvideos, die vor Gericht gezeigt wurden.

Traum von Reitturnieren geplatzt

Störrisches Pferd sorgt für Streit vor Gericht - es hat 500.000 Euro gekostet

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Eine halbe Million Euro hat der Wallach „Donero 2“ einst seinen neuen Besitzer gekostet. Doch anstatt Turniere zu gewinnen, ist das Pferd ein Fall fürs Gericht.

München – „Donero 2“ ist ein außergewöhnliches Pferd: 500.000 Euro hat Lukas Graf Blücher von Wahlstatt aus dem Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen Ende des Jahres 2010 für den Hannoveraner Wallach gezahlt. Der Plan war, dass eine Dressur-Reiterin mit dem Pferd bei Grand-Prix-Turnieren antritt.

Störrisches 500.000-Euro-Pferd sorgt für Streit vor Gericht: Dressur-Reiterin berichtet

Doch der Erfolg stellte sich nicht ein: „Donero 2“ war störrisch, vor allem bei Bewegungen nach rechts: „Jede Lektion, die nach rechts war, war mit starkem Wehren verbunden“, berichtete die Dressur-Reiterin vor dem Oberlandesgericht.

Dort wird der Fall gerade zum zweiten Mal verhandelt. Graf Blücher von Wahlstatt hatte den Pferdeverkäufer aus Norddeutschland auf eine Rückabwicklung des Kaufvertrages verklagt, da bei einem Röntgenbefund eine Halswirbelverletzung festgestellt worden war. Zunächst hatte er Recht bekommen, doch der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf und verwies das Verfahren an das Oberlandesgericht zurück. Mit vielen Zeugen, Videos und einem Sachverständigen soll jetzt rekonstruiert werden, ob das Pferd schon vor dem Kauf geschädigt war.

Verhandlung um „Donero 2“: Video zeigt Auffälligkeit beim Training

Ein Tierarzt hatte „Donero 2“ damals zwar einen sehr guten Trainingszustand bescheinigt. Die Dressur-Reiterin gab aber an, bereits beim ersten Probe-Reiten rechts eine Steifheit bemerkt zu haben. „Am nächsten Tag war es aber komplett weg, sonst hätten wir das Pferd nicht gekauft“, sagte sie.

Bei der Verhandlung wurde ein Video gezeigt, auf dem der ehemalige Besitzer von „Donero 2“ bei einem Reittraining zu sehen ist. Dabei sei auffällig, dass die Bewegungen nicht immer symmetrisch seien, argumentierte der Klägeranwalt. Der Gutachter wollte sich jedoch nicht festlegen. „Videoaufzeichnungen geben den realen Bewegungsablauf nicht immer richtig wieder“, erklärte er. Außerdem seien die Probleme auf dem Video auch „reiterlich bedingt“.

Der Kläger: Lukas Graf Blücher von Wahlstatt.

Der Verkäufer beteuert, dass „Donero 2“ bei der Übergabe gesund gewesen sei. Nur weil die Dressur-Reiterin versucht habe, das Pferd vollständig umzustellen, seien die Schwierigkeiten zustande gekommen. Grund für die Beschwerden seien Verspannungen im Rücken.

Störrisches Pferd: Spezialist bescheinigt „Donero 2“ Schmerzreaktionen

Die Dressur-Reiterin betonte dagegen, korrekt vorgegangen zu sein. Schnell hätte es aber Probleme gegeben: „Schon beim zweiten Turnier ist er nur noch gestiegen“, sagte sie. Die Reiterin wandte sich an einen 64-Jährigen aus Prien am Chiemsee (Kreis Rosenheim), der sich seit vielen Jahren mit der Korrektur von Problem-Pferden beschäftigt und „Donero 2“ betreut. Er berichtete, dass das Tier Schmerzreaktionen gezeigt hätte. 

Inzwischen sei „Donero 2“ dank einer Therapie zwar wieder in so einem guten Zustand, „dass man sich mit ihm bei einem Grand-Prix nicht blamieren würde.“ Wenn er sich erschrecke könne es aber immer noch sein, dass er steige. Seine Frau, ebenfalls Dressur-Reiterin, sagte sogar, dass sie mit „Donero 2“ kein Turnier reiten würde. Zu groß sei das Risiko, wegen Widersetzlichkeit des Pferdes disqualifiziert zu werden. Der Prozess dauert an.

Video: Bewegung fördert Stressabbau bei Pferden

Vor einigen Wochen ereignete sich ein schrecklicher Unfall im Landkreis Erding: Ein Pferd ist von der Rennwiese ausgebrochen und Richtung Stadt gelaufen. Dabei hat es einen Radfahrer umgerannt.

Claudia Schuri

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