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Unterstützer des Projekts wie Christina Liebhart vom Haarstudio Christina im Waldram lassen sich mit dem berühmten blauen Surfboard fotografieren. 

Geplante Welle in der Loisachstadt

Die Surfer geben nicht auf

Wolfratshausen - Für die geplante Surfwelle in der Loisach hat der Stadtrat kein Geld im Haushalt bereitgestellt. Die Initiatoren des Projekts sind enttäuscht. Trotzdem blicken sie optimistisch in die Zukunft.

SPD, CSU und Grüne haben aufgrund der großen finanziellen Herausforderungen, die auf die Flößerstadt zukommen, den Rotstift gezückt. Das hat auch Auswirkungen auf die in Weidach geplante Surfwelle. Da unter anderem noch völlig unklar ist, ob der Bau eines Wasserkraftwerks am Loisach-Isar-Kanal das Vorhaben tangieren wird, sind im städtischen Etat fürs laufende Jahr keine Mittel für die künstliche Loisachwelle bereitgestellt worden.

Die Nachricht war ein Schock - zunächst

„Im ersten Moment waren wir geschockt“, sagt Steffi Kastner, die das Projekt gemeinsam mit ihrem Ehemann Marcus initiiert hat. Doch dass für 2016 kein Geld zur Verfügung steht, heiße ja nicht, dass das Vorhaben gestrichen worden sei. „Es ist aufgeschoben, nicht aufgehoben“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. An der Verwirklichung werde hinter den Kulissen weiter intensiv gearbeitet. Dreh- und Angelpunkt ist weiterhin der Betreiber des bestehenden Kraftwerkes in Weidach. Erst wenn der Memminger mit der Surfwelle einverstanden sei, würde der Plan konkret. Die Tourismusmanagerin der Stadt, Giesela Gleißl, sei bemüht, „alle Interessen unter einen Hut zu bringen“, berichtet Kastner. Sie räumt ein: „Das ist eine langwierige Geschichte.“

Eine Imagekampagne soll helfen

Steffi Kastner spürt weiterhin Rückenwind. Die Imagekampagne, die sie und ihr Ehemann seit Wochen federführend durchführen, stoße nach wie vor auf großen Zuspruch. An einer von der Kommune unterstützten Online-Umfrage hatten sich mehr als 2500 Personen beteiligt – fast alle Daumen zeigten nach oben. Erst vor wenigen Tagen machte Marcus Kastner mit seinem mittlerweile schon berühmten blauen Surfboard die Runde bei Kommunalpolitikern und Wolfratshauser Geschäftsleuten. Das Ergebnis sind tolle Unterstützerfotos.

Warten auf den Kraftwerksbetreiber

„Wir brauchen die Solidarität, damit die Euphorie nicht nachlässt“, betont Steffi Kastner. „Das Projekt muss in den Köpfen der Menschen präsent bleiben.“ Die Surfwelle würde nach erster Schätzung etwa 220 000 Euro kosten. Eine Summe, die die Stadt mutmaßlich nicht allein stemmen müsste, schickt die Initiatorin voraus. „Wir haben alle Möglichkeiten der Finanzierung ins Auge gefasst“. Dazu zähle der potenzielle Griff in Fördertöpfe – Stichwort Leader-Programm der Europäischen Union – oder Sponsoring. Denkbar wäre laut Steffi Kastner aber auch „Crowdfunding“, auf deutsch Schwarmfinanzierung. Kapitalgeber würden in diesem Fall eine Vielzahl von Einzelpersonen und Unternehmen. Doch zunächst müsse der Kraftwerksbetreiber eine Entscheidung fällen. Infos gibt es Internet auf der Facebookseite „Surfen in Wolfratshausen“.

Bilder: Bestes Kite-Surf-Wetter am Ammersee

Carl-Christian Eick

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