"Angebot ist dort sehr gut aufgehoben"

Suche beendet: Tafel-Ausgabe bleibt im LaVida

Wolfratshausen - Die Suche nach neuer Unterkunft für die Tafel in Wolfratshausen ist beendet. Die Zusammenarbeit funktioniert offenbar gut.

„Lahmarschig“ – so nannte der Vorsitzende der Geretsrieder-Wolfratshauser Tafel, Peter Grooten, die Stadt Wolfratshausen vor etwa einem Monat. Der Grund: Die Tafel sucht bereits seit geraumer Zeit eine neue, größere Ausgabestelle für die Lebensmittelverteilung. Das Jugendhaus La Vida, in der die Ausgabe derzeit stattfindet, sei dem Ansturm an Bedürftigen nämlich kaum mehr gewachsen, sagte Grooten damals. Nach dem Jahresbericht der La Vida-Chefin Sarah Lössl-Mende in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kultur, Jugend und Soziales tauchte das Thema wieder auf. CSU-Stadtrat Peter Plößl erkundigte sich, ob es einen neuen Stand gibt. „Mir ist nicht bekannt, dass die Tafel neue Räumlichkeiten gefunden hätte“, antwortete Lössl-Mende. Auch Rathauschef Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen) hatte nichts Neues zu vermelden.

Peter Grooten, Vorsitzender der Geretsrieder-Wolfratshauser Tafel

Sozialarbeiterin Lössl-Mende sieht keinen allzu großen Handlungsbedarf: „Die Zusammenarbeit zwischen Jugendhaus und Tafel funktioniert gut.“ Die ehrenamtlichen Mitarbeiter legten großen Wert darauf, dass das Jugendhaus am Josef-Bromberger-Weg nach der Ausgabe ordentlich und sauber hinterlassen wird. BVW-Stadtrat und Ex-Bürgermeister Helmut Forster fügte an: „Ich bin der Meinung, dass dieses Angebot im La Vida sehr gut aufgehoben ist.“
 
Plößl regte an, dass die „Ausgabe in einem würdevollen Rahmen“ stattfinden sollte. Es sei ihm sehr wichtig, dass eine Inanspruchnahme der Tafel für die Bedürftigen keinen Almosencharakter habe. Stadtratskollege Fritz Meixner (SPD) konnte das nachvollziehen, Nachholbedarf habe die Loisachstadt jedoch nicht. Nach seinem Dafürhalten erfülle die Ausgabe in Wolfratshausen diese Ansprüche bereits. „Wir hatten schon andere Versorgungsstationen. Es lief noch nie so würdevoll ab wie derzeit.“ Der Verwaltungsdirektor des Wolfratshauser Rathauses, Franz Gehring, pflichtete ihm bei. „Ich habe nicht das Gefühl, dass sich die Menschen dort unwohl fühlen.“

Tafel-Chef Peter Grooten hat seine Bemühungen, eine Alternative zum Jugendhaus zu finden, inzwischen eingestellt. „Wir suchen nicht mehr aktiv nach einer neuen Ausgabestelle. Wir haben uns mit der Situation abgefunden.“ Die Tafel habe eine interne Lösung gefunden: Die Bedürftigen erhalten ihre Lebensmittel seit einiger Zeit im 14-Tages-Rhythmus. Daran wird sich kurzfristig vermutlich nichts ändern. „Wir fühlen uns wohl im La Vida. Die Zusammenarbeit funktioniert gut“, sagt Grooten. Momentan wolle man auch nichts an der Situation ändern. Aber: „Wenn sich eine neue Möglichkeit ergibt, können wir darüber nachdenken.“

dst

Rubriklistenbild: © dpa

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