Badehaus, Exponat
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Historische Aufbereitung: Im Badehaus können Besucher das Leben und teils ergreifende Schicksal der DPs (Displaced Persons, heimatlose Ausländer) auf drei Stockwerken sehr gut nachvollziehen.

Nach Besuch des Festakts „75 Jahre DP Lager“

Stoiber verspricht dem Badehaus Unterstützung

  • Volker Ufertinger
    vonVolker Ufertinger
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Die Ehrenamtlichen des Badehauses bitten dringend um dauerhafte, institutionelle Förderung. Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber wird ihnen dabei helfen.

Wolfratshausen – Der Erinnerungsort Badehaus hat beim Festakt am vergangenen Sonntag einen überzeugten Anhänger hinzugewonnen: Dr. Edmund Stoiber, Ex-Ministerpräsident und zum ersten Mal vor Ort. „Ich war mehr als beeindruckt“, sagt er auf Nachfrage unserer Zeitung. Den Wunsch des Badehaus-Teams nach einer dauerhaften institutionellen Förderung hält er für „absolut nachvollziehbar“. Stoiber kündigt auch an, seinen Einfluss geltend zu machen, um den Ehrenamtlichen zu helfen: „Ich bin gerne bereit, das Badehaus mit seinem tollen Team um Dr. Sybille Krafft im Rahmen meiner Möglichkeiten politisch zu unterstützen.“

Stoiber lebte selbst sieben Jahre in Waldram

Anlässlich des Festakts „75 Jahre DP Lager Föhrenwald“ erwähnte die Vorsitzende des Badehausvereins, dass Stoiber ja selbst lange in Waldram gelebt habe und daher auch Zeitzeuge sei. Tatsächlich ist der langjährige CSU-Vorsitzende 1961 mit seinen Eltern von Oberaudorf nach Waldram gezogen – vier Jahre, nachdem der letzte Bewohner des jüdischen DP Lagers Waldram verlassen hatte. Dort, unter der Postadresse Unter den Föhren 22, blieb Stoiber bis 1968. „Dabei habe ich Waldram sehr genau kennen- und schätzen gelernt.“

Für Stoiber ist das Badehaus ein „Vorbild der Erinnerungskultur, das weit über die Grenzen Wolfratshausens ausstrahlt“. Es handle sich eben um kein lokales Thema. Das Badehaus-Projekt stehe für „einen Teil der unseligen deutschen Geschichte, die wir nie vergessen oder verdrängen dürfen“. Besonders bewegt haben ihn am Sonntag die Interviews mit den Zeitzeugen von damals und die „intensiven Fragen der jungen Mitstreiter an die ehemaligen Displaced Persons“.

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Der Festredner, Michael Piazolo (Freie Wähler), hatte dem Team in seiner Rede nur vage „Projektförderungen“ in Aussicht gestellt. Edmund Stoiber verspricht: „Sollten damit nicht alle Bedürfnisse abgedeckt werden, bin ich gerne bereit, das Badehaus im Rahmen meiner politischen Möglichkeiten zu unterstützen.“

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