Schock-Nachricht: Schlagerstar Vanessa Mai verletzt sich bei Bühnen-Unfall schwer

Schock-Nachricht: Schlagerstar Vanessa Mai verletzt sich bei Bühnen-Unfall schwer
+
Die Energiewende „von unten nach oben“ forcieren: Diesem Ziel hat sich der 46-jährige Wolfratshauser Justus Schütze verschrieben.

„Buzzn“ soll Konsumverhalten ändern

Strom selbst produzieren: Wolfratshauser kämpft für Energiewende

Weil er das Energieverhalten der Gesellschaft ändern will, hat Justus Schütze aus Wolfratshausen ein Stromnetzwerk gegründet. Er bringt private Produzenten und lokale Abnehmer zusammen.

Wolfratshausen – Sein früheres Leben bezeichnet er rückblickend als „sinnleer“, sein Gehalt von damals sieht er als „Schmerzensgeld“. Der Wolfratshauser Justus Schütze arbeitete bis 2007 für den Energiekonzern Vattenfall, genauer gesagt als Geschäftsführer eines polnischen Ablegers des Unternehmens. Irgendwann war ihm die lukrative Tätigkeit nicht mehr erfüllend genug. Schütze stieg aus und gründete ein Energieaustausch-Netzwerk für Privatpersonen. Sein Ziel: „Wir wollen einen Beitrag zur Energiewende von unten leisten.“

Schütze litt lange unter einem inneren Konflikt: Sein Job als Geschäftsführer der Vattenfall Trading Services Poland ließ sich nicht mit seinem ökologischen Gewissen vereinbaren. So warb der Wolfratshauser beispielsweise auf einer großen Energiekonferenz für die Carbon Capture and Storage- (CCS-) Methode. Ein Verfahren, bei dem Kohlendioxid aus dem Abgas von Kohlekraftwerken abgesondert und anschließend in unterirdische Kavernen gepresst wird. „Das Konzept ist totaler Irrsinn“, sagt der 46-Jährige heute.

Den ökologischen Fußabdruck reduzieren 

Berufsbedingt pendelte der Wolfratshauser regelmäßig mit dem Flugzeug zwischen Hamburg, Berlin und Warschau – und hinterließ dabei jedes Mal einen riesigen ökologischen Fußabdruck. Hinzu kam die räumliche Trennung von Familie und Freunden. Das alles geschah zu einer Zeit, in der Störungen in Atomkraftwerken für Schlagzeilen sorgten. Unterm Strich also viele kleine Tropfen, die das Fass zum Überlaufen brachten: Der heute passionierte Umweltschützer stieg aus dem „Hochgeschwindigkeits-Lebensstil“ und dem Konzern aus und genehmigte sich ein Sabbatjahr.

Schütze brachte sich in Initiativen ein, mit dem Ziel, die Energiewende zu unterstützen. Dabei traf er auf den Münchner Danusch Mahmoudi. Die beiden entwickelte das Konzept von „Buzzn“. Es handelt sich um ein alternatives Stromunternehmen, das private Eigenproduzenten und lokale Abnehmer zusammenbringt. Ein soziales und ökologisches Projekt gleichermaßen. In Wolfratshausen beispielsweise versorgen sechs Stromproduzenten 36 Parteien. Schütze ist einer der Stromgeber. Auf dem Dach seines Hauses hat er Fotovoltaik-Anlagen installieren lassen, im Keller brummt ein Blockheizkraftwerk, das Strom und Wärme produziert. Auf einer Anzeigetafel sieht der Schütze, wie viel Strom er dadurch gewinnt und wie hoch der Verbrauch im eigenen Haus ist. Über die Hälfte der selbst produzierten Energie fließt beim Besuch unserer Zeitung in die „Buzzn-Community“ ab. „Das liegt aber daran, dass heute ein recht trüber Tag ist. Wenn die Sonne scheint, ist es mehr.“

Bewusstsein für Verbrauch ändert sich 

Der Verbrauch des Hauses, in dem acht Personen leben – Schütze mit seiner Frau und seinem fünfjährigen Sohn, seine Eltern und die Familie seiner Nichte – ist gering. „Wenn man selbst Energie produziert, bekommt man ein anderes Bewusstsein für seinen Verbrauch.“ Das kleine Elektroauto, das sich die Hausbewohner teilen, wird aufgeladen, wenn die Sonne scheint – und die PV-Anlage auf dem Dach mehr Ertrag bringt. „Wir haben auch keinen Wäschetrockner oder eine Klimaanlage.“

Die intensiven Gedanken, die sich Schütze über seinen privaten Energieverbrauch macht, möchte er mit „Buzzn“ in der Gesellschaft verbreiten. „Es geht um die Frage, ob der Energieverbrauch jedes Einzelnen ökologisch kompatibel ist mit acht Milliarden anderen Menschen auf dem Planeten.“ Es klingt idealistisch, wenn Schütze davon spricht, eine „ökologische und soziale Transformation“ des Energie- und Konsumverhaltens mitgestalten zu wollen. Durch das Stromnetzwerk, das er 2010 gegründet hat, leistet er aber einen Beitrag dazu. „Die rund 3000 Menschen, die von ,Buzzn’ ihren Strom beziehen, wissen wo er produziert wird und gehen achtsam damit um.“

Infos im Internet:

www.buzzn.net

Dominik Stallein 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach fast 20 Jahren: Gummibärchenladen am Marienplatz muss schließen
Schlechte Nachricht für alle Naschkatzen: Der Gummibärchenladen in der Altstadt schließt Ende Mai. Inhaber Tobias Krätzschmar bedauert diesen Schritt sehr. „Aber es geht …
Nach fast 20 Jahren: Gummibärchenladen am Marienplatz muss schließen
Was Integration bedeutet - und was nicht
Die Stadt Geretsried hat ein Integrationskonzept. Beim zehnten Integrationsforum stellten es die Verantwortlichen vor und sagten klar, was sie damit erreichen wollen - …
Was Integration bedeutet - und was nicht
Geheimnisvolle Ruinen im Wald um Geretsried: Was dahintersteckt - und wie man sie findet
Die Tür der Betonsäule fehlt, die Außenwände sind verwittert. Allmählich erobert Moos das Gestein. Im Geretsrieder Wald verwittern sonderbare Ruinen. Das steckt dahinter …
Geheimnisvolle Ruinen im Wald um Geretsried: Was dahintersteckt - und wie man sie findet
Starnberger See: Stand-Up-Paddler stürzt unterkühlt ins Wasser - er hatte Riesenglück
Wäre der Stand-Up-Paddler wenige hundert Meter später ins Wasser gestürzt, hätte er vielleicht nicht überlebt. Doch dem Ort und den Menschen dort verdankt er nun sein …
Starnberger See: Stand-Up-Paddler stürzt unterkühlt ins Wasser - er hatte Riesenglück

Kommentare