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So attraktiv können Unterkünfte für Flüchtlinge sein: Im Kloster Beuerberg sollen einmal bis zu 75 Asylberwerber eine Heimat finden.

Eine Übersicht

Stühlerücken: Flüchtlinge verlassen bisherige Unterkünfte

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Bad Tölz-Wolfratshausen – Im Landkreis verlassen momentan viele Flüchtlinge ihre bisherigen Unterkünfte – eine Übersicht.

Viel Bewegung herrscht derzeit in den Flüchtlingsunterkünften in der Region. Einige werden geräumt, andere neu bezogen. Unsere Zeitung hat den Sachstand erfragt.

Wolfratshausen

Im ehemaligen Vermessungsamt in Wolfratshausen könnten künftig bis zu 80 Asylbewerber unterkommen.

191 Flüchtlinge leben derzeit in der Loisachstadt. Das teilt Asylhelferkreis-Koordinatorin Ines Lobenstein auf Nachfrage mit. Verteilt sind sie auf 19 Unterkünfte unterschiedlicher Größe im gesamten Stadtgebiet. Das ehemalige Vermessungsamt bietet laut Lobenstein weitere 80 Plätze, steht aber leer. So gut wie abgeschlossen ist auch der Umbau des alten Pfarrheims, das kurzfristig weitere 80 Plätze bieten wird. Wie berichtet, hat die Staatsregierung beschlossen, die Flüchtlinge nicht mehr dezentral, sondern in Gemeinschaftsunterkünften unterzubringen. Daraufhin musste die Stadt die Planungen für fünf Unterkünfte stoppen.

Geretsried

Die Stadt Geretsried beherbergt gegenwärtig 165 Asylbewerber. Das legt die aktuelle Statistik des Landratsamts nahe. Diese verteilen sich auf das jüngst bezogene Quartier an der Blumenstraße, die Unterkunft am Robert-Schumann-Weg sowie verschiedene Wohnungen im Stadtgebiet. An der Blumenstraße hat das Landratsamt wie berichtet in der ehemaligen Lagerhalle der Firma Filigran Wohncontainer aufstellen lassen. Insgesamt 150 Plätze stehen dort zur Verfügung.

Dietramszell

Die Gemeinde verfügt derzeit über 37 Plätze für Flüchtlinge, wie Bürgermeisterin Leni Gröbmaier (Bürgerliste Dietramszell) auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt. Davon entfallen 25 Plätze auf Unterkünfte in Schönegg, zwei auf Ascholding sowie zehn auf Peretshofen. Sämtliche Einheiten sind privat und von der Gemeinde angemietet. Die Planungen hätten laut Gröbmaier 214 Plätze bis Jahresende vorgesehen – so wie es die Quote vorsieht. Mitten in der Planung befinden sich Gröbmaier zufolge noch zwei Wohnungen mit zwölf Plätzen. Zur Debatte stünden zudem nach wie vor 52 Plätze im Schulhaus Linden sowie eine Unterkunft im Ortsteil Bairawies. Gröbmaier bewertet die Kehrtwende der Staatsregierung als sehr unerfreulich. „Erst ging es von Null auf Hundert. Jetzt von Hundert auf Null. Mir gefällt das überhaupt nicht. Zumal ich nicht glaube, dass bald keine Flüchtlinge mehr kommen.“

Egling

60 Asylbewerber beheimatet die Egling aktuell, sagt Asylkoordinatorin Katharina Bernlochner. Diese seien privat untergebracht. Und zwar an Standorten in Ergertshausen (17), Neufahrn (7), Deining (30) und Riedhof (6). Im Gespräch sei in der Vergangenheit auch eine weitere Unterkunft im Eglinger Gewerbegebiet gewesen. „Die war aber nie final mit dem Amt abgesprochen und liegt im Moment auf Eis“, sagt Bernlochner. Als Asylkoordinatorin sei sie recht glücklich, „dass nun nicht permanent neue Flüchtlinge nachkommen. Wir haben auch so genügend zu tun.“ Die Ressourcen sollen in die Integration der Asylbewerber in den Arbeitsmarkt gesteckt werden.

Icking

Die Turnhalle des Rainer-Maria-Rilke-Gymnasiums, die bislang 65 Asylbewerbern als Unterkunft diente, wurde vor zwei Wochen geräumt – 51 Flüchtlinge sind in die Halle an der Blumenstraße in Geretsried gezogen (wir haben berichtet). In angemieteten Immobilien leben Sozialberaterin Sophie Buchheit zufolge weitere 44 Flüchtlinge. 35 Flüchtlinge seien direkt in Icking, neun in Irschenhausen untergebracht, informiert Buchheit. Geplant sei zudem eine Unterkunft mit Raum für 50 bis 60 Geflohene.

Eurasburg

Summa summarum stehen hier 113 Plätze für Asylbewerber zur Verfügung, wobei laut Bürgermeister Moritz Sappl 85 belegt sind. 20 Plätze bieten die zehn Container am Sportheim, dem so genannten „Glaspalast“ (17 sind belegt). 18 Plätze stehen in drei von der Gemeinde angemieteten Einheiten zur Verfügung. Das derzeit im Umbau befindliche Kloster Beuerberg soll dereinst 75 Asylbewerbern Zuflucht bieten. Laut Quote würden auf Eurasburg bis Ende 2016 177 Asylbewerber entfallen, teilt Sappl weiter mit. Mit über 180 Plätzen sei man auf der sicheren Seite.

Königsdorf

Königsdorf hat 36 Plätze für Flüchtlinge. Die befinden sich allesamt in einer umgenutzten Gewerbehalle. Belegt sind davon momentan 24. Laut Asylkoordinator Maximilian Donner habe die Gemeinde derzeit nichts mehr in petto. Zwar sei eine weitere Unterkunft geplant gewesen. „Aufgrund der Aktualität wird das aber erstmal nicht weiter verfolgt.“ Die Kehrtwende der Staatsregierung sieht er als „Risikofaktor.“ Die Gemeinde liege derzeit erfreulicherweise knapp über dem Soll. „Wir lehnen uns deshalb aber nicht zurück.“ Ein erneutes Umschwenken der Politik fände Donner „gar nicht schön“.

Münsing

Von einem „Umbruch in Münsing“ spricht Regina Reitenhardt, Sozialreferentin der Gemeinde. Vor kurzem sei nämlich der Gemeindesaal, der mit 24 Flüchtlingen belegt war, geleert worden. „Alle 43 Asylbewerber sind nun in Privathäusern untergebracht“, sagt Reitenhardt. Diese liegen in Münsing, Ammerland und Ambach. Die Gemeinde habe bis vor Kurzem zusätzliche Unterkünfte geplant und war entsprechend auf Grundstückssuche. „Konkrete Pläne wurden aber noch nicht eingereicht. So weit waren wir noch nicht“, sagt Reitenhardt weiter. Die Planungen seien nun gestoppt worden. „Die Quote ist ja erreicht. Wir warten jetzt erst einmal ab.“ Es gebe ja im Landkreis ausreichend andere Unterkünfte, die belegt werden könnten, sollte der Zustrom wieder zunehmen. Im Falle des Falles verfüge Münsing über weitere 14 Plätze in einer Wohnung als Puffer. Selbst in den momentan ruhigen Zeiten gebe es in Asylangelegenheiten einen ständigen Wandel, sagt Reitenhardt. Die Gemeinde könne darauf flexibel reagieren. „Wir wären gegebenenfalls gerüstet.“

ah

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