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Auf neuen Positionen müssen sich einige Akteure des BCF Wolfratshausen wie Christian Duswald (li.) angesichts der Verletzungssorgen zurechtfinden.

Wolfratshausen

BCF sucht seinen Standort

Fußball - Bayernligist Wolfratshausen bestreitet sein erstes Match nach der Winterpause am Sonntag in Erlbach. Wegen der vielen Ausfälle ist Trainer Reiner Leitl zu Umstellungen gezwungen.

Ehe der Bus am morgigen Sonntag um 10.15 Uhr am Sportheim für die Fahrt zum TSV Erlbach anrollt (Anpfiff: 14.30 Uhr) anrollt, müssen die Fußballer des BCF Wolfratshausen acht Wochen Vorbereitung aus den Beinen schütteln. Zweifellos eine erkleckliche Zeitspanne, um sich für vergleichsweise läppische zwölf ausstehende Punktspiele zu präparieren.

So der Normalfall. Doch ist im Frühjahr 2016 in Farchet weder irgendetwas normal und schon gar nicht von geringer Bedeutung. Es wird eine andere Mannschaft sein, die den exponierten Status des Bayernliga-Vertreters für die Stadt Wolfratshausen bis zum 21. Mai verteidigen will. Keine neuen Namen, aber eine veränderte Zusammensetzung. Spieler, die bislang hinten anstanden, dürfen, nein, müssen sich einbringen. Florian Scheck, Fabio Ratte, Markus Rappel und Enim Kaya seien hier genannt.

Etablierte Akteure wiederum finden sich plötzlich auf ungewohnten Positionen wieder. Onur Misirlioglu beispielsweise als zentraler Abräumer, und auch Christian Duswald wird nicht mehr jedes Mal an der rechten Seitenlinie verteidigen. „Wir müssen mit diesem Personal auskommen“, stellt Trainer Reiner Leitl lapidar fest.

Viele seiner Führungsspieler oder Leistungsträger sind auf Sicht nicht verfügbar. Aussichtsreichste Rückkehrer seien Basti Pummer und Marco Höferth, „allerdings nicht vor April“, betont der BCF-Coach. Michael Rauch, der sich jüngst bei einem Pressschlag wehtat, sollte in zwei Wochen wieder eingreifen können. Über die anderen Schicksale möchte man eigentlich gar nicht mehr sprechen: Das vermeintliche Karriereende von Lamine Guèye nach wiederholt schwerer Knieverletzung hebt sich dabei noch von den Prognosen anderer Pechvögel ab. Thomas Edlböck, Paul Müller und Michael Marinkovic bereiten sich praktisch schon auf die kommende Spielzeit vor. Und dies mit der festen Überzeugung, abermals in der Bayernliga aufzulaufen.

Was aber noch nicht so sicher ist. Bislang steht mit Ruhmannsfelden lediglich der Direktabsteiger fest, die vier Relegationsplätze sind längst nicht vergeben. Eine der bedrohlichen Positionen besetzt der morgigen Gastgeber TSV Erlbach. Jener Aufsteiger, der personell nahezu unverändert aus der Winterpause kam und beim TSV Schwabmünchen, einem weiteren Relegationskandidaten, mit 1:2 den Kürzeren zog. Die Tags zuvor angesetzte Begegnung des BCF mit dem TSV Bogen wurde erwartungsgemäß auf den Ostermontag (16 Uhr) verlegt.

Müssen und Sollen sind beim BCF in der aktuellen Situation vielleicht nicht die besten Ratgeber. Können dagegen schon. Farchets Cheftrainer sieht in Erlbach eine „gute Möglichkeit, uns von unten etwas abzusetzen“. Um den Spannungsbogen aufrechtzuerhalten, versuchte Leitl in der letzten Trainingswoche Spaß zu vermitteln. „Wir haben viel gelacht“, versichert der 55-Jährige. Die Partie in Erlbach werde für seine Mannen eine wichtige Standortbestimmung. „Wir brauchen jetzt einen Messpunkt, um zu sehen, wo wir stehen“, betont Leitl. Bestenfalls mit guter Laune gegen 17 Uhr vor dem Bus, in Erwartung einer hoffentlich lustigen Rückreise. or

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