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Dr. Hans Schmidt, Sprecher der Grünen im Wolfratshauser Stadtrat.

Grünen-Sprecher erneuert Kritik an Verwaltung

Surfwelle: Projektunterlagen „unter aller Sau“

Grünen-Sprecher Dr. Hans Schmidt legt nochmal nach: Er hält Bürgermeister und Stadtverwaltung ein schlechtes Management des Surfwellen-Projekts vor.

Wolfratshausen – Acht Bedingungen müssen erfüllt sein, damit die Stadt die in Weidach geplante Surfwelle mit – maximal – 400 000 Euro bezuschusst. Einige der Vorgaben an den Verein „Surfing Wolfratshausen“ bleiben wie berichtet unter Verschluss. Wie Dr. Hans Schmidt, Sprecher der Grünen-Fraktion im Stadtrat, seinen Parteifreunden in der Monatsversammlung im Wirtshaus Flößerei erklärte, seien die Räte zu diesem Vorgehen „gezwungen“ worden. Der Grund: Die Unterlagen der Stadtverwaltung zum Surfwellenprojekt seien „unter aller Sau“ gewesen.

Vor der Entscheidung wollten die Stadträte vollständige Planungsunterlagen sehen. So lautete im Dezember der Auftrag an Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung). Schmidt: „Was wir bekommen haben, war viel Papier mit wenig Inhalt.“ Noch schlimmer als die in seinen Augen nur spärlichen Informationen seien „falsche Inhalte und Rechenfehler bei den Kosten“ gewesen. Für den Grünen-Sprecher ist es unerklärlich, dass die Fehler weder dem beauftragten Ingenieurbüro noch der Stadtverwaltung aufgefallen seien. Schmidts Fazit: „Wir haben nichts bekommen, was uns bei der Entscheidung geholfen hat.“

Deshalb hätten die vier Stadtratsfraktionen einen neuen Beschlussvorschlag erarbeitet – und besagte acht Bedingungen formuliert. „Die ganze Konstruktion des Projektes war unglücklich“, so Schmidt. Mit dem gemeinsamen Antrag von CSU, SPD, Bürgervereinigung und den Grünen „wollten wir Klarheit in die Angelegenheit bringen“. Auch wenn einzelne Stadträte den Beschluss als „Beerdigung zweiter Klasse“ bejubeln, weil die Mehrheit den Mut „zur Beerdigung erster Klasse“ nicht aufgebracht habe, sieht Schmidt ihn als Chance: „Dem Badehausverein haben wir seinerzeit zehn knallharte Vorgaben gemacht.“ Im Oktober 2018 hat der Erinnerungsort in Waldram eröffnet – alle Bedingungen waren erfüllt. Schmidt versteht den Beschluss zur Surfwelle als Auftrag an die Planer: „Macht eure Hausaufgaben richtig, dann sehen wir weiter.“

Durch die Deckelung des städtischen Zuschusses sei ausgeschlossen, dass das Projekt ein Fass ohne Boden wird. Von den maximal 400 000 Euro, die aus dem Stadtsäckel in das Projekt fließen dürfen, sind laut Rathauschef Klaus Heilinglechner allerdings bereits etwa 110 000 Euro für Planungen und Anwälte ausgegeben worden. „Ich will keine Elbphilharmonie“, verglich Schmidt das Projekt mit einer der größten Kostenexplosionen in der Republik. Das imposante Konzerthaus am Hamburger Hafen sollte laut ersten Schätzungen rund 77 Millionen Euro kosten. Schlussendlich waren es 866 Millionen Euro, also mehr als das Elffache. Der Unterschied für Schmidt: „Die Elbphilharmonie funktioniert jetzt aber wenigstens.“

Um die Funktionalität der geplanten Surfwelle – eine rund 250 000 Euro teure Stahlkonstruktion – sicherzustellen, habe der Stadtrat unter anderem eine „100-prozentige Gewährleistung“ für das Bauwerk vom Hersteller gefordert. Aus gutem Grund: „Wenn wir so viel Geld in ein Projekt investieren, das am Ende nicht funktioniert, dann sind wir die Kasperle des ganzen Oberlandes.“ Ein Gast des Grünen-Treffens bemängelte die Infrastruktur rund um den Wellen-Standort in Weidach. In der Nähe der geplanten Attraktion gebe es keine Parkplätze, die explizit für Surfer zur Verfügung stehen würden. Der Wolfratshauser Heinz Wensauer meinte dazu sarkastisch: „Die Initiatoren glauben, die Surfer kommen aus der ganzen Welt – aber alle zu Fuß oder mit dem Fahrrad.“

Schmidt widersprach: „Es wären keine Surfer aus der ganzen Welt. Aber aus einem großen Umkreis könnte diese Attraktion einige Gäste anziehen.“ Das bezweifelte ein Besucher des Monatstreffs: „Die Sportler, die im Moment am Eisbach in München surfen, werden dort auch bleiben.“dst

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