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Surfwellen-Freunde feiern „das Wolfratshauser Weihnachtswunder“

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Von: Carl-Christian Eick

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„Save the wave“: An der alten Floßlände feierten am Freitagabend (v. li.): Crowdfunding-Initiator Tilo Scheck, Wasserbau-Professor Markus Aufleger, die Vorsitzende des Vereins „Surfing Wolfratshausen“, Stefanie Kastner, ihr Ehemann Marcus (re.), Melanie Penzkofer (2. v. re.) sowie viele weitere Fans der geplanten Flusswelle. © ph

Ausgelasssene Stimmung unter den Freunden der Surfwelle: Sie feierten die 65 000 Euro an Spenden, die binnen weniger Tage zusammenkamen, um die Finanzierungslücke zu schließen.

Wolfratshausen – Eine „Save-the-Wave“-Party in der „Zeppelin“-Bar und eine am „Eiswolf“-Feuer an der alten Floßlände sollten dazu beitragen, die durch geringere EU-Fördermittel entstandene Finanzierungslücke von 65 000 Euro für die in Weidach geplante Surfwelle zu schließen. Es kam wie berichtet anders: Das Spendenziel wurde bereits am Donnerstagabend erreicht. Eine Absage der „Eiswolf“-Party am Freitagabend kam für Stefanie und Marcus Kastner vom Verein „Surfing Wolfratshausen“ aber nicht in Frage. „Wir wollen uns heute Abend bei unseren vielen Unterstützern einfach nur bedanken und den Spendenerfolg feiern“, erklärte Marcus Kastner am Freitag vor Ort.

400 Privatpersonen und Unternehmen hatten sich an der von Tilo Scheck organisierten Crowdfunding-Aktion beteiligt und teilweise vierstellige Beträge überwiesen. Bis jetzt unterm Strich gut 65 000 Euro. „Das Projekt ist auf der richtigen Schiene, aber es ist noch nichts erreicht“, so der Wolfratshauser. Der 43-Jährige verschob seinen Winterurlaub, um bei der Freitagsparty dabei sein zu können.

„Es liegen sehr aufregende Tage hinter uns“, bilanzierte Stefanie Kastner. Nachdem es der Stadtrat mit 11:14 Stimmen abgelehnt hatte, die Finanzierungslücke zu schließen, sei sie zunächst geschockt gewesen. Dann aber passierte das, was Surfwellen-Unterstützerin Barbara Unterberger als das „Wolfratshauser Weihnachtswunder“ bezeichnet: Schon einen Tag nach dem Ratsbeschluss gingen bei Stefanie Kastner so viele Anrufe von spendenwilligen Menschen ein, dass sie sich einen Tag freinehmen musste. Der Sportreferent des Stadtrates, Maximilian Schwarz (BVW), berichtete am Freitag an der alten Floßlände, dass er sein Smartphone stumm schaltete, weil in der Surfwellen-WhatsApp-Gruppe „fast im Minutentakt Nachrichten eingingen“. Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW), der als bekennender Wellen-Befürworter teilweise herbe Kritik kassiert hatte, zeigte sich bei der „Save the Wave“-Party am Loisachufer angetan vom ehrenamtlichen Engagement der Vereinsmitglieder: „Es ist schön, dass jetzt neuer Schwung da ist.“ Der Rathauschef setzt darauf, dass durch die Schließung der Finanzierungslücke nicht zuletzt positiver öffentlicher Druck aufgebaut wurde und sich der Stadtrat in seiner Sitzung am 14. Januar für die Fortführung des Projekts entscheidet.

Das hofft auch Markus Aufleger. In wissenschaftlichen Studien hat der an der Universität Innsbruck lehrende Professor bereits vor einigen Jahren belegt, dass die Voraussetzungen für den Bau einer Surfwelle in Weidach nahezu optimal seien. „Es gibt auch Überlegungen, in Garmisch und Nürnberg vergleichbare Projekte zu realisieren, in Wolfratshausen könnte es früher passieren“, so der Wasserbau-Experte.

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„Eiswolf“-Caterer Robert Rupp vernahm die positiven Nachrichten mit Freude, klebte sich spontan einen Surfaufkleber an die Stirn und ließ am Freitag schon mal den Korken einer großen Champagnerflasche knallen, um mit Heilinglechner, Kastner, Scheck und Co. auf das Surf-Weihnachtswunder anzustoßen.

ph

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