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Badegäste sitzen in ihren Schlauchbooten und Schwimmringen an einem Samstag auf der Isar in Muenchen

Landratsamt spricht Fahrverbot aus

Lebensgefahr auf der Isar: Baum noch immer nicht geborgen - Fahrverbot bleibt bestehen

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  • Daniela Schmitt
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Der quer liegende Baumstamm in der Isar, der bereits mehrere Boote auf der Isar zum Kentern brachte, konnte noch immer nicht geborgen werden. Das Fahrverbot bleibt bestehen. 

Update 16. August, 13 Uhr: Aufgrund der weiteren Niederschläge über den Feiertag und des immer noch starken Abflusses der Isar ist eine Bergung des quer im Fluss liegenden Baumstamms durch eine Spezialfirma weiterhin nicht möglich. Das Bootsfahrverbot zwischen der Dürnsteiner Brücke und dem Kraftwerk Mühltal bleibt daher auch übers Wochenende bestehen. Das teilt das Landratsamt am Freitag mit. Der Baumstamm hatte am vergangenen Sonntag bereits mehrere Boote in diesem Bereich aufgerissen und zum Kentern gebracht. Eine Bergung des Baums ist nun im Laufe des kommenden Montags vorgesehen, wenn sich die Lage bis dahin entspannt. Die Polizei hat laut Landratsamt am Mariä-Himmelfahrts-Feiertag die Einhaltung des Fahrverbots kontrolliert und dabei einige Personen bemerkt, die das Fahrverbot missachtet haben. Diese wurden gewarnt und zum Verlassen der Isar aufgefordert. Die Polizei wird ihre Kontrollen auch in den kommenden Tagen aufrecht erhalten. Um noch deutlicher vor den Gefahren durch den Baumstamm zu warnen, hat die Feuerwehr Straßlach in Absprache mit der Polizei Hinweisschilder an den Parkplätzen im Bereich der Dürnsteiner Brücke angebracht und Absperrung mit Flatterband quer über die Isar gespannt.


Update vom 12. August 2019, 20.26 Uhr: Weiter südlich ist das Befahren der Isar zwischen dem Ortsteil Einöd (Gemeinde Egling) und der Marienbrücke (Wolfratshausen) momentan ebenfalls verboten. „Grund dafür sind die durch das Hochwasser zerstörten und beschädigten Kabelleitungen bei Ascholding, wo sich vermutlich auch unter der Wasserlinie frei schwimmende Rohrleitungen und Gegenstände im Abschlussbereich der Isar befinden“, teilt eine Sprecherin des Landratsamts Bad Tölz-Wolfratshausen mit.

Auch das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) der Stadt München appelliert an die Umsicht der Wassersportler. „Die Isar ist und bleibt ein Wildfluss“, warnt eine Sprecherin. „Strudel, Wasserwalzen, Wehranlagen sowie große Steine und Wurzeln unter der Wasseroberfläche sind vom Boot aus nicht immer erkennbar.“

Immer wieder kommt es zu lebensbedrohlichen Unfällen, weil Paddler mit ihren Booten in Wasserwalzen geraten. Nach der Bade- und Bootverordnung ist das Bootfahren grundsätzlich nur bis zu den Bootshäusern auf Höhe der Thalkirchner Brücke erlaubt. Für die innerstädtische Isar wurden zuletzt 2017 „einzelfallbezogene Bootfahrverbote“ aufgrund von Hochwasser verhängt.

Momentan kein Thema: Laut Daten des Wasserwirtschaftsamts liegt der Wasserstand der Isar im Stadtgebiet bei 106 Zentimetern (Stand gestern). Die Meldestufe 1 (von 4) ist bei 240 Zentimetern erreicht. „Bei Meldestufe 1 wären die Liegewiesen entlang des Flusses überschwemmt“, sagt Christian Leeb, Leiter des Wasserwirtschaftsamts.

Unsere Erstmeldung vom 12. August 2019: 

Landkreis München - Die Gefahr lauert nur wenige Zentimeter unter der Wasseroberfläche: Für Bootsfahrer nicht sichtbar liegt ein angeschwemmter Baumstamm zwischen der Dürnsteiner Brücke und dem Kraftwerk Mühltal quer im Wasser. 

Ein quer liegender Baumstamm in der Isar zwischen Dürnsteiner Brücke und Kraftwerk Mühltal bringt Boote zum Kentern.

Er hat am Sonntagnachmittag laut Landratsamt bereits mehrere Boote zum Kentern und deren Insassen in Lebensgefahr gebracht. Bis die Gefahr beseitigt werden kann, darf das betroffene Teilstück nicht befahren werden.

Baum reißt Gummiboote auf: Mehre Notfalleinsätze auf der Isar

Die Gefahr sei mehr als heimtückisch, denn von weitem ist der Baumstamm nicht zu sehen. Gummiboote reißt er schnell auf und bringt auch andere Boote leicht zum Kentern. Mehrere Notfalleinsätze haben sich am Sonntagnachmittag deshalb schon ereignet. Da es sich als schwierig herausgestellt hat, den Baumstamm unmittelbar zu entfernen, hat die Freiwillige Feuerwehr Straßlach zunächst alle weiteren Bootsfahrer gewarnt und zum Ausstieg aufgefordert – laut Landratsamt aber nicht immer mit Erfolg. 

Befahren der Isar in diesem Bereich bis auf Weiteres verboten

Um Wassersportler und Rettungskräfte nicht weiter zu gefährden, hat das Landratsamt München nun eine Allgemeinverfügung erlassen und das Befahren der Isar zwischen der Dürnsteiner Brücke und dem Kraftwerk Mühltal bis auf Weiteres komplett untersagt. Sobald die Gefahrensituation behoben ist, soll das Bootsfahrverbot wieder aufgehoben werden.

pk

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