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Mundschutz ist Pflicht: Die Tafeln im Landkreis haben wieder geöffnet, allerdings gelten auch hier strenge Sicherheitsvorschriften.

„Ohne Maske kommt keiner rein“

Die Tafeln im Landkreis haben wieder geöffnet

  • Franziska Konrad
    vonFranziska Konrad
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Es ist ein weiterer Schritt in Richtung Normalität: Nach und nach haben die Tafeln im Landkreis wieder ihren Betrieb aufgenommen - mit Hygienekonzept, versteht sich. 

Bad Tölz-Wolfratshausen– In Bad Tölz verteilt die Tafel schon seit Ende April wieder Lebensmittel. Der Ausgabeort ist allerdings auf die Südschule beschränkt. „Da haben wir einen riesigen Schulhof und dürfen die Aula nutzen. So kann jeder genug Abstand halten“, erklärt Reinhold Pohle. Um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten, sei das „gesamte Konzept“ geändert worden. Durch ein geöffnetes Fenster wird ein Abnehmer nach dem anderen per Lautsprecher in die Aula gerufen. „Die Leute nehmen sich ihre vorgepackte Kiste und gehen wieder auf den Schulhof. Dort verstauen sie die Lebensmittel in mitgebrachten Behältnissen“, erklärt Pohle.

Der Kundenandrang hingegen sei bisher „normal“. „Aber wir rechnen damit, dass mittel- bis langfristig mehr Leute kommen“, sagt Pohle und spielt damit auf die coronabedingte Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit an. Große Angst vor einer Ansteckung zeigen die Bedürftigen nicht. „Anfangs mussten wir relativ rigoros darauf achten, dass die Leute Abstand halten“, so Pohle. Dies sei jedoch „deutlich besser“ geworden.

Kundenandrang ist bis jetzt normal

Als zusätzliche Sicherheit tragen Mitarbeiter und Kunden Mundschutz. „Ohne Maske kommt keiner rein“, betont Pohle. Bis Juli wird das Konzept vorerst verlängert. „Aber ich denke, das wird sich noch länger hinziehen.“

Einen genauen Plan für die Zukunft hat die Geretsrieder-Wolfratshauser Tafel nicht. „Wir schauen, was die Staatsregierung für Beschlüsse erlässt. Daran werden wir uns orientieren“, erklärt Pressesprecherin Claudia Brenner. Seit Kurzem ist die Tafel wieder geöffnet.

Bereits vor dem Shutdown erhielten die Kunden ihre Lebensmittel abgepackt in Tüten. „Die Abnehmer müssen draußen warten und werden einzeln nacheinander aufgerufen“, erklärt Brenner. „Das funktioniert ganz gut.“ Auch wenn manche Kunden etwas „verschnupft“ waren, als sie trotz Regens draußen warten mussten. „Wir haben ihnen erklärt, dass es leider nicht anders geht. Nur so können wir die Lebensmittel verteilen“, sagt die Tafel-Sprecherin. Was ihr aufgefallen ist: Die Zahl der Abnehmer ist seit Corona auf etwa zwei Drittel gesunken. Brenner erklärt sich dies mit der „allgemeinen Verunsicherung“: „Wenn wir einkaufen gehen, sind wir ja auch etwas verunsichert.“

Neue Gesichter in Lenggries

Eine andere Entwicklung beobachtet Birgitta Opitz bei der Lenggrieser Tafel: „Bei unseren Kunden kamen einige neue Gesichter dazu.“ Nach sieben Wochen Pause hatte die Organisation ihre Pforten wieder geöffnet. „Dass sich das so schnell herumspricht, hätten wir nie gedacht“, gesteht Opitz. „Bis auf die letzte Tüte“ sei alles weggegangen. 35 Haushalte wurden versorgt. „Das sind gut zehn mehr als gewöhnlich.“

Um den Sicherheitsabstand einhalten zu können, ist die Tafel in das Rückgebäude der ehemaligen BRK-Bereitschaft umgesiedelt. „Mit Kreide haben wir die Abstände auf den Boden gezeichnet.“ Hinter den Linien mussten sich die Kunden aufstellen. Davor füllten gepackte Lebensmitteltüten die quer nebeneinanderstehenden Tische. Gewappnet mit Mundschutz, Handschuhen und Desinfektionsmittel hatten die Helfer diese im Vorfeld hergerichtet. Opitz betont: „Das Wichtigste ist aber nach wie vor, dass Mitarbeiter und Bedürftige keinem Risiko ausgesetzt sind.“

Loisachtaler werden exquisit versorgt

In Kochel fällt die Tafel etwas aus dem Raster: Sie hat schon seit März geöffnet. Die vorgepackten Kisten erhalten Kunden draußen, berichtet Thomas Schneider. „Eigentlich hätte ich damit gerechnet, dass weniger Leute kommen“, gesteht er. Mit seiner Vermutung lag er falsch. Auch in Kochel sind neue Bedürftige dazugekommen. Da passt es gut, dass die Tafel Loisachtal vom Supermarkt trotz Corona „exquisit“ versorgt wird. „Erst mussten wir sogar zweimal fahren, um zwischendurch abzuladen.“ Über einen Mitarbeitermangel kann sich Schneider nicht beklagen. „Manche der 34 Helfer mussten wir sozusagen zwangsbeurlauben.“ Durch das neue Konzept brauche es weniger Mitarbeiter. Bis August werde die Tafel erst mal so weitermachen. „Doch wir müssen uns zwingend überlegen, wie wir die Kunden im Herbst oder Winter warm halten, wenn sie draußen in der Kälte warten.“

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