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Stellten das neue Programm vor: (v. li.) Dr. Kaija Voss, Carla von Meding, Dr. Sybille Krafft und Anja Brandstäter.

Historischer Verein Wolfratshausen

Streiflichter aus der Geschichte

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Wolfratshausen - Auch 2018 kommt das Thema Geschichte nicht zu kurz in Wolfratshausen - dank dem Historischen Verein. Erneut werden viele spannende Vorträge und Führungen geboten. 

Wolfratshausen– Beim Historischen Verein Wolfratshausen ist die Stimmung derzeit prächtig. „Wir sind noch immer beflügelt von der Verleihung des Kulturpreises“, sagt Vorsitzende Dr. Sybille Krafft. Und die Aussichten sind ebenfalls rosig: Irgendwann im Sommer wird das große Erinnerungsprojekt Waldramer Badehaus eingeweiht. Zudem bietet der Verein 2018 wieder viele spannende Vorträge und Führungen. Diese hat Krafft zusammen mit Mitstreitern am Montag der Presse vorgestellt.

Am 25. Januar nimmt sich die Architekturhistorikerin Dr. Kaija Voss eines Themas an, das dem Historischen Verein seit jeher am Herzen liegt: der historischen Bauten. Wolfratshausen befindet sich in der glücklichen Lage, dass die Bausubstanz in beiden Weltkriegen von Zerstörung weitgehend verschont geblieben ist. Dafür droht ihr jetzt Gefahr – Stichworte Siedlungsdruck und Verkehr. „Wir haben ja etliche Sorgenkinder“, so Voss. An dem Abend soll der Blick auf diese Denkmäler gelenkt werden, denn: „Architektur kann und muss man sehen lernen.“ Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Wirtshaus Flößerei, der Eintritt ist frei.

Zum Internationalen Frauentag am 8. März erinnert der Historische Verein in der Kulturbühne Hinterhalt an Emerenz Meier (1874 - 1928), „eine zu Unrecht vergessene bayerische Volksdichterin“, so Krafft. Ihr tragisches Leben hat der in Dietramszell aufgewachsene Filmemacher Jo Baier in dem Streifen „Schiefweg“ dokumentiert. Dieser Film, der 1989 mit dem Grimme-Preis prämiert wurde, wird im Beisein des bekannten Regisseurs gezeigt. Christine Noisser liest, der Sirenenchor singt. Beginn ist um 19 Uhr, der Erlös kommt dem Badehaus zugute.

Dem Gedächtnis der Stadt nähert sich der Historische Verein am 3. April durch einen Besuch im Stadtarchiv. Dort, an der Bahnhofstraße, wird Archivar Simon Kalleder den Besuchern all die Bilder, Urkunden und Protokolle zeigen, die die Erinnerung an alte und uralte Zeiten bewahren. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, Mitglieder haben Vorrang. Gleiches gilt für die Exkursion am 29. September zur Bayerischen Landesausstellung „Mythos Bayern“ im Kloster Ettal. Exklusive Führungen werden durch einen Besuch der Klosterbrauerei abgerundet.

Moderne jüdische Architektur im Badehaus

Die erste Sonderausstellung im Badehaus wird jüdischen Architekten der Moderne gewidmet sein. Kaija Voss findet das sehr passend: „Es ist gut, wenn die ursprüngliche NS-Architektur des Badehauses damit konfrontiert wird“, sagt sie. Gezeigt werden Schwarz-Weiß-Bilder von jenen teils atemberaubend schönen Häusern, die Männer wie Fritz Landauer, Erwin Gutkind oder Bruno Ahrends – allesamt von den Nazis zur Emigration gezwungen – in aller Welt gebaut haben. Etwa in Tel Aviv. Die Fotos stammen von dem Berliner Fotografen Jean Molitor.

Wann die Ausstellung eröffnet wird, ist noch unklar. Klar ist hingegen, dass zur Eröffnung – sie ist Mitgliedern des Historischen und des Badehausvereins vorbehalten – ein Film von Dr. Sybille Krafft und Sebastian d’Huc gezeigt wird, die gemeinsam in Tel Aviv gedreht haben. Interviewpartner war unter anderem Robbi Waks, der in Föhrenwald aufwuchs, nach Israel auswanderte und dort Historiker wurde. Die Ausstellung „Jüdische Architekten der Moderne und ihre Wirken in der Welt“ wird von Juli bis September im Badehaus zu sehen sein.

Bekanntlich jährt sich die Ausrufung des Freistaats Bayern zum 100. Mal. Das nimmt Michael E. Holzmann, Historiker und Vereinsmitglied, am 7. November zum Anlass, im Pfarrheim St. Andreas über die Räterepublik im Oberland zu sprechen. „Das wird spannend und sehr informativ“, verspricht Krafft. Es empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung, Mitglieder haben Vorrang.

Infos im Internet:

www.histvereinwor.de

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