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Dunkle Wolken haben sich über dem geplanten Surfwellen-Projekt zusammengebraut.

Diplom-Ingenieur legt Kostenberechnung vor

Surfwelle: Böse Weihnachts-Überraschung für Wolfratshauser Stadtrat

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Tief durchschnaufen mussten die Wolfratshauser Stadträte am Dienstagabend. Die geplante Surfwelle in Weidach wird deutlich teurer als bisher geschätzt. Dem Projekt droht das Aus.

Wolfratshausen – Die Hiobsbotschaft platzte ausgerechnet in die Weihnachtssitzung des Stadtrates. Die im Ortsteil Weidach geplante künstliche Surfwelle wird deutlich teurer als angenommen.Bislang lag den Räten eine Kostenschätzung vor: 410 000 Euro brutto. Nun gibt’s eine Kostenberechnung, die besagt: knapp 674 000 Euro brutto. In dieser Summe sind allerdings bereits rund 70 000 Euro Planungskosten enthalten.

Rund 265 000 Euro brutto Mehrkosten: Da mussten alle Bürgervertreter am Dienstagabend einmal tief durchschnaufen. Vor allem, weil sie wenige Minuten vorher den Haushalt 2019 verabschiedet hatten, den Bürgermeister Klaus Heilinglechner mit den Worten kommentiert hatte: Durch die hohen Investitionen – unter anderem kostet die Modernisierung und Erweiterung des Schulzentrums am Hammerschmiedweg in den nächsten Jahren rund 30 Millionen Euro – würden „Reserven aufgebraucht“. Für „Wünsche“ gebe es keinen finanziellen Spielraum mehr.

Ein Wunsch vieler, vor allem junger Wolfratshauser, ist die Surfwelle. Ein „hochkomplexes, innovatives Pilotprojekt“, wie die städtische Tourismusmanagerin, Gisela Gleißl, in der Sitzung betonte. Genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Für das Vorhaben gibt’s keine Lösungen von der Stange, die notwendige „Stahlwasserbaukonstruktion“ muss exakt auf den Standort in Weidach zugeschnitten werden, erklärte Dr. Roland Hoepffner, Leiter Wasserbau beim Münchner Büro Fichtner Water & Transportation. Die Welle muss laut Hoepffner „voll versenkbar“ sein und dem wechselnden Wasserspiegel der Loisach sowie den diversen Strömungsgeschwindigkeiten Rechnung tragen. Der Diplom-Ingenieur, der in Wolfratshausen aufgewachsen ist, sagte mit Nachdruck: „Ich will eine Welle, die 100-prozentig funktioniert, das liegt mir am Herzen, alles andere wäre fatal.“ Wie schon Gleißl stellte Hoepffner fest: „Es handelt sich um ein sehr komplexes hydraulisches Bauwerk.“ Nach Auswertung erster Angebote gehe er davon aus, dass die „verstellbare Stahlkonstruktion“ bis zu 250 000 Euro kosten wird. Das sind gut 100 000 Euro mehr als geschätzt.

Ja, antwortete Hopffner auf Nachfrage, es gebe technisch simple und somit günstige Anlagen. „Ich würde mich freuen, wenn wir die einbauen könnten, doch die sind für Wolfratshausen gänzlich ungeeignet.“ Nicht zuletzt müsse auf den Betreiber des Kraftwerks in Weidach Rücksicht genommen werden. Unterm Strich dürfe die Surfwelle dessen Stromertrag nicht schmälern.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Wie berichtet hat die europäische Leader-Aktionsgruppe im Landkreis das Projekt mit Bestnoten beurteilt und 172 000 Euro Fördermittel zugesagt. Laut Gleißl könnten zusätzliche 110 0000 Euro in die Loisachstadt überwiesen werden. Ein beantragtes Leader-Projekt habe sich inzwischen zerschlagen, das noch verfügbare Geld habe man Wolfratshausen „in Aussicht gestellt“, sagte die Tourismusmanagerin. Der Haken an der Sache: Ende Februar tagt der Leader-Ausschuss – liegt kein Antrag aus der Flößerstadt auf dem Tisch, ist das Geld futsch.

Zum Schwur kommt’s ergo im Februar: Die Stadträte sollten nun „die besinnlichen Tage“ für eine Entscheidungsfindung nutzen, so Rathauschef Heilinglechner. In gut zwei Monaten müsse entschieden werden: Surfwelle „Stop or Go“? Heilinglechner räumte am Dienstag ein, dass ihn die Differenz zwischen Kostenschätzung und -berechnung „extrem erschrocken“ habe.  cce

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