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In historischer Kleidung (v. li.): Die Organisatoren Dr. Sybille Krafft und Assunta Tammelleo.

Wahlrecht als Waffe

"Suffragetten": Kino-Event nur für Frauen

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Wolfratshausen – Ein besonderes Kino-Event nur für Frauen: Dazu lädt der Kulturverein Isar-Loisach (KIL) gemeinsam mit dem Historischen Verein Wolfratshausen ein. Und zwar zum internationalen Frauentag.

Im Film „Suffragetten – Taten statt Worte“ geht es um ein beinahe vergessenes Kapitel der Zeitgeschichte. Noch keine 100 Jahre ist es her, dass englische Feministinnen um Emmeline Pankhurst zuerst gewaltlos und später militant um das Frauenwahlrecht kämpften und dafür Spott und Hohn der männlichen Amts- und Würdenträger erhielten. In den Hauptrollen sind Brendan Gleeson, Carey Mulligan und Meryl Streep zu sehen.

Erst 1918 wurde ihnen in Großbritannien das eingeschränkte Wahlrecht erteilt, das an Alter und Besitz gebunden war. Erst zehn Jahre später durften sie uneingeschränkt wählen. In Deutschland erhielten Frauen 1918 das aktive und passive Wahlrecht.

Leider wisse man heute nicht mehr viel über die Suffragetten in England, sagt Dr. Sybille Krafft, Vorsitzende des Historischen Vereins Wolfratshausen. „Ich finde es ungeheuerlich, dass erst jetzt ein Film über ihren unermüdlichen Kampf gezeigt wird.“ Der speziell für Frauen organisierte Kinoabend im Wolfratshauser Kino soll kein gewöhnlicher werden. Geplant ist ein demonstrativer Marsch in historisch nachempfundenen Kleidern mit Hut, Schirm und Stiefeletten vom Rathaus bis zum Kino. „Wir laden Frauen aller Altersgruppen dazu ein.“ Treffpunkt ist um 18.45 Uhr vor dem Rathaus-Eingang. Von dort wird zum Kino marschiert.

„Das soll keine Kostümshow werden. Damit wollen wir den Frauen von einst unsere Ehre erweisen und an sie erinnern“, so Krafft. Kinobetreiberin Gudrun Heigl überlässt an diesem Abend den Kinoablauf den Organisatorinnen. „Es gibt einen Sektempfang. Sybille Krafft wird einen historischen Rückblick geben und auch an die ersten Parlamentarierinnen in Bayern und Wolfratshausen erinnern“, verrät Assunta Tammelleo, Vorsitzende vom KIL.

Nach der Filmvorführung wollen die Macherinnen mit dem weiblichen Publikum darüber diskutieren. „Mit dieser Aktion wollen wir bewusst machen, welchen Wert das Frauenwahlrecht hat, angesichts der herrschenden Wahlmüdigkeit in der heutigen Zeit“, sagt Tammelleo. Schließlich seien Frauen heute noch durch Kindererziehung und fehlenden Arbeitsjahren in der Rente später benachteiligt. „Bei vielen bleiben dann noch unterm Strich gerade mal 550 Euro Mindestrente übrig.“ Krafft und Tammelleo geben sich kämpferisch: „Frauen, setzt Eure Rechte gezielt ein, das Wahlrecht ist eine Waffe.“

von Andrea Weber

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