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Kompetente Einsatzkraft: Stoffbär Konrad begleitet den Geretsrieder Kommandanten Erik Machowski.

Stofftiere sind für die Feuerwehr im Einsatz

Tatütata, der Feuerwehrbär ist da

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Die Freiwillige Feuerwehr hat Helfer. Sie heißen Grisu, Bär und Konrad und sind Seelentröster für Mädchen und Buben in Notlagen.

Geretsried/Wolfratshausen – Feuerwehrmann Erik Machowski, er war als Erster am Einsatzort, erblickte den verschlossenen Wagen, er sah den kleinen Buben hinter der Scheibe – und ihm war „aus dem Bauch heraus“ klar: Konrad ist in diesem Fall der bessere Ersthelfer. Also flitzte Geretsrieds Erster Kommandant zurück zu seinem Einsatzfahrzeug und holte den Stoffbären in Schutzausrüstung vom Amaturenbrett. „Schau mal, hier ist die Feuerwehr“, stellte sich Konrad mit der Stimme des Kommandanten vor – und erntete postwendend ein breites Lächeln auf der anderen Seite der Fensterscheibe. Währenddessen begannen seine Einsatzkräfte, den Wagen zu öffnen.

Grisu, Konrad und Bär trösten und lenken ab

Ist ein kleines Kind in ein Unglück verwickelt, unterstützen Stofftiere die Feuerwehr nach besten Kräften: Grisu, der kleine grüne Drache, und ein Bär namens Bär rücken in der Loisachstadt mit aus. Konrad begleitet im Falle eines Falles die Geretsrieder Wehr. Aufgabe des Trios ist es, verletzte oder verängstigte Mädchen und Buben zu trösten und vom aufwühlenden Geschehen um sie herum abzulenken.

Kann sich auf Grisu und Bär verlassen: Der Kommandant der Wolfratshauser Feuerwehr, Andreas Spohn.

„Natürlich entscheiden wir je nach Einsatzsituation. Ist das Kind in Gefahr, und es zählt jede Sekunde, bleibt keine Zeit, um erst einmal mit dem Spielzeug zu hantieren“, betont Andreas Spohn, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Wolfratshausen, im Gespräch mit unserer Zeitung. „Haben wir aber beispielsweise den Fall, dass der Nachwuchs versehentlich in einem Auto eingesperrt worden ist, ist es für uns das Erste und Wichtigste, eine Beziehung zu dem Kind aufzubauen.“ Dabei sind die flauschigen Kunstfellgesellen eine riesengroße Hilfe. „Wichtig bei solchen Aktionen ist, dass das Kind möglichst in die andere Richtung abgelenkt wird“, sind sich die beiden Feuerwehrchefs einig. „Allein aus Schutz vor umherfliegenden Glassplittern, falls die Pkw-Scheibe platzt“, ergänzt Machowski. Beide Kommandanten können sich gut in die Lage eines Kindes in Not hineinfühlen: Es sei in einer ihm unbekannten Situation, habe womöglich Angst – „und plötzlich sind da lauter Menschen in komischer Kleidung und Helmen auf dem Kopf, die womöglich auch noch am Auto rütteln“.

Bezugsperson wäre optimal

Um das Kind abzulenken, wäre eine Bezugsperson, der es vertraut, das Optimale. „Wir kennen jedoch die Vorgeschichte der Notsituation nicht“, gibt Kommandant Spohn zu bedenken. „Hat besagte Bezugsperson vielleicht selbst panisch reagiert und auf das Auto eingeschlagen? Dann ist es besser, von unserer Seite erst einmal beruhigend auf das Mädchen beziehungsweise den Buben einzuwirkend.“ Zeitgleich kommen die Stofftiere zum Einsatz – bis sich die Situation entspannt hat.

Nicht selten wechseln Grisu, Bär oder Konrad nach einem erfolgreichen Rettungseinsatz den Besitzer: „Wenn das Kind nach dem Stofftier greift, sich daran festhält und mit ihm knuddelt, kann man es ihm doch nicht einfach wieder entreißen“, sagt Machowski und lächelt. In solch einem Fall nimmt eben künftig ein anderer flauschiger Helfer den Platz seines Vorgängers im Feuerwehrfahrzeug ein und darf die Kameraden auf ihren Einsätzen begleiten.

Professioneller Trauma-Bär

Konrad wurde übrigens eigens vom Feuerwehr-Gerätehersteller Rosenbauer in Leonding entwickelt. „Er ist ein Trauma-Bär, der als kleiner Feuerwehrmann jederzeit bereit ist, Kindern bei Unfällen, Bränden, Wohnungsöffnungen oder anderen technischen Einsätzen als Tröster beizustehen“, definieren die Österreicher die Aufgaben des Stofftiers. Und seinen Job nimmt der kleine Konrad – wie alle seine Feuerwehrkameraden auf der Welt – sehr, sehr ernst.

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